Videoprojektor

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Beamer ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für weitere Bedeutungen siehe Beamer (Begriffsklärung).

Ein Videoprojektor (auch Bildwerfer, Digitalprojektor, Daten-Video-Projektor), umgangssprachlich meist Beamer [ˈbiːmɐ] (pseudo-englische Wortprägung, abgeleitet von englisch beam, dt. „Strahl“) ist ein spezieller Projektor, der Bilder aus einem visuellen Ausgabegerät (Fernsehempfänger, Computer, DVD-Player, Videorekorder usw.) für ein Publikum in vergrößerter Form an eine Bildwand projiziert. Die Bandbreite der Geräte reicht von kleinen Präsentationsprojektoren für den mobilen Einsatz bis zu stationären Hochleistungsprojektoren.

Videoprojektion auf einer Bildwand

Anzeigeverfahren[Bearbeiten]

Videoprojektoren lassen sich grundsätzlich hinsichtlich des verwendeten Projektionsverfahrens unterscheiden.

Eidophor-System[Bearbeiten]

Das Eidophor-System war das erste System, das lichtstarke Bilder in hoher Auflösung liefern konnte, und war im professionellen Bereich bis in die späten 1980er Jahre üblich.

Röhrenprojektor[Bearbeiten]

Die ersten Videoprojektoren mit weiterer Verbreitung verwendeten spezielle Kathodenstrahlröhren zur Darstellung des Bildes. Diese Röhren wurden auf sehr hohe Helligkeit getrimmt, um genügend Licht für die Projektion zu liefern. Für Farbprojektoren werden drei Röhren – eine für jede Grundfarbe – verwendet, die getrennte Objektive haben. Die Helligkeit und die unterstützte Auflösung steigt in der Regel mit der Röhrengröße an, es gibt mittlerweile drei Hauptgrößen für Projektionsröhren, nämlich 7, 8 und 9 Zoll. In Bezug auf die höchstmögliche Schärfe des Elektronenstrahls unterscheidet man zwischen ES (elektrostatisch) und EM (elektromagnetisch) fokussierenden Geräten. EM-Geräte können bei richtiger Einstellung ein extrem scharfes Bild projizieren. 9-Zoll-Geräte mit EM-Fokus finden bis heute in hochauflösenden Flugsimulatoren und High-End-Heimkinos Verwendung. 7-Zoll- und 8-Zoll-Geräte wurden in der Vergangenheit oft in Rückprojektionsfernsehgeräten verwendet.

Vorteile:

  • Wegen der Bildröhren sind die Projektoren sehr variabel in der Auflösung. Sie können in der Regel von NTSC bis 1080p und auch 3D-Material (Bluray-3D, sequential 3D) darstellen.
  • Das Verfahren kennt keine Pixel (Bildpunkte). Somit werden die Bilder etwas unschärfer, aber natürlicher dargestellt.
  • Es existiert fast keine Verzögerungszeit. Dadurch ist Video mit Zeilensprungverfahren (interlacing) kein Problem.
  • Es ist keine Lampe erforderlich, da die Röhren selbst Licht erzeugen und typische Lebensdauern von mindestens 10.000 Stunden haben.
  • Die Röhren erzeugen sehr hohe Kontraste (10.000:1 bis 30.000:1) und sehr gute Schwarzwerte.

Nachteile:

  • Relativ geringe Gesamthelligkeit. Der Raum muss bei den meisten Modellen komplett abgedunkelt sein.
  • Die Röhren sind sehr empfindlich gegenüber Einbrennen. Werden Stellen der Leuchtschicht zu stark oder zu lange angeregt, dunkeln sie dort nach und nach ab.
  • Da bei Farbprojektoren die drei Projektionssysteme getrennt arbeiten, erfordern sie eine sehr aufwändige Einrichtungsprozedur. Dies erschwert den mobilen Einsatz.
  • Die Projektoren sind durch die Röhren sehr schwer.
  • Abgesehen von älteren gebrauchten Modellen werden nur noch wenige neue Geräte gebaut (Barco, VDC).
  • Gute gebrauchte bzw. neue Geräte sind immer noch sehr teuer.

LCD-Projektor[Bearbeiten]

Flüssigkristallprojektoren (LCD) funktionieren im Prinzip wie Diaprojektoren, anstelle eines Dias kommen eine oder mehrere transparente Aktivmatrix-Flüssigkristallanzeigen, angesteuert durch Dünnfilmtransistoren, zum Einsatz. Heutzutage übliche Geräte verwenden drei voneinander getrennte LCD-Matrizen (3LCD-Technologie) – für jede Grundfarbe eine –, deren Projektion über ein speziell angeordnetes Projektionssystem mit dichroitischen Spiegeln zu einem Bild zusammengefügt wird. Dadurch kann in jedem Bildpunkt jede Farbe erzeugt werden. Besonders hochwertige Geräte verwenden eine optische Einheit mit vier separaten LC-Matrizen, wobei eine Matrix extra für die differenzierte und lichtstarke Darstellung des Gelbs verwendet wird. Hierdurch kann man hohe Lichtausbeute mit guter Farbbalance verbinden, was herkömmlichen Geräten mit drei LC-Matrizen recht schwerfällt – ihre Gründarstellung besitzt einen leichten Gelbstich, eine Korrektur des Farbstiches ist meist mit einem recht hohen Helligkeitsverlust verbunden. Bei Geräten mit nur einer Flüssigkristallanzeige werden die drei Grundfarben wie auf LC-Flachbildschirmen durch drei nebeneinander angeordnete, integrierte Matrizen dargestellt, was wegen der reduzierten Auflösung zu einem gröberen Bildeindruck führt.[1]

Vorteile:

  • relativ preiswert
  • gute Lesbarkeit bei Texten und Grafiken durch die scharfe Abgrenzung der Bildpunkte
  • klein und leicht
  • im Vergleich zu Ein-Chip-DLP-Projektoren der gleichen Lichtleistungsklasse wesentlich bessere Farbintensität

Nachteile:

  • Die scharf abgezeichnete Pixelstruktur („Fliegengitter“/Screendoor-Effekt) kann störend wahrgenommen werden, HD-Projektoren leiden allerdings nicht mehr so stark unter diesem Problem wie frühere XGA-Geräte.
  • Aufgrund fixer Displayauflösung im Gerät ist die beste Qualität nur bei einer bestimmten Auflösung des Eingangssignals gegeben. Ansonsten ist eine qualitätsmindernde Skalierung nötig.
  • Bei frühen Geräten: Nachziehen des Bildes durch die Trägheit der LCDs.
  • Flüssigkristalle haben einen relativ beschränkten Betriebstemperaturbereich. Maßnahmen müssen getroffen werden, damit der Klärpunkt (Übergang von der flüssigkristallinen zur flüssigen Phase) nicht erreicht wird (Infrarotfilter, leistungsfähiger Lüfter).
  • LCD-Memory-Effekt (Einbrennen): Werden Stellen zu lange mit zu hellen Bildern angeregt, so werden diese Stellen langsam permanent dunkel. Nach einigen 1000 Stunden Betriebsdauer sind die elektro-optischen Eigenschaften einer Schicht mit organischen Flüssigkristallen infolge der hohen Lichtintensität (insbesondere des kurzwelligen Lichtanteils) permanent gestört. Bei Verwendung von Polarisationsfolien mit organischen Farbstoffen können auch deren optische Eigenschaften vermindert werden. Dadurch werden die Eigenschaften des Projektors (Kontrast, Farbspektrum) beeinträchtigt. Anorganische LCD-Panels, welche seit 2008 vermehrt eingesetzt werden, besitzen dieses Manko laut Herstellerangaben nicht mehr und besitzen eine „weit längere“, bisher noch unspezifizierte Lebensdauer.
  • Geräuschentwicklung durch Lüfter
  • Empfindlichkeit gegenüber Staub und Rauch, da sowohl die Lampe als auch die LCDs mit frischer Luft gekühlt werden müssen. Eine Einkapselung bzw. Versiegelung der optischen Einheit ist daher nicht möglich (im Gegensatz zu DLP-Projektoren). In sehr staubigen oder rauchigen Umgebungen lässt die Bildqualität daher schnell nach.
  • Fehlerhafte Konvergenz bei Mehr-Panel-Projektoren ist möglich.

DLP-Projektor[Bearbeiten]

Als Bildwandler eines DLP-Projektors (Digital Light Processing) kommt ein Digital Micromirror Device (DMD) zum Einsatz, eine Integrierte Schaltung, auf der sich für jeden einzelnen Bildpunkt ein winziger, durch einen elektrischen Impuls kippbarer Spiegel befindet. Die Bilderzeugung erfolgt durch gezieltes Ansteuern der Kippspiegel, so dass das Licht in Richtung der Projektionsoptik geleitet oder abgelenkt wird. Da diese Art der Bilderzeugung nur die zwei Zustände an und aus kennt, müssen Helligkeitsabstufungen durch schnelles Pulsieren erreicht werden. Die DLP-Spiegel schalten bis zu 5000-mal pro Sekunde.

Die meisten Geräte verwenden zur Erzeugung eines Farbbildes ein schnell rotierendes Farbrad, wobei mit einem DMD nacheinander alle drei Grundfarben projiziert werden. Bei DLP-Projektoren neuerer Bauart wurde die Anzahl der Farbsegmente auf sechs bis sieben erhöht, um bei Farbmischungen exaktere Resultate erzielen zu können. Beachtenswert ist der Einsatz eines transparenten Segmentes im Farbrad bei allen neueren Ein-Chip-DLP-Projektoren, welche nicht speziell für den Heimkinoeinsatz vorgesehen sind. Dies hat den Vorteil einer höheren Lichtleistung bei der Darstellung weißer Flächen. Allerdings geht das transparente Segment auf Kosten der Farblichtleistung, wodurch DLP-Projektoren bei der Projektion auf größere Flächen eine sichtbar schlechtere Farbdarstellung und Intensität besitzen. Bei Projektoren für den professionellen Bereich (zum Beispiel Kino) kommen drei separate Bildwandler (DMD) zum Einsatz. LED-Projektoren schalten die Farben elektronisch um. [2]

Der alleinige Technologieinhaber der DMD-Produktion ist die Firma Texas Instruments (TI).

Vorteile:

  • sehr hohe Geschwindigkeit, dadurch kein Nachleuchten bzw. Nachziehen des Bildes, hierdurch sehr gut für 3D-Projektion geeignet
  • kein Einbrennen des Bildes (z. B. bei Computerspielen)
  • höherer Kontrast (durch das tiefere Schwarz) als beim LCD-Projektor
  • weniger stark ausgeprägte Pixelstruktur als bei LCD-Projektoren
  • durch gekapselte Optik und langlebiges DMD weniger staubempfindlich als LCD-Projektoren.

Nachteile:

  • Aufgrund fixer Displayauflösung im Gerät ist die beste Qualität nur bei einer bestimmten Auflösung des Eingangssignals gegeben. Ansonsten ist eine qualitätsmindernde Skalierung nötig.
  • Regenbogeneffekte bei einigen Geräten mit Farbrad, wenn das Farbrad keine hohe Umdrehungsgeschwindigkeit hat (herstellerabhängig).
  • Bei der Darstellung bestimmter, einzelner Grau- bzw. Farbwerte kann es zu einem sichtbaren Flimmern kommen.
  • Farbtreue ist mitunter nicht gegeben. Insbesondere haben DLP-Projektoren ein Problem, sattes Grün darzustellen und auch alle Rot- und Orange-Farbtöne. Das betrifft hauptsächlich die Consumer-Geräte (Ein-Chip-DLP), da bei diesen die Farbradtechnik zum Einsatz kommt.
  • Geräte mit Weißsegment besitzen eine schlechtere Farblichtleistung als LCD-Projektoren der gleichen Helligkeitsklasse.
  • Geräuschentwicklung durch Lüfter und Farbrad

LED-Projektor[Bearbeiten]

LED-Taschenbeamer (14 Lumen)

Bei LED-Projektoren kommen LEDs (Light Emitting Diode) als Lichtquelle zum Einsatz. Bildgebend war anfangs ein DLP-Element. Neuere Videoprojektoren setzen auch die LCD-Technik ein.

Da die Lichtleistung von Leuchtdioden insbesondere im Grünen zwischen 540 und 610 Nanometern Wellenlänge nicht besonders hoch ist[3], gibt es hybride Produkte, bei denen das grüne Licht statt mit einer Leuchtdiode durch eine Laserdiode erzeugt wird.[4][5]

Vorteile:

  • LEDs besitzen im Vergleich zu herkömmlichen Projektorlampen eine höhere Energieeffizienz: Bei gleicher Lichtleistung wird weniger Energie in Wärme umgesetzt, wodurch der Kühlbedarf sinkt.
  • Der geringere Kühlbedarf erlaubt kleinere Gehäuse und geringere Lüftergeräusche (im Extremfall Passivkühlung).
  • Der geringere Energiebedarf ermöglicht den Betrieb mit einem Akku.
  • LEDs halten mehr als 20.000 Stunden, während herkömmliche Projektorlampen rund 4.000 Stunden halten.
  • Da die Farben durch sequenzielles Aufleuchten der RGB-LEDs gebildet werden, fällt auch das normalerweise bei DLP-Projektoren notwendige Farbrad weg.

Nachteile:

  • Aufgrund fixer Displayauflösung im Gerät ist die beste Qualität nur bei einer bestimmten Auflösung des Eingangssignals gegeben. Ansonsten ist eine qualitätsmindernde Skalierung nötig.
  • Die Lichtleistung von LEDs ist zum Teil erheblich geringer als bei herkömmlichen Projektorlampen. Vor allem günstige Geräte besitzen teilweise nur 1/100 der Lichtleistung herkömmlicher Projektoren. Im Sommer 2011 gab es den ersten LED-Projektor mit 1000 ANSI-Lumen[6].
  • Ein permanenter Lichtstromrückgang der LEDs lässt das Bild stetig dunkler werden. Ein LED-Wechsel ist teils nicht ohne Weiteres möglich. Eine teilweise eingesetzte adaptive Erhöhung des LED-Stroms kann diesen Helligkeitsverlust wieder ausgleichen.
  • Auch ohne Farbrad kommt es bei den DLP-basierten Modellen zum Regenbogeneffekt, da die Grundfarben nacheinander projiziert werden.

LCoS-Projektor[Bearbeiten]

Bei der LCoS-Technik (Liquid Crystal on Silicon), wobei ebenfalls Flüssigkristallanzeigen zum Einsatz kommen, werden die LCDs im reflexiven Modus verwendet. Anders als bei der DLP-Technik ist diese LCD-Technik bei den verschiedenen Herstellern durch abweichende Markennamen wie SXRD (Sony) oder D-ILA bzw. DLA (Sanyo) vertreten. Die Projektionsoptik gleicht derjenigen eines DLP-Projektors, weil die Flüssigkristallanzeigen auf einem Reflektor mit darunterliegender Ansteuerungselektronik angebracht sind. Der Hauptvorteil der LCoS-Chips besteht darin, dass sich die Signalleitungen zum Ansteuern der einzelnen Bildpunkte hinter der Spiegelfläche verbergen, so dass die Abstände zwischen den Bildelementen gegenüber einem herkömmlichen LCDs geringer ausfallen, wodurch der bekannte „Fliegengittereffekt“ deutlich reduziert ist und höhere Kontrastwerte und insbesondere ein tieferes Schwarz zu realisieren sind

Vorteile:

  • kompakte Bauweise
  • scharfe Bilder
  • geringer Helligkeitsverlust bei Einsatz hochauflösender LCDs

Nachteile:

  • Aufgrund fixer Displayauflösung im Gerät ist die beste Qualität nur bei einer bestimmten Auflösung des Eingangssignals gegeben. Ansonsten ist eine qualitätsmindernde Skalierung nötig.
  • leichtes Nachziehen des Bildes
  • LCD-Memory-Effekt
  • nachlassende Bildqualität mit zunehmender Betriebsdauer (Verringerung von Farbsättigung, Kontrast und Homogenität)

Laser-Projektor[Bearbeiten]

Die bislang nur für den professionellen Markt entwickelten Techniken setzen auf einen Bildaufbau mit Hilfe eines modulierten und schnell abgelenkten Laserstrahls. Zwei verschiedene Techniken sind bekannt: die Laser-Display-Technologie (siehe unten) und die GLV-Technik (Grating Light Valve). Streng genommen handelt es sich nicht um eine Projektion – Objektive dienen allein der Strahlaufweitung, nicht der Abbildung.

Bei der in Gera und Jena entwickelten Laser Display Technology (LDT) wird das Bild zeilenweise auf die Projektionsfläche geschrieben. Die Ablenkung erfolgt durch einen speziellen Scanner mit einem Facettenspiegel (Zeilenaufbau) und einem Kippspiegel (Zeilenvorschub). Der Laserstrahl wird zuvor moduliert, womit Helligkeit und Farbe jedes Bildpunktes definiert sind. Im Gegensatz zur GLV-Technologie wird der Speckle-Effekt des Lasers mit der LDT nahezu vollständig unterdrückt. Dazu wird der Laserstrahl im Picosekundenbereich gepulst. Gefährdungen durch den Laserstrahl werden durch die Kombination verschiedener Sicherheitstechniken ausgeschlossen. Projektionssysteme der Laser-Display-Technologie sind im Einsatz für Flugsimulatoren. Hier wird eine gesamte Halbkugel mit vier Projektoren ausgeleuchtet (360° horizontal × 90° vertikal).

Vorteile:

  • nahezu beliebig geformte Projektionsflächen
  • keine Fokussierung nötig
  • sehr hoher Kontrast
  • großer Gamut durch die Mischung reiner Grundfarben (RGB), also monochromatischen Lichts

Nachteile:

  • begrenzte Lichtstärke
  • die Laserprojektoren sind klassifiziert als Laserklasse 3R (GLV) oder 4 (LDT), der Betrieb ist daher nur durch entsprechend ausgebildetes Personal erlaubt.
  • potentielle Gefahr für das Auge durch direkt in das Auge gelenkte Strahlen

Alternativ gibt es auch Ansätze, bei denen der Laserstrahl aufgefächert und mit einem herkömmlichen Bilderzeuger (z. B. LCoS) kombiniert wird.

Siehe auch: Laser-TV

Anwendungsgebiet[Bearbeiten]

Je nach Einsatzzweck sind manche der oben genannten Projektionstechniken geeigneter als andere.

Für die Projektion von Filmen ist es sinnvoll, Projektoren mit Breitbildformat (bspw. 16:9, 16:10 oder 21:9) einzusetzen, da dabei schwarze Balken am oberen und unteren Bildrand reduziert werden können. Heimkinoprojektoren dieser Art gehen von einem gut abgedunkelten Vorführraum aus und sind nicht auf übermäßige Helligkeit ausgelegt, sondern eher auf natürliche Farbdarstellung. Häufig verfügen sie über große Lüfter, die für die gleiche Luftmassenbewegung langsamer drehen und dadurch weniger Lärm verursachen.

Aufgrund eines sehr guten Schwarzwertes haben viele DLP-Projektoren im Vergleich zu anderen Projektionstechnologien ein sehr großes Kontrastverhältnis von bis zu 4000:1. Für Heimkino optimierte LCD-Projektoren erreichen dynamische Spitzenkontrastwerte von 10000:1, vorwiegend durch Einsatz einer mechanischen Irisblende, die den Lichtstrom bei dunklen Bildern reduziert. Der Im-Bild-Kontrast von LCD-Projektoren liegt hinter dem von DLP-Projektoren, da die LCD-Technik auch bei schwarz gestellten Pixeln Restlicht durchlässt. Dies verschlechtert den Schwarzwert und reduziert den möglichen Kontrast.

Bei Präsentationen verwendet man historisch bedingt bis heute immer noch häufig das 4:3-Format. Immer mehr setzt sich das 16:9- bzw. 16:10-Bildformat auch im Büroumfeld durch, weil sowohl Laptops als auch die Displays von Desktop-PCs in diesem Format ausgeliefert werden. Die Verfügbarkeit von Bürovideoprojektoren mit diesem Seitenverhältnis steigt deshalb kontinuierlich. Videoprojektoren dieser Art sind häufig auf große Projektionshelligkeit ausgelegt, um auch in nicht besonders abgedunkelten Büroräumen ein sichtbares Bild erzeugen zu können. Es leidet häufig die Farbtreue (Genauigkeit der Farbdarstellung).

Technische Aspekte[Bearbeiten]

Leuchtstärke[Bearbeiten]

Gasentladungslampe eines Videoprojektors

Ein wesentliches Kriterium für die Nutzbarkeit von Videoprojektoren bei größerem Projektionsabstand oder großer Projektionsfläche ist die Helligkeit.

Handelsübliche Videoprojektoren verfügen über Leuchtstärken zwischen 1000 und 4500 Lumen, große Modelle für Konferenzräume oder Lichtspieltheater auch bis 30.000 Lumen. Der tatsächlich nutzbare Lichtstrom hängt von den Einstellungen des Projektors in Hinsicht auf Kontrast- und Farbverlauf ab. Bei einer ausgewogenen, natürlichen Farbmischung liegt er gelegentlich deutlich unter den nominell angegebenen Werten.[7] Die Helligkeitsangaben der Hersteller enthalten vergleichsweise große Toleranzen. Gewöhnlich liegt die Abweichung bei 10–20 %. Prinzipiell führt die Lampenalterung zu einem Helligkeitsverlust. Nach Erreichen ihrer vom Hersteller spezifizierten Lebensdauer soll die Helligkeit noch bei 50 % liegen.

