Vientiane
17.966667102.6Koordinaten: 17° 58′ N, 102° 36′ O
| ວຽງຈັນ Vientiane |
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| Basisdaten | ||
| Staat | Laos | |
| Präfektur Vientiane | ||
| ISO 3166-2 | LA-VT | |
| Fläche | – | |
| Metropolregion | 3920 km² | |
| Einwohner | – | |
| Metropolregion | 754.000 (2009) | |
| Dichte | – | |
| Metropolregion | 192,3 Ew./km² | |
Vientiane (Lao: ວຽງຈັນ) ist seit 1975 die Hauptstadt der Demokratischen Volksrepublik Laos. Vientiane ist die bis heute international gängige Stadtbezeichnung der früheren französischen Kolonialregierung. Auf Lao heißt die Stadt Vieng Chan bzw. Viang Chan (Aussprache: [wíaŋ tɕàn]), was „Stadt des Mondes“ oder „Stadt des Sandelholzes“ bedeutet (Vieng = Stadt, Chan = Mond oder Sandelholz). Der offizielle Name lautet (auf Englisch) Vientiane Capital zur Unterscheidung von der gleichnamigen Präfektur und von der Provinz. Vientiane ist das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum des Landes. Offiziell hat die Stadt etwa 350.000 Einwohner, im gesamten Ballungsraum leben etwa 620.000 Menschen.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Die Stadt und das Umland liegen in einer Tiefebene auf einer Fläche von ungefähr 4.000 Quadratkilometern. Vientiane erstreckt sich inmitten einer üppigen Landschaft über mehrere Kilometer am Ufer des Mekong, der die Landesgrenze zu Thailand bildet. Seit 1994 sind beide Länder durch die sogenannte „Thai-Lao-Freundschaftsbrücke“ verbunden, die hier als erste Brücke über den Unterlauf des Mekongs überhaupt erbaut wurde.
Klima [Bearbeiten]
Vientiane befindet sich in der tropischen Klimazone mit einer deutlichen Regen- und Trockenzeit. Die Trockenzeit dauert von November bis März. Im April beginnt die Regenzeit die ca. sieben Monate dauert. Vientiane ist üblicherweise das ganze Jahr durchgehend heiß bei hoher Luftfeuchtigkeit.
| Vientiane | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Vientiane
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Geschichte [Bearbeiten]
Eine Besiedlung lässt sich seit der Steinzeit feststellen. Gegründet im 13. Jahrhundert als Stadt im Reich Lan Chang, entwickelte sich Vientiane stetig neben der eigentlichen Hauptstadt Luang Prabang. 1563 schließlich wurde Vientiane zur neuen Hauptstadt. Im Zuge der burmesischen Expansionspolitik wird Vientiane 1575 für sieben Jahre besetzt. Nach der Vertreibung der Burmesen bilden sich für kurze Zeit zwei getrennte Reiche (Luang Prabang und Vientiane), die 1591 von König Nokeo Kumane wieder vereinigt werden. Nach der Zerstörung von Ayutthaya im Jahr 1767, der Hauptstadt des siamesischen Königreiches Ayutthaya, gerät auch Vientiane wieder in die Reichweite der Burmesen und ist anschließend Teil des wiedererstarkten siamesischen Reiches. Der laotische Staat ist praktisch nicht mehr erkennbar. 1887 wird Vientiane durch Abtretung Siams ein Teil von Französisch-Indochina, entwickelt sich jedoch kaum, da die Franzosen ihre Interessen auf Vietnam konzentrieren. 1940, nachdem Deutschland Frankreich im Zweiten Weltkrieg militärisch besiegt hatte, nehmen die Japaner Vientiane und ganz Laos in ihre Gewalt, lassen jedoch offiziell die französische Kolonialverwaltung im Amt. Am 1. September 1945, nachdem in Asien der Zweite Weltkrieg beendet worden war, erklärt sich das Königreich Laos gegen den Widerstand Frankreichs für unabhängig. Nach der Niederlage der US-Amerikaner in Südostasien übernehmen die kommunistischen Pathet Lao am 2. Dezember 1975 die Macht in Vientiane, ohne größeres Blutvergießen anzurichten.
Wirtschaft und Bildung [Bearbeiten]
Mehr als 25 % aller mittelständischen Unternehmen des Landes sind in Vientiane beheimatet. Die Industrie beschränkt sich auf eine Brauerei (Beerlao), einen Pepsi-Abfüllbetrieb, die Produktion von Reinigungsmitteln, eine Zigarettenfabrik sowie diverse Holzverarbeitungsbetriebe. 20 % des Exports gehen direkt nach Thailand: hauptsächlich Textilien, Holz und Holzprodukte, aber auch Strom aus Wasserkraft. Am Stadtrand befindet sich der internationale Flughafen. China plant den Bau einer Eisenbahn-Schnellfahrstrecke nach Vientiane. Die für April 2011 geplanten Bauarbeiten wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.[2] Im November 2011 wurde jedoch bekannt gegeben, dass mit dem Baubeginn innerhalb der nächsten fünf Jahre gerechnet wird. [3]
Hauptstadt und Umland sind die größten Tabak-, Reis- und Zuckerrohrproduzenten des Landes. Zur besseren Wirtschaftsförderung in Vientiane soll nach den 450-Jahr-Feierlichkeiten eine Hauptstadt-Handelskammer gegründet werden.
In Vientiane befindet sich der größte Teil der einzigen Universität des Landes, die National University of Laos (NUOL); außerdem das höchste Gebäude des Landes, das 14stöckige Don Chan Palace.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Viele gut erhaltene französische Kolonialbauten und das Monument des Morts, das entfernte Ähnlichkeit mit dem Arc de Triomphe in Paris hat
- Pha That Luang (königlicher Stupa), das Wahrzeichen des Landes aus dem 16. Jahrhundert, stellt die Vereinigung von Buddhismus und laotischer Kunst dar
- Lao Revolutionary Museum, umfangreiche Sammlungen zur Geschichte des Landes
- Wat Ho Prakeo, ein früherer königlicher Tempel
- Wat Si Saket, einer der ältesten Tempel der Stadt
- Nachtmarkt
- Erste Thai-Lao-Freundschaftsbrücke, 1774 Meter lange Brücke über den Mekong, die Laos mit Thailand (Nong Khai) verbindet
Literatur [Bearbeiten]
- Marc Askew, Colin Long, William Logan: Vientiane. Transformations of a Lao Landscape. Routledge 2006, ISBN 978-0-415-33141-8
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ geohive.com Einwohnerstatistik Laos
- ↑ rfa.org: High-speed Railway Delay, 26. April 2011, Zugriff am 22. November 2011
- ↑ laovoices.com: Laos-China railway not losing speed : Lao Voices, 14. November 2011, Zugriff am 22. November 2011