Vier-Länder-Turnier (1988)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das vom Deutschen Fußball-Bund 1988 in Berlin ausgetragene Vier-Länder-Turnier war ein Einladungsturnier für Nationalmannschaften und blieb bisher unter der Regie des DFB einmalig. Das Turnier fand vom 31. März bis 2. April 1988 statt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Bundesrepublik Deutschland war zum Ausrichter der Fußball-Europameisterschaft 1988 bestimmt worden, musste damals jedoch aufgrund der noch bestehenden Teilung des Landes auf Berlin als Spielort, eventuell sogar als möglichen Austragungsort für das Endspiel, verzichten. Dieser Kompromiss war auf Drängen der Sowjetunion und der DDR von Seiten des DFB, unter Führung von Hermann Neuberger, akzeptiert worden und somit bekam die BR Deutschland den Zuschlag als Gastgeberland. Als Kompensation dafür, dass Berlin mit seinem Olympiastadion nicht als Spielort vorgesehen war, wurde über Ostern des Jahres 1988 ein Vierländer-Turnier veranstaltet.

Modus[Bearbeiten]

Vorgesehen war ein Halbfinale, aus dem die Sieger in das Endspiel, die Verlierer in ein Spiel um Platz 3 einzogen. Bei einem Unentschieden nach 90 Spielminuten gab es keine Verlängerung, sondern direkt ein Elfmeterschießen. Eingeladen zu dem Turnier wurden, neben dem Gastgeber und damaligen Vizeweltmeister Deutschland, folgende Nationen:

Turnierverlauf[Bearbeiten]

Das erste Halbfinalspiel bestritten Gastgeber Deutschland und Schweden, wobei sich eine Partie auf nur mäßigem Niveau entwickelte. Nach 90 Minuten stand es 1:1, es wurde ein Elfmeterschießen fällig, wobei die Schweden sich mit 4:2 durchsetzen konnten. Im zweiten Spiel trafen Argentinien und die Sowjetunion aufeinander. Diese Partei entschied die UdSSR mit 2:0 für sich und erreichte das Endspiel. Im Spiel um Platz drei gelang Deutschland mit einem 1:0 durch ein Tor von Lothar Matthäus (30. Minute) gegen Argentinien die Revanche für das verlorenene WM-Endspiel aus dem Jahr 1986. Im Finale konnte sich Schweden, eigentlich in der Außenseiterrolle, mit 2:0 gegen die Sowjets durchsetzen und wurde somit Turniersieger.

Endstand[Bearbeiten]

  1. Schweden
  2. UdSSR
  3. Bundesrepublik Deutschland
  4. Argentinien

Resonanz[Bearbeiten]

Obwohl das Turnier mit Weltmeister Argentinien und seinen Weltstars Claudio Caniggia und Diego Maradona, sowie dem EM-Geheimfavoriten UdSSR mit Spielern wie Oleh Protassow oder Rinat Dassajew gut bestückt war, fand es beim Publikum kaum Zuspruch. Die Spiele wurden nur mäßig bis schlecht besucht. Letztlich war die Leistung der Argentinier als amtierender Weltmeister eher enttäuschend, bestenfalls durchschnittlich fiel die Leistung der DFB-Auswahl aus, die das Turnier als Testlauf für die Fußball-Europameisterschaft 1988 im eigenen Land nutzen wollte. Insgesamt wurde die Schlussbilanz des Turniers von den Verantwortlichen als ernüchternd bewertet.

Weblinks/Quellen[Bearbeiten]