Victor Horsley

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Victor Horsley
Victor Horsley

Sir Victor Alexander Haden Horsley (* 14. April 1857 in Kensington, London; † 16. Juli 1916 in Amarah, Irak) war ein britischer Physiologe und Neurologe.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Horsley besuchte das University College London, wo er mit dem B. S. abschloss. Von 1884 bis 1890 war er Brown Professor of Pathology an der Universität London. Er war als Chirurg 1886 am National Hospital for Paralysed and Epileptic in London tätig. Er war zunächst assistierender Chirurg (Assistant Surgeon) am University College Hospital in London und wurde dort 1900 Chirurg (Surgeon); diese Stellung beendete er 1906.

Im Ersten Weltkrieg diente er in der britischen Armee und kam so nach Ägypten und Mesopotamien. Horsley starb 1916 an einem Hitzschlag.

Horsley war ein Pionier der Gehirnchirurgie. Er war der Erste, der zwischen 1884 und 1886 intraoperative elektrische Stimulationen zur Lokalisation von epileptischen Foci benutzte. Damit war er ein Vorläufer der Arbeiten von Wilder Penfield. Im Jahre 1887 führte er nur ein Jahr nach William Macewen eine Laminektomie zur Entfernung eines Rückenmarkstumors durch[1] [2].

1908 erfand er zusammen mit seinem Kollegen Robert H. Clarke vom University College London den Horsley-Clarke-Apparat. Dieses Gerät ermöglichte experimentelle und therapeutische Eingriffe in tieferliegende Strukturen von Wirbeltiergehirnen. Er führte auch ein stereotaktisches Koordinatensystem zur Lokalisation von Hirnstrukturen ein.

Ehrungen[Bearbeiten]

1886 wurde Horsley als Mitglied („Fellow“) in die Royal Society gewählt, die ihm 1894 die Royal Medal verlieh. 1902 wurde er zum Ritter geadelt. Ebenfalls 1902 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Seit 1910 war er korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Victor Horsley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. auf surgical-tutor.org.uk/ (englisch) abgerufen am 6. Juli 2011
  2. Heinrich Brörken: Ueber Kriegsverletzungen des Rückenmarks. Univ.-Diss. Berlin, 1920