Da die verwendeten Leuchtmittel üblicherweise einen wesentlichen Teil der zugeführten elektrischen Energie in Wärme umwandeln, müssen sie gekühlt werden, üblicherweise durch Lüfter. Besonders kompakte und besonders leistungsstarke Videoprojektoren fallen daher akustisch auf.

Heimkinomodelle verfügen neben in der Regel größeren Lüftern zum Teil über einen sogenannten Eco-Modus, bei dem die Helligkeit und die Lüfterdrehzahl reduziert werden. Neben der Geräuschreduktion werden dadurch die Lebensdauer der Lampe verlängert und das LCD-Einbrennen reduziert.

Projektionsverhältnis (auch Projektionsdistanz-Verhältnis)[Bearbeiten]

Mit dem Projektionsverhältnis lässt sich zu einem gegebenen Projektionsabstand die mögliche Bildgröße (bzw. der Größenbereich) oder zu einer gewünschten Bildgröße der nötige Projektionsabstand berechnen.

Das Projektionsverhältnis p gibt das Verhältnis von Projektionsabstand a zur Bildbreite b an und ist vom eingesetzten Objektiv abhängig. Da die Geräte üblicherweise mit einem Zoomobjektiv ausgestattet sind, wird für das Projektionsverhältnis ein Bereich angegeben. Bei einem Projektionsabstand von 6 Metern führt also ein Zoomobjektiv mit den Projektionsverhältnissen 1,8:1 bis 2,3:1 zu einem Bild, das eine minimale Breite von 2,61 Metern und eine maximale Breite von 3,33 Metern hat.

Die Bildbreite berechnet sich zu b = \tfrac{a}{p}, die Bildhöhe h lässt sich aus dem Seitenverhältnis bestimmen, d. h. h = \tfrac{3}{4}b bei Projektoren mit klassischem 4:3-Seitenverhältnis bzw. h = \tfrac{9}{16}b bei Geräten mit 16:9-Breitbildformat.

Handelsübliche Modelle besitzen je nach Objektiv ein Projektionsverhältnis zwischen 0,6:1 und 3,0:1. Die meisten herkömmlichen Geräte besitzen mögliche Projektionsverhältnisse zwischen 1,5:1 und 2,2:1, wobei es bezüglich der Flexibilität des Zooms bzw. des Projektionsverhältnisses starke Unterschiede gibt. Viele günstige Videoprojektoren verfügen über keinen Zoom; ihnen steht zur Bildgrößenveränderung nur die Verschiebung des Projektors auf die Projektionsfläche zu oder von dieser weg zur Verfügung. Professionelle Videoprojektoren verfügen zum Teil über die Möglichkeit, das Objektiv zu wechseln.

Positionierung und Trapezverzerrung[Bearbeiten]

Projiziert das Gerät nicht frontal auf die Bildwand, sondern horizontal oder vertikal versetzt, sodass die Projektionsachse nicht mehr senkrecht zur Projektionsebene steht, so entsteht eine Trapezverzerrung des Bildes. Der weiter vom Projektor entfernte Bildrand vergrößert sich dadurch, während der dem Projektor am nächsten entstehende Bildrand verkleinert wird. Die Verzerrung kann analog per Linsenverstellung (engl. lens shift) oder digital per Keystone-Korrektur kompensiert werden.

Möglichkeiten zur Linsenverstellung finden sich in der Regel erst bei höherwertigen Modellen für den professionellen Einsatz oder bei Heimkinomodellen. Sie erfolgt mechanisch und lässt die Auflösung des Projektors unbeschadet.[7] Geräte mit dieser Option werden nicht gekippt, um das Bild abseits der Projektionsachse unverzerrt darzustellen.

