Viareggio

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Viareggio
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Viareggio (Italien)
Viareggio
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Lucca (LU)
Koordinaten: 43° 52′ N, 10° 14′ O43.86666666666710.2333333333332Koordinaten: 43° 52′ 0″ N, 10° 14′ 0″ O
Höhe: m s.l.m.
Fläche: 31,88 km²
Einwohner: 63.447 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.990 Einw./km²
Postleitzahl: 55049 (Viareggio), 55048 (Torre del Lago Puccini)
Vorwahl: 0584
ISTAT-Nummer: 046033
Volksbezeichnung: Viareggini, Torrelaghesi
Schutzpatron: Maria Santissima Annunziata
Website: www.comune.viareggio.lu.it

Viareggio ist eine Stadt mit 63.447 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) im Nordwesten der italienischen Region Toskana.

Das am Tyrrhenischen Meer gelegene Seebad ist Standort von Marmorverarbeitung, Töpfereien und Schiffbau.

Geografie[Bearbeiten]

Chiesa di San Giovanni Bosco

Viareggio liegt in der tyrrhenischen Küstenlandschaft Versilia vor dem Bergzug der Apuanischen Alpen. Die Gegend war bis ins 18. Jahrhundert ein Sumpfgebiet um den küstennahen See Lago di Massaciuccoli. Mit der Trockenlegung gewann das Gebiet an Bedeutung. An der Küste befindet sich einer der längsten Sandstrände Italiens.

Stadtgliederung:

Viareggio gliedert sich in zwei Frazioni (Ortsteile): die eigentliche Stadt Viareggio und der südlich gelegene Ort Torre del Lago Puccini. Weiters gibt es die Untergliederung in vier Stadtbezirke (Circoscrizioni):

  • Torre del Lago Puccini
  • Centro - Marco Polo
  • Darsena - Ex Campo d'Aviazione
  • Viareggio Nuova


Nachbargemeinden:

Die angrenzenden Gemeinden sind Camaiore, Massarosa, beide zur Provinz Lucca gehörig, sowie Vecchiano in der Provinz Pisa.

Geschichte[Bearbeiten]

Hafen von Viareggio bei Sonnenuntergang

Viareggio entstand aus einem Kastell, das die Städte Lucca und Genua zur Verteidigung des Gebiets gegen Pisa 1172 an der Küste errichteten. Dieses Kastell erhielt den Namen Castrum de Via Regia, benannt nach der Königsstraße des regierenden Römischen Kaisers Friedrich Barbarossa, die hier die Küste entlangführte. An der Festung mündete der Canale Burlamacca ins Meer, der ab 1441 der einzige Zugang Luccas zum Meer war, was die Bedeutung des Ortes erhöhte und zum Bau einer kleinen Siedlung führte. Der umgebende Sumpf und mit ihm die verbreitete Malaria verhinderten jedoch ein starkes Wachstum des Dorfes. Bereits 1480 bot die Stadt Lucca im Gebiet um die Festung kostenlos Bauland an.

1543 wurde eine weitere Befestigungsanlage, die Torre Matilde errichtet, die einen besseren militärischen Schutz garantierte und zu stärkerer Besiedlung führte. 1559 wurde die erste Kirche erbaut, 1617 wurde Viareggio Vikariatssitz für die Ansiedlungen auf den umliegenden Hügeln und erhielt schließlich 1701 das Recht einer comunità, das heißt kommunaler Selbstverwaltung, durch die Republik Lucca verliehen. Das größte Hindernis für die Entwicklung war jedoch weiterhin der umgebende Sumpf, so dass im 18. Jahrhundert größere Anstrengungen zur Trockenlegung unternommen wurden, mit deren Abschluss 1741 die Malaria langsam zurückzugehen begann.

Zum Schutz gegen die vom Meer kommenden Winde wurden entlang des Strandes Pinienwälder angepflanzt, die heute das Stadtbild prägen. Der südliche Abschnitt bildet heute einen Teil des Regionalparks Migliarino, San Rossore, Massaciuccoli.

Viareggio teilte des Weiteren historisch das Schicksal Luccas: 1799 wandelte Napoléon Bonaparte Lucca in ein Fürstentum unter seiner Schwester Elisa um, der Wiener Kongress schuf ein Herzogtum Lucca unter Maria Luise von Bourbon-Parma. Sie verlieh Viareggio 1820 das Stadtrecht. 1847 gelangte Viareggio an das Großherzogtum Toskana und ging mit ihm schließlich im vereinten Italien auf.

Im 19. Jahrhundert begann Viareggios Aufstieg als Seebad. 1822 ließ Napoleons Schwester Paolina Borghese eine Villa errichten, in der sie ihren Lebensabend verbrachte. Nach und nach entstanden ab 1828 (zunächst nach Geschlechtern getrennt) diverse Badeanstalten am Meer. Zahlreiche Sommervillen folgten dem Beispiel Paolinas. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Viareggio ein Perle des Tyrrhenischen Meeres und ein international bekannter Badeort.

Nach dem Krieg verlor die Stadt - wie viele Orte an der Italienischen Riviera - weitgehend ihre Exklusivität. Heute ist Viareggio vorrangig ein Ferienort für die italienische Bevölkerung.

Am späten Abend des 29. Juni 2009 ereignete sich im Bahnhof von Viareggio ein schweres Zugunglück, bei dem mindestens 22 Menschen ihr Leben verloren. Ein Butangas befördernder Zug entgleiste, Gas entwich und explodierte. Dies führte zu einem Großbrand, mehrere Häuser stürzten ein und etwa 100 Menschen wurden obdachlos.

Politik[Bearbeiten]

Marco Marcucci (PD) wurde im Mai 2003 zum Bürgermeister gewählt. Der PD hat auch mit 16 von 30 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

La Torre Matilde
  • Musei civici: Die Musei civici befinden sich in der Villa Paolina, der ehemaligen Sommervilla von Paolina Borghese und enthalten drei Sammlungen:
    • Museo Archeologico "Alberto Carlo Blanc": Archäologisches Museum
    • Pinacoteca "Lorenzo Viani": Pinakothek zeitgenössischer Kunst
    • Museo degli strumenti musicali "Giovanni Ciuffreda": Musikinstrumentemuseum
  • Villa Museo Puccini: das ehemalige Wohnhaus Puccinis ist heute Gedenkstätte und Museum
  • Museo del Carnevale: Karnevalsmuseum, 2003 gegründet

Torre del Lago Puccini[Bearbeiten]

Das Gebiet von Torre del Lago, etwa 4 km von der Küste entfernt, war bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts kaum besiedelt. Im Zuge der Trockenlegung der Sümpfe fingen Jäger, Fischer und Bauern an, das Gebiet zu kultivieren. Der Name rührt von einem Wachturm, der am Lago Massaciuccoli seit dem 15. Jahrhundert stand. Giacomo Puccini war von der Natur um den See begeistert und mietete im Jahr 1891 zwei Zimmer in einer Villa. Nach dem Erfolg seiner Tosca erwarb er die Villa und lebte hier bis zu seinem Tod im Jahr 1924. Nach seinem Tod wurde das Gebäude in eine Gedenkstätte umgewandelt.

Kultur[Bearbeiten]

  • Teatro Politeama: Das Theater wurde 1869 unter dem Namen Alhambra gegründet. Seit dem Neubau 1902 trägt es den heutigen Namen. Nach Kriegszerstörungen wurde es 1947 mit 889 Plätzen in der heutigen Form wiederaufgebaut. Hier finden in einer Wintersaison sowohl Musiktheatergastspiele als auch Schauspielaufführungen statt, seit 1995 auch in Zusammenarbeit mit dem Theater des nahe liegenden Pietrasanta. Außerdem dient es als Kino.
Karnevalswagen in Viareggio
  • Teatro Jenco: Das kommunale Theater mit 352 Plätzen wurde 2003 eingeweiht. Die Saison mit Gastspielen - vor allem des Unterhaltungstheaters - dauert von Februar bis April.
  • In beiden Theatern finden mehrmals jährlich Aufführungen des Dialekttheaters statt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Festival Puccini[Bearbeiten]

Festival Puccini, ein Opernfestival, das allsommerlich auf einer Freilichtbühne am Ufer des Lago Puccini Opern des Komponisten aufführt

Karneval[Bearbeiten]

Eine wichtige Touristenattraktion ist der Karneval, der seit 1873 in Viareggio gefeiert wird. An fünf Wochenenden zieht ein großer Karnevalszug mit Triumphwagen aus Papiermaché durch die Stadt. Die örtliche Karnevalsmaske ist der Burlamacco.

2001 wurde für die Wagenbau-Werkstätten und eine Papiermaché-Schule, die Karnevals-"Zitadelle" erbaut, die das Karnevalsmuseum und Veranstaltungsräume beherbergt.

Premio Viareggio[Bearbeiten]

Der Premio Letterario Viareggio - Repaci gilt als einer der ältesten Literaturpreise Italiens, der Preis wird seit 1929 alljährlich in Viareggio verliehen.

EuropaCinema[Bearbeiten]

Filmfestivel, ursprünglich 1984 in Rimini gegründet, findet seit 1989 jährlich in Viareggio statt. Es widmet sich dem europäischen Film, mit einem Schwerpunktland, das jedes Jahr wechselt.

Fußballturnier Torneo di Viareggio[Bearbeiten]

Das Fußballturnier findet seit 1948 jährlich statt. Dieses Turnier gilt als einer der wichtigsten Wettbewerbe für Jugendmannschaften weltweit. Große Spieler wie Gabriel Batistuta, Alessandro Del Piero oder Francesco Totti machten hier das erste Mal auf sich aufmerksam.

Sport[Bearbeiten]

Am 23. Februar 1968 fand in Viareggio das erste Länderspiel der italienischen Fußballnationalmannschaft der Frauen statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Eingang zum Museum Peggy Guggenheim Collection im Palazzo Venier dei Leoni, Venedig. Die Skulptur zeigt Marinis L’Angelo della Città., 1948, in Bronze gegossen um 1950


Persönlichkeiten mit Beziehung zur Stadt:

  • Pauline Bonaparte, in Italien Paolina Borghese genannt, Schwester von Napoléon Bonaparte
  • Marino Marini, (1901-1980), italienischer Bildhauer u. Graphiker
  • Giacomo Puccini, (1858-1924), italienischer Opernkomponist
  • Rainer Maria Rilke, österreichischer Dichter, schrieb 1903 in Viareggio den dritten Teil seines Stundenbuches (Das Buch von der Armut und vom Tode)
  • Maria Louise [de la] Ramée, Pseudonym Ouida (1839-1908), britische Schriftstellerin

Sonstiges[Bearbeiten]

Elke Sommer wurde, während sie 1958 mit ihrer Mutter in Italien Urlaub machte, überraschend in einem Café in Viareggio zur Miss des Ortes gewählt. Aufgrund der daraufhin veröffentlichten Fotos von Miss Viareggio, die Furore machten, holte sie der italienische Filmproduzent Vittorio de Sica nach Rom, womit ihre Karriere begann.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Viareggio – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien