Via dei Fori Imperiali

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Via dei Fori Imperiali, Blick auf das Kolosseum

Die Via dei Fori Imperiali (ursprünglich Via dell'Impero) ist eine unter Benito Mussolini quer über die antiken Ausgrabungsstätten der Kaiserforen gelegte Paradestraße zwischen Piazza Venezia und Kolosseum in Rom. Sie entspricht Mussolinis Grundkonzeption, die er am 31. Dezember 1925 bei der Einsetzung des römischen Gouverneurs Filippo Cremonesi aussprach: In 50 Jahren solle Rom, „groß, geordnet und mächtig“ sein, und die antiken Monumente sollten, von allen Zutaten der „Jahrhunderte der Dekadenz“ befreit, „in notwendiger Einsamkeit riesenhaft werden.“ Aus dieser Sicht (in der Nachfolge von Napoleons III. und seinem Mitarbeiter Georges-Eugène Haussmann) wurde unter anderem zwischen dem Kolosseum und der Piazza Venezia, wo Mussolini seine Volksreden hielt, eine Sicht- und Straßenachse geöffnet, wobei allerdings der Hügel der Collina della Velia mit dem Renaissancegarten des Palazzo Rivaldi weggeräumt werden musste. Am 9. April 1932 eröffnete Mussolini zu Pferd anlässlich eines Treffen italienischer Kriegsveteranen den neuen Straßenzug.

Diese bereits in den römischen Regulierungsplänen von 1873 und 1883 geplante Straßenverbindung erscheint in ebener Lage unauffälliger als in den Plänen des 19.Jahrhunderts, die eine Führung als Viadukt vorsahen. Dem steht gegenüber, dass beim Bau (1924–32) neben zahlreichen Wohngebäuden auch wertvolle antike Relikte einfach zerstört wurden – etwa die Basis von Neros Kolossalstatue und die Meta Sudans, der Rest einer antiken Brunnenanlage. Anfang der 1980er Jahre versuchten linke Stadtverwaltungen Roms, die als Aufmarschstraße der faschistischen Bataillone bekannte ehemalige Via dell'Impero zu sperren oder sogar abzubauen.

Auf Initiative des neuen Bürgermeisters von Rom Ignazio Marino wurde die Via dei Fori Imperiali ab dem 3. August 2013 zwischen dem Largo Corrado Ricci und dem Kolosseum für den Privatverkehr gesperrt. Für den öffentlichen Verkehr und Taxis bleibt die Straße aber werktags weiterhin offen. Marino erklärte es zu seinem Ziel die Straße innerhalb von fünf Jahren komplett in eine Fußgängerzone umzuwandeln.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Via dei Fori Imperiali – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Paul Kreiner: Prachtstraße in Rom wird autofrei, Seine Majestät, die Spitzhacke. Der Tagesspiegel, 2. August 2013, abgerufen am 4. August 2013.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cecilia Gentile: [http://roma.repubblica.it/cronaca/2013/08/02/news/marino_entro_5_anni_pedonale_tutta_via_dei_fori_non_ci_fermeremo-64143376/ Marino: “Entro 5 anni pedonale tutta via dei Fori. Non ci fermeremo”.] La Repubblica, 2. August 2013, abgerufen am 2. August 2013.