Vic Damone

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Vic Damone (* 12. Juni 1928 in Brooklyn, New York; eigentlich Vito Rocco Farinola) ist ein US-amerikanischer Sänger und Schauspieler; er war zwischen 1947 und Anfang der 1960er Jahre einer der erfolgreichsten Crooner in den Vereinigten Staaten. Unter seinen 40 Charterfolgen waren zwei Nummer-eins-Hits: You’re Breaking My Heart (#1 in den USA, 1949) und On the Street Where You Live (#1 in Großbritannien, 1958).

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
a
That Towering Feeling!
  US 14 13.10.1956 ( 8 Wo.)
Now!
  UK 28 25.04.1981 ( 7 Wo.)
Vic Damone Sings the Great Songs
  UK 87 02.04.1983 ( 1 Wo.)
Singles
  US I Have But One Heart 7 (30.08.1947 Wo.)
You Do
  US 7 01.11.1947
It’s Magic
  US 24 18.09.1948
Say Something Sweet to Your Sweetheart (Vic Damone & Patti Page)
  US 23 30.10.1948
Again
  US 6 09.04.1949
You’re Breaking My Heart
  US 1 18.06.1949
Four Winds and Seven Seas
  US 16 23.07.1949
My Bolero
  US 10 27.08.1949
Why Was I Born?
  US 20 29.10.1949
Sitting by the Window
  US 29 28.01.1950
God’s Country
  US 27 18.03.1950
Vagabond Shoes
  US 17 01.07.1950
Tzena, Tzena, Tzena
  US 7 22.07.1950
Just Say I Love Her
  US 13 26.08.1950
Cincinnati Dancing Pig
  US 11 16.09.1950
Can Anyone Explain? (No! No! No!)
  US 25 14.10.1950
My Heart Cries for You
  US 4 30.12.1950
Music by the Angels
  US 18 30.12.1950
Tell Me You Love Me
  US 21 03.02.1951
If
  US 28 17.02.1951
My Truly, Truly Fair
  US 4 02.06.1951
Longing for You
  US 12 04.08.1951
Wonder Why
  US 21 22.09.1951
Calla Calla
  US 13 06.10.1951
Jump Through the Ring
  US 22 10.05.1952
Here in My Heart
  US 8 14.06.1952
Take My Heart
  US 30 12.07.1952
Roseanne
  US 23 26.07.1952
Sugar
  US 13 07.02.1953
April in Portugal
  US 10 16.05.1953
Eternally (The Song from ‘Limelight’)
  US 12 08.08.1953
Ebb Tide
  US 10 17.10.1953
Por Favor
  US 73 19.11.1955
On the Street Where You Live
  US 4 21.04.1956
  UK 1 31.01.1958 (17 Wo.)
War and Peace
  US 59 22.09.1956
Do I Love You (Because You’re Beautiful)
  US 62 13.04.1957
An Affair to Remember (Our Love Affair)
  US 16 09.09.1957
  UK 29 06.12.1957 ( 2 Wo.)
The Only Man on the Island
  UK 24 01.08.1958 ( 3 Wo.)
Gigi
  US 88 05.05.1958
You Were Only Fooling (While I Was Falling in Love)
  US 30 17.04.1965

Leben[Bearbeiten]

Vom Platzanweiser zum Plattenvertrag[Bearbeiten]

Sein Interesse an der Musik schaute sich Vito Farinola von seinen Eltern ab: Sein Vater, von Beruf Elektriker, sang und spielte Gitarre; seine Mutter war Klavierlehrerin. Schon in jungen Jahren begann Vito, seinen Lieblingssänger Frank Sinatra zu imitieren. Bald nahm er auch Gesangsunterricht. Nachdem sein Vater einen Arbeitsunfall hatte, musste Vito selbst Geld verdienen und arbeitete als Platzanweiser und Liftboy im Paramount-Theater in Manhattan.

Eines Tages trat Perry Como im Paramount auf, und Vito nutzte die Gelegenheit, ihm vorzusingen. Der Star nahm ihn unter seine Fittiche und vermittelte ihn als Sänger an eine Big Band in New York City. Zu dieser Zeit änderte Vito seinen Namen in Vic Damone (Damone war der Geburtsname seiner Mutter). Im April 1947 nahm er am Talentwettbewerb in Arthur Godfreys Show Talent Scouts teil, den er auch gewann. Wie viele der Gewinner des Wettbewerbs sang er regelmäßig in Godfreys Show. Kurz darauf verhalf ihm Milton Berle zu Auftritten im angesagten Nachtklub La Martinique, und innerhalb weniger Monate war er wieder im Paramount – diesmal allerdings als Sänger mit Stan Kenton und seiner Band. Mitte 1947 unterzeichnete Damone einen Plattenvertrag bei Mercury Records.