Schräg projizierender Videoprojektor im Einbaurahmen

Geräte ohne Linsenverstellungsmöglichkeiten werden üblicherweise gekippt, wenn sie abseits der zentralen Bildnormalen aufgestellt werden, aber trotzdem auf den gleichen Projektionsbereich zielen. Viele Geräte sehen zur Korrektur der dabei auftretenden Trapezverzerrung die Keystone-Korrektur vor, die das Bild digital verzerrt, bevor es projiziert wird. Im Optimalfall kompensiert diese beabsichtigte Verzerrung die Verzerrung durch die schräge Projektion, sodass auf der Bildwand die erwarteten parallelen Ränder und Linien entstehen. Nachteilig an diesem Vorgehen sind die reduzierte Auflösung, durch die Interpolation verursachte Unschärfen und Treppenartefakte im Bild, die herabgesetzte effektive Lichtleistung und die bei gut abgedunkelten Räumen sichtbaren Schwarzbereiche außerhalb des eigentlichen Bildes. Der letzte Effekt tritt vor allem bei LCD-Projektoren auf.

Lautstärke und Geräuschentwicklung[Bearbeiten]

Das Leuchtmittel in einem Videoprojektor erzeugt Abwärme, die in der Regel durch einen oder mehrere Lüfter abtransportiert wird. Abhängig vom Einsatzort und -zweck, der daraus resultierenden Baugröße des Projektors und der lichterzeugenden Technologie kommen unterschiedlich große Lüfter mit von dieser Größe abhängigen Drehzahlen zum Einsatz. Lüfterbasierte Kühlkonzepte verursachen akustisches Rauschen. Um dieses zu mindern, bieten Videoprojektoranbieter vor allem im Heimkinobereich einen so genannten Öko-Modus an, in dem die Leuchtdichte herabgesetzt wird. Dadurch ist es möglich, die Lüfterdrehzahl herabzusetzen.

Heimkinoprojektoren sind meist voluminöser gebaut, sodass große Lüfter verbaut werden können, die einen spezifizierte Luftmengendurchsatz mit geringerer Drehzahl als bei kleineren Lüftern realisieren. Dies ermöglicht einen geräuscharmen Betrieb in Sitzplatznähe.

Büroprojektoren sind auf Helligkeit ausgelegt, um auch bei Tageslicht ein gut ablesbares Bild projizieren zu können. Dies führt zu einer stärkeren Erhitzung des Leuchtmittels, was wiederum einen größeren Kühlungsbedarf bedingt. Folglich müssen die Lüfter groß und/oder schnell drehend sein. Die verglichen mit Heimkinoprojektoren größere Geräuschentwicklung wird aufgrund eines ohnehin lauteren Büroumfeldes toleriert.

Professionelle Projektoren wie im Bereich digitaler Kinoprojektion oder Konferenzprojektoren für große Säle sind durch die hohe Lautstärke des Lüfters zum Teil recht laut. Sie projizieren in der Regel aus größerer Entfernung zu den Zuschauern oder, in Kinos, aus abgetrennten Räumen.

Die Lautstärke kann in dB spezifiziert werden. Leise Videoprojektoren erzeugen weniger als 25 dB, laute mehr als 30 dB.[8] Sehr leise Projektoren erzeugen Geräusche im Bereich von 19 Dezibel,[9] sehr laute erreichen sogar knapp 50 Dezibel.[10]

Anschlussmöglichkeiten[Bearbeiten]

Triggerausgang, HDMI-, PC- (VGA-), S-Video-, Composite- und Komponenten-Eingang
S-Video-, Composite-, Komponenten- und SCART-Eingang

Videoprojektoren verarbeiten analoge und spätestens seit ca. 2005 (preisabhängig) digitale Bildsignale (vom z. B. DVD-Player, PC, Videorekorder, DV-Camcorder, TV-Tuner usw.). Man findet analoge Anschlüsse wie YPbPr-Komponenten-Video-Eingänge (drei Cinchstecker), SCART, S-Video, Composite Video, RGBHV oder VGA vor. Da die meisten aktuellen Videoprojektoren intern digital arbeiten (LCD, DLP usw.), werden analoge Eingangssignale zunächst digitalisiert, was zu Qualitätseinbußen führen kann.

Digitale Eingänge (in der Regel HDMI, seltener DVI) am Videoprojektor sind meistens in der Lage, verschlüsselte Signale zu verarbeiten (HDCP).

Im professionellen Bereich gibt es zudem auch das Serial Digital Interface (SDI) beziehungsweise HD-SDI mit hoher Bildauflösung.

Es existieren gelegentlich weitere Sonderanschlüsse. Bei Heimkino-Projektoren findet man beispielsweise sog. Trigger, die das Entrollen beziehungsweise Aufrollen einer motorisierten Bildwand auslösen können. Fest zu montierende Projektoren sind manchmal mit einer seriellen Schnittstelle ausgestattet, über die man das Menü fernsteuern kann. Weiterhin gibt es Geräte mit Buchsen für eine Kabelverbindung mit einer Fernbedienung.

Zubehör[Bearbeiten]

Die Handhabung und die Qualität der Videoprojektion werden neben den Leistungsmerkmalen der Beamer selbst auch durch wichtige Zubehörkomponenten beeinflusst: Beamerhalterungen und Leinwände. Für mobile oder temporäre Wiedergabe stehen beispielsweise Beamerstative oder Beamerwagen zur Verfügung, während Decken- oder Wandhalterungen für die Festinstallation bestimmt sind. Ähnliche Kriterien ergeben sich für die Projektionsflächen. Wo dauerhaft eine Projektionsfläche gewünscht wird, stellen speziell beschichtete Flächen oder fixe Rahmenleinwände eine gute Wahl dar. Für die mobile Projektion sind Spannleinwände verfügbar. Wo zum Beispiel im Heimkino-Bereich aus Platzgründen keine fixe Projektionsfläche verfügbar ist, haben sich Rollleinwände mit oder ohne Motorantrieb bewährt.

Selbstbauprojekte[Bearbeiten]

2004 erlangte die Veröffentlichung der Computerhardware-Internetseite Tom’s Hardware Guide größere Bekanntheit, in der eine Bauanleitung[11] gegeben wurde, wie man aus einem (gebrauchten) Flachbildschirm und einem Tageslichtprojektor einen XGA-Beamer im Eigenbau erstellt. Die Anleitung ging davon aus, dass die notwendige Hardware bei eBay erstanden wird, was zu benannten Materialkosten von 250 Euro führte.

Bedarf an Alternativen zu üblichen Videoprojektoren bestand zum Teil aufgrund der damaligen hohen Neupreise für Videoprojektoren mit Auflösungen über 800 × 600 Bildpunkten und der teuren Ersatzlichtquellen. Tageslichtprojektoren werden zum Teil mit handelsüblichen Glühlampen betrieben, was im Preisvergleich sehr für den Eigenbau-Projektor sprach.

Gegen diese Art von Videoprojektoren sprechen verschiedene Argumente. Die Ausleuchtungseinstellmöglichkeiten eines Tageslichtprojektors sind minimal. Das Flachbildschirmpanel ist nicht auf die Leuchtdichte und Ausleuchtung eines Projektors ausgelegt, weshalb die Bildqualität professioneller Geräte nicht erreicht werden kann. Farbverzerrungen sind ein typisches Merkmal. Weiterhin verbrauchen Tageslichtprojektoren verhältnismäßig viel Energie.

Selbst mit einem Smartphone kann man einen einfachen Projektor herstellen. In einer selbstgebauten „Dunkelkammer“ wird durch eine Lupe der Handybildschirm an die Wand projiziert. Leider ist die Ausleuchtung des Projektors nicht optimal, sodass die Schärfe eines professionellen Geräts nicht erreicht werden kann.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Projektoren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beamer-Test – Projektoren-Test – Datenbeamer-Test. Mediastar GmbH, abgerufen am 7. Januar 2009.
  2. http://www.mediastar.de/beamer_test.html
  3. Meaglow Commercializing InGaN, marketwire.com, 30. August 2012, online abgerufen am 25. Februar 2013
  4. Laser für grünes Licht, Acer K750: Der Beamer mit dem Laser, test.de, online abgerufen am 25. Februar 2013
  5. Acer: Full-HD-Beamer mit Laser-LED-Technik, Heise online, online abgerufen am 25. Februar 2013
  6. http://www.mini-beamer-vergleich.de/samsung-sp-f10m-led-projektor.html Samsung SP-F10M
  7. a b Die besten Tipps zum Beamer Stiftung Warentest
  8. infothema.de
  9. Stand 2010-2012, Beispiele: JVC HD350 19 dB, Sanyo Z3000 19 dB
  10. computeruniverse.net
  11. XGA-Beamer im Eigenbau
  12. Selbstbauanleitung für einen Smartphone Projektor. Handysektor - das Informationsportal zu Medien für Jugendliche. Abgerufen am 20. März 2014.