Viertelwellenstrahler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Viertelwellenstrahler mit Groundplane.

Ein Viertelwellenstrahler, auch Marconi-Antenne nach dem italienischen Physiker und Elektroingenieur Guglielmo Marconi, ist eine Antenne (Stab, Mast, Draht), deren Baulänge einem Viertel der abzustrahlenden Wellenlänge λ entspricht. Ein Viertelwellenstrahler ist ein halber Halbwellen-Dipol; der andere Pol muss durch ein "Gegengewicht" gebildet werden, das den gleichen Strom aufnehmen kann wie der Viertelwellenstrahler. Bei großen Wellenlängen ist dies ein Erdnetz um den Sendemast herum, bei kleineren Wellenlängen verwendet man sternförmig angeordnete Stäbe (siehe Groundplane-Antenne) oder z. B. die Fahrzeugkarosserie, die Leiterplatte oder das Gehäuse des Gerätes: Bei Handgeräten dient dazu auch der menschliche Körper. Etwa in dieser Reihenfolge verschlechtert sich auch die elektrische Qualität des "Gegengewichtes" und damit der Wirkungsgrad.

Mit 36 Ω ist die Impedanz eines Viertelwellenstrahlers etwa halb so groß wie die eines symmetrischen offenen λ/2-Dipoles (ca. 73 Ω) und ein Achtel eines Faltdipoles (240 Ω).

Viertelwellenstrahler werden für UKW (Funkdienste, Fahrzeuge) und zum Teil auch für KW (Stab, teilweise elektrisch verkürzt, mobile Antennen, CB-Funk), für LW und MW als selbststrahlender Sendemast ausgeführt.

Ein vertikaler Viertelwellenstrahler strahlt entlang der Erdoberfläche in alle Richtung gleich stark, während direkt über ihm ein Minimum der Abstrahlung herrscht. Ein Viertelwellenstrahler auf einer leitfähigen Fläche strahlt gegenüber einem senkrechten Halbwellendipol verstärkt im Winkelbereich von 50 bis 70 Grad nach oben.

λ/4-Strahler können wie auch andere Dipolantennen mechanisch verkürzt werden, indem man nahe dem Fußpunkt eine Induktivität einfügt. Dadurch verschlechtert sich die Abstrahlung, die Impedanz bleibt bei richtiger Größe der Induktivität gewährleistet. Besteht die gesamte Antenne aus einer Wendel (z.B. in den sogenannten Gummiwürsten vieler Handfunkgeräte), werden diese oft nicht ganz zutreffend als Wendelantenne bezeichnet, obwohl die Abstrahlrichtung weiterