Videocodec

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Video-Codec)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Videocodec (auch Video-Codec) bezeichnet ein Algorithmenpaar, das die Kodierung und Dekodierung von digitalem Videomaterial beschreibt. In der Regel ist die eingesetzte Videokompression dabei verlustbehaftet.

Verfahren[Bearbeiten]

Bei der Kompression wird aus dem Quellvideo mit Hilfe eines Algorithmus ein komprimierter Datenstrom erzeugt, der dann übertragen oder gespeichert wird. Zur Wiedergabe der komprimierten Daten müssen inverse Algorithmen verwendet werden. Die Zeit, die zur Komprimierung, Übertragung, Dekomprimierung und Wiedergabe der Videodaten benötigt wird, wird als Latenz bezeichnet.

Ein zusammengehöriges Algorithmenpaar wird als Videocodec (Encoder/Decoder, englisch für Kodierer/Dekodierer) bezeichnet. Man kann Algorithmenpaare in Software oder Hardware implementieren. Unterschiedliche Videocodecs sind normalerweise nicht miteinander kompatibel, d. h. dass Videoinhalte, die mit einem Encoder eines Codecs komprimiert worden sind, nicht mit einem Decoder eines anderen Codecs dekomprimiert werden können.

Anwendungen/Verbreitung[Bearbeiten]

Typische Anwendungen von Videocodecs sind z. B. die Aufzeichnung Übertragung und Wiedergabe von bewegten Bilder mit Hilfe von Videokameras, Smartphones oder PCs. Bei aktuellen Multimediageräten werden oft Hochleistungsvideocodecs wie z. B. H.264 eingesetzt. Die fortschreitend gesteigerte Rechenleistung ermöglicht dabei eine hohe Kompressionsrate bei dennoch hoher Videoqualität. Zur Unterstützung der Prozessoren für diese rechenzeitintensiven Aufgaben kommt oft eine Hardwarebeschleunigung durch die Grafikkarte bzw. den Graphik-Chip zum Einsatz.


Bei der Videobearbeitung und Computeranimation, in Media Center PCs, in DVD-Spielen oder bei Software-Mediaplayern finden Videocodecs als Software oder Hardwarerealisierung ihre Anwendung. Sie ermöglichen das Speichern und Auslesen von Videomaterial in einem vorgegebenem Format unter Verwendung von Containerdateien. Im Rundfunk werden Videocodecs bei der Übertragung von digitalem Fernsehen genutzt. Die zunehmende Nutzung von Videomaterial zur Weitergabe von Informationen im Internet und die, wie beim Rundfunk, systemtechnisch bedingte Begrenzungen der Bandbreiten bei der Nutzung von diesem Medium erfordern den Einsatz von effektiven Videocodecs. Beispielsweise setzt das Videoportal YouTube H.264 und VP8 ein.

Kompression[Bearbeiten]

Es besteht ein Gleichgewicht zwischen der Videoqualität, der Menge der benötigten Daten, um sie darzustellen (auch bekannt als Bitrate), der Komplexität der verwendeten Algorithmen zur Kodierung, Dekodierung bzw. Fehlerkorrektur und der sich daraus ergebenden benötigten Rechenleistung sowie einer Reihe von anderer informationstechnischer Faktoren.

Siehe auch[Bearbeiten]