Erfolge auf Schellack und Leinwand[Bearbeiten]

Vic Damones erste Schallplatte, I Have But One Heart (O Marinariello), sang er teilweise auf Englisch und teilweise auf Italienisch. Sie wurde im August 1947 veröffentlicht und wurde auch gleich ein Top-Ten-Charterfolg. Auch die Nachfolgesingle, You Do erreichte Platz sieben in der Hitparade. Weitere erfolgreiche Platten folgten. Schon 1948 erhielt Damone eine eigene Hörfunkshow, Saturday Night Serenade. 1949 konnte er für seinen Nummer-sechs-Hit Again seine erste Goldene Schallplatte entgegennehmen, noch im selben Jahr wurde ihm diese Auszeichnung auch für die Nummer eins You’re Breaking My Heart zuteil.

1951 war er zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen; er spielte in den Filmen Tödliches Pflaster Sunset Strip und Hübsch, jung und verliebt. Von 1951 bis 1953 leistete er seinen Wehrdienst in der United States Army ab, doch zuvor hatte er einige Lieder aufgenommen, die während dieser Zeit veröffentlicht wurden, so dass seine Karriere weiterging. Nach der Zeit in der Armee heiratete er 1954 die Schauspielerin Pier Angeli. Im selben Jahr drehte er zwei weitere Filme, Tief in meinem Herzen und Athena. Außerdem trat er mehrmals als Gast in Milton Berles Fernsehshow auf.

1955 sah es aus, als sollte Damones Stern sinken; lediglich einer seiner Songs kam in die Charts (Por Favor), und der auch nur auf Platz 73; daneben hatte er eine Rolle in dem Musikfilm Kismet.

Zweiter Karrieregipfel[Bearbeiten]

1956 wechselte er zu Columbia Records und einige seiner Platten stiegen wieder in die Top Twenty, unter anderem An Affair to Remember, Titellied des Films „Die große Liebe meines Lebens“, und seine Interpretation des Lieds On the Street Where You Live („In der Straße, mein Schatz, wo du lebst“). Der Song stammt aus dem Loewe/Lerner-Musical My Fair Lady, das in New York uraufgeführt wurde. Damones Version wurde von Mitch Miller produziert und erhielt ebenfalls eine Goldene Schallplatte.

Die Verantwortlichen der Broadway-Show sorgten dafür, dass die Musik des Musicals nicht außerhalb der Vereinigten Staaten gelangte, damit in anderen Ländern das Publikum die Produktionen von My Fair Lady ebenfalls als „Uraufführungen“ genießen konnten. So kam es, dass Damones Lied erst nach der ersten Londoner Aufführung 1958 auch in Großbritannien ein Hit wurde; dort erklomm es am 27. Juni die Spitzenposition der Charts. Eine britische Coverversion von David Whitfield erreichte nur Platz 16. In der Zwischenzeit hatte Damone bereits eine Version des Titelsongs des nächsten Broadway-Musicals von Lerner/Loewe, Gigi, aufgenommen.

1960 spielte er eine Hauptrolle in seinem letzten Kinofilm „Stoßtrupp Saipan“. Während der 1960er Jahre hatte er aber noch verschiedene eigene Fernsehshows und trat als Gast in diversen anderen Shows und Serien auf. 1961 wechselte er von Columbia zu Capitol Records, bei denen er die Lücke füllen sollte, die durch Frank Sinatras Wechsel zum von ihm mitgegründeten Reprise-Label entstand. Damone blieb bis 1965 bei Capitol und nahm einige hochgelobte Alben auf, derer zwei auch in die unteren Regionen der Billboard-Charts kamen, Linger Awhile with Vic Damone (1962) und das von Billy May arrangierte The Lively Ones. Nach einem weiteren Wechsel der Plattenfirma hatte er 1965 noch einen US-Charthit auf Warner Brothers Records, You Were Only Fooling (While I Was Falling in Love).

Las Vegas und Rückzug[Bearbeiten]

Ab 1971 verlegte sich Damone auf Auftritte in den Casinos von Las Vegas. Mit seinen Honoraren aus diesen Shows konnte er die Folgen eines Bankrotts (wegen Steuernachzahlungen) in Grenzen halten. Nach einem kurzen Zwischenspiel als Grundstücksmakler ging er wieder auf Tourneen in den Vereinigten Staaten und vor allem in Großbritannien, wo er Anfang der 1980er Jahre ein beachtliches Comeback erlebte (BBC-DJ David Jacobs spielte zu der Zeit mit Vorliebe Songs von Damone) und sogar zwei Alben in die Charts brachte. 1997 wurde er in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen. Ihm ist auch ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame gewidmet.

1998 heiratete Vic Damone seine jetzige Ehefrau, die Modeschöpferin und Unternehmerin (Jones New York) Rena Rowan. Im Jahr 2000 erlitt er einen Schlaganfall. Im Februar 2001 gab er sein letztes Konzert vor Familie, Freunden und Fans in West Palm Beach, Florida. Sein allerletzter Song auf der Bühne war sein großer Hit An Affair to Remember.[1] Er zog sich aus dem Showbusiness zurück und kümmert sich um seine Familie, Kinder und Enkel. Außerdem unterstützt er seine Frau bei ihrer Arbeit für diverse Wohltätigkeitsunternehmen.

Zitate[Bearbeiten]

Frank Sinatra beschrieb Damones Balladenstimme als „die beste Ausstattung an Orgelpfeifen im Showbusiness“ (“the best set of pipes in the business”).[2]

Privates[Bearbeiten]

Damone war fünfmal verheiratet. Aus der ersten Ehe mit der italienischen Schauspielerin Pier Angeli (1954 bis 1958) hat er einen Sohn, Perry. Drei Töchter (Victoria, Andrea und Daniella) stammen aus der zweiten Ehe mit Judith Rawlins (1963 bis 1971). Die dritte Ehe mit Becky Ann Jones (1974 bis 1982) blieb kinderlos, ebenso wie die vierte mit der (in Europa vor allem durch ihre Rolle im Denver-Clan bekannte) Schauspielerin und Sängerin Diahann Carroll (1987 bis 1996) und die fünfte mit Rena Rowan (seit 1998).

Damones Cousine Doretta Morrow war eine bekannte Broadway-Schauspielerin.

In den späten 1950er Jahren wurde Damone durch einen Schlagzeuger seiner Band in die Bahai-Religion eingeführt. Damones Interpretation seines „On the Street Where You Live“ zufolge soll es eine tragende Vitalität für Abdu’l Baha, dem Schriftgelehrten der Bahai-Religion, ausdrücken.[3] In den frühen 1960er Jahren trat er offiziell der Religion bei.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1950: Vic Damone
  • 1952: April in Paris
  • 1952: Vocals by Vic
  • 1952: Take Me in Your Arms
  • 1956: The Voice of Vic Damone
  • 1956: That Towering Feeling!
  • 1957: An Affair to Remember
  • 1957: Yours for a Song
  • 1959: This Game of Love
  • 1959: Closer than a Kiss
  • 1959: Angela Mia
  • 1961: On the Swingin’ Side
  • 1962: The Lively Ones
  • 1962: Strange Enchantment
  • 1962: Linger Awhile with Vic Damone
  • 1963: My Baby Loves to Swing
  • 1963: Liveliest
  • 1965: You Were Only Fooling
  • 1968: Why Can’t I Walk Away
  • 1976: Stay with Me
  • 1980: Young and Lively
  • 1981: Make Someone Happy
  • 1981: Now!(in Großbritannien)
  • 1983: Sings the Great Songs(in Großbritannien)
  • 1984: Christmas with Vic Damone
  • 1984: On the South Side of Chicago
  • 1989: Eternally
  • 1991: Let’s Face the Music and Sing
  • 1992: Glory of Love
  • 1993: Feelings
  • 1995: On the Street

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1951: Tödliches Pflaster Sunset Strip (Originaltitel: The Strip)
  • 1951: Hübsch, jung und verliebt (auch: Reich, jung und hübsch; OT: Rich, Young and Pretty)
  • 1954: Athena
  • 1954: Tief in meinem Herzen (Deep in My Heart)
  • 1955: In Frisco vor Anker (Hit the Deck)
  • 1955: Kismet
  • 1956: Viva Las Vegas (Meet Me in Las Vegas)
  • 1958: Geschenk der Liebe (The Gift of Love)
  • 1960: Stoßtrupp Saipan (auch: Aus der Hölle zur Ewigkeit; OT: Hell to Eternity)

Literatur[Bearbeiten]

  • Donald Clarke (ed.): The Penguin Encyclopedia of Popular Music. London 1989/1990, ISBN 0-14-051147-4, S. 312f.
  • David Roberts (ed.): Guinness World Records - British Hit Singles, 14th edition. London 2001, ISBN 0-85112-156-X
  • Tim Rice, Jo Rice, Paul Gambaccini/Mike Read: The Guinness Book of 500 Number One Hits. Enfield 1982, ISBN 0-85112-250-7
  • Rice, Rice, Gambaccini: The Guinness Book of Number One Hits, 2nd edition. Enfield 1988, ISBN 0-85112-893-9
  • Frank Laufenberg, Ingrid Laufenberg: Frank Laufenbergs Rock- und Pop-Lexikon, Band 1. 5. Auflage. Düsseldorf/München 2000, ISBN 3-612-26206-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Laura Deni: Vic Damone Retires. 19. Februar 2001; auf www.vicdamone.com (Version vom 29. November 2006)
  2. Penguin Encyclopedia (s.u.), S. 313
  3. Pat Kinney: Music, faith can guide us, a singer believes.