Viaduc d’Austerlitz

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48.8435632.367905Koordinaten: 48° 50′ 36,8″ N, 2° 22′ 4,5″ O

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Viaduc d’Austerlitz
Viaduc d’Austerlitz
Viaduc d’Austerlitz
Nutzung Eisenbahnbrücke
Überführt

Linie 5 der Pariser Métro

Querung von

Seine

Ort Paris, Frankreich
Konstruktion Bogenbrücke
Gesamtlänge 140 Meter
Baubeginn 1903
Fertigstellung 1904

Der Viaduc d’Austerlitz ist eine Brücke der Linie 5 der Pariser Métro über die Seine.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 2. Juni 1906 wurde die Linie 5 der Pariser Métro von der Station Place d’Italie zum Bahnhof Gare d’Orléans (heute: Gare d’Austerlitz) am linken Seineufer eröffnet. Die Brücke über den Fluss wurde zwischen November 1903 und Dezember 1904 von der Société de Construction de Levallois-Perret erstellt. Am 14. Juli 1906 ging die Verlängerung der Linie 5 zur rechts der Seine gelegenen Station Place Manzas (seit 1916: Quai de la Rapée) in Betrieb.[1]

Bauweise und Lage[Bearbeiten]

Der Viaduc d’Austerlitz ist eine stählerne Bogenbrücke mit einer lichten Weite von 140 Meter, er übertraf den 1900 vollendeten Pont Alexandre III um 32,50 Meter.[2] Um den Schiffsverkehr nicht zu behindern wurde auf im Fluss liegende Pfeiler verzichtet. Verantwortlicher Ingenieur für dem Bau war Louis Biette. Die Entwürfe für die Verzierungen stammen von Jean Camille Formigé, ausgeführt hat die Skulpturen der Bildhauer Gustave Michel. Neben Fischen finden auch maritime Symbole wie Anker, Ruder und Dreizacke Verwendung.

Die beiden parabelförmigen Bögen sind 31 Meter hoch, sie weisen am höchsten Punkt sowie auf beiden Seiten in Ufernähe jeweils ein Gelenk auf. Die 11 Meter über dem Wasserspiegel liegende Brückendecke wird im zentralen Abschnitt von sechzehn vertikalen Hängern gehalten. Zur Stabilisierung dienen sich kreuzende diagonale Querstreben. Die Widerlager ruhen auf 22 Meter langen und 18 Meter breiten gemauerten Sockeln, die darauf errichteten Pylone (jeweils zwei) sind 15 Meter hoch. Zwischen den Geländern ist die Brücke 8,50 Meter breit. Die Gleise sind ohne Schotter verlegt.[2]

Für den Bau der Brücke wurde ein hölzernes Gerüst mit mehreren Pfeilern errichtet. Darauf wurden zunächst die Brückendecke und anschließend die Bögen gebaut. Der Abbau des Gerüsts erfolgte Mitte 1905. 1936 wurde die Brücke verstärkt, um die Passage schwererer Metrozüge zu ermöglichen.[2] Im Zuge von Instandsetzungsarbeiten wurde im Juli und August 2013 der Bahnverkehr unterbrochen.

Im Bereich der Station Gare d’Austerlitz rechts der Seine ist die Métrolinie 5 als Hochbahn niveaugleich mit dem Viaduc d’Austerlitz geführt. Auf der linken Flussseite schließt sich der Viaduc du Quai de la Rapée an. Auf diesem führt die Strecke in einer engen Kurve von etwa 90 Grad und einem Radius von 75 Meter[2] unter der Zufahrt zur flussabwärts gelegenen Straßenbrücke Pont d’Austerlitz hindurch zur ebenerdig gelegenen Station Quai de la Rapée.

Im Juni 1986 wurde das Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt und zum Monument historique erklärt.[1] Seit dem 18. Januar 2000 ist es während der Betriebszeiten der Métro nachts beleuchtet.

Der Viaduc d’Austerlitz vom Quai d’Austerlitz gesehen, im Hintergrund die Straßenbrücke Pont d’Austerlitz

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Viaduc d’Austerlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Viaduc d’Austerlitz. In: Mérimée-Datenbank. Französisches Kulturministerium, abgerufen am 26. September 2013 (französisch).
  2. a b c d Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes. De Bienvenüe à Météor. La Vie du Rail, Paris 2004, ISBN 2-902808-87-9, S. 194