Vetiver

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die Pflanzenart Vetiveria zizanioides, zur Band Vetiver siehe Vetiver (Band).
Vetiver
Kulturpflanzen

Kulturpflanzen

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Panicoideae
Gattung: Vetiveria
Art: Vetiver
Wissenschaftlicher Name
Vetiveria zizanioides
(L.) Nash
Vetiver-Bündel auf einem Markt

Vetiver (Vetiveria zizanioides, Syn.: Chrysopogon zizanioides, Andropogon squarrosus Hack., Andropogon muricatus Retz.) ist ein tropisches, ursprünglich aus dem tropischen Asien kommendes Süßgras. Die Grashorste haben einen Durchmesser von etwa 30 cm, die Höhe der Pflanze beträgt 50 bis 150 cm. Die Wurzeln dringen bis zu 3 Meter tief mit einem dichten und massereichen Geflecht in den Boden.

Verwendung[Bearbeiten]

Vetiver wird wegen seines dichten Wurzelgeflechts gezielt überall dort angepflanzt, wo Bodenerosion droht. Die Wurzeln halten zudem den Boden feucht und können ihn bis zu einem gewissen Grad entgiften. Deshalb wird Vetiver in Südostasien einerseits zur Bodenverbesserung angepflanzt, andererseits als Feldumrandung.

Das Gras wird auch als Viehfutter verwendet und sollte dafür alle 1–3 Monate gemäht werden.[1]

Vetiver-Öl (oft auch Vetyver geschrieben) wird aus den gereinigten frischen und/oder getrockneten Wurzeln des Grases durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Das Öl ist leicht viskos, hat eine bräunliche, manchmal leicht rötlich-braune Färbung und einen intensiven balsamischen, haftenden erdig-holzigen Geruch. Da sehr unterschiedliche Qualitäten verarbeitet werden, frische und getrocknete Wurzeln zum Einsatz kommen, gibt es große Qualitätsunterschiede bei den im Handel angebotenen Ölen.[2] Vetiver wird in der Parfümherstellung, Aromatherapie und Naturheilkunde verwendet und dient zugleich als Räucherwerk.

Für die Herstellung von Parfum ist der Riechstoff Vetiverylacetat von großer Bedeutung. Die bitteren, rauchigen und deutlich erdigen Nuancen des Vetiveröls treten in den Hintergrund, während sich die holzig-balsamischen Duftbestandteile viel eleganter entfalten. Vetiverylacetat ist ein Ester, das durch Acetylisierung von Vetiveröl mit Acetanhydrid gewonnen wird.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Zu den ca. 100 Komponenten des ätherischen Öles gehören unter anderm:

Quellen[Bearbeiten]

  • Encke/Buchheim/Seybold: Zander, Handwörterbuch der Pflanzennamen, 15. Auflage, ISBN 3-8001-5072-7.
  • Martinez/ Hartwig: Taschenbuch der Riechstoffe, Verlag Harri Deutsch, Frankfurt/a.Main, 1. Aufl. 1998, ISBN 3-8171-1539-3.
  • Susanne Fischer-Rizzi: Botschaften an den Himmel - Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk, Heyne, München, 1999, ISBN 3-453-15504-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. P. Truong, T. Tan Van, E. Pinners (2008). Vetiver Systems Application, Technical Reference Manual. The Vetiver Network International. pp. 89.
  2. Der herbe Duft Haitis in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 11. August 2013, Seite 51

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vetiver (Chrysopogon zizanioides) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien