Victoria-Siedlung

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Wohnblock der Victoria-Siedlung

Die Victoria-Siedlung ist eine Arbeitersiedlung in Lünen-Nord. Sie wurde in den Jahren 1909 bis 1912 nach Entwürfen des Dortmunder Architekturbüros D. & K. Schulze für die Belegschaft der Zeche Victoria errichtet. Sie steht unter Denkmalschutz.

Die Siedlung orientiert sich in ihrer Gestaltung an der Gartenstadtbewegung. Neben mehrgeschossigen Wohnblocks und Reihenhäusern bestimmen vor allem Doppelhäuser in teils aufgelockerter, teils verdichteter Bebauung das Bild. Zum ursprünglichen Siedlungskonzept gehörten die Integration von Einkaufsmöglichkeiten für die Bevölkerung, ebenso Gaststätten und Wohlfahrtseinrichtungen.

Im Jahre 1947 gab es durch vergiftetes Trinkwasser Massenerkrankungen, durch die 238 Personen befallen waren und acht Tote, überwiegend Kinder, zu beklagen waren. Ursache war wohl ein Defekt in den Trinkwasserleitungen, durch welchen Grubenwasser der angrenzenden Zeche Viktoria und Wasser der vorbeifließenden Lippe eindringen konnte und das Trinkwasser verunreinigte.

Unweit der Siedlung ist durch das Land NRW der Neubau einer Klinik für Forensische Psychiatrie geplant. Die Klinik für etwa 150 psychische kranke Straftäter soll bis 2020 errichtet werden und Arbeitsplätze für 150 Personen, davon 105 Pflegekräfte, geschaffen werden. Gegen die Errichtung haben sich die Stadt Lünen und vor allem die Anwohner durch eine Bürgerinitiative vehement gewehrt, dessen Erfolg abzuwarten bleibt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kristiana Hartmann, Bettina Heine-Hippler: D. & K. Schulze 1901–1929. (= Dortmunder Architekten, Band 1.) Recklinghausen 1989.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Victoria-Siedlung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.6192447.537678Koordinaten: 51° 37′ 9″ N, 7° 32′ 16″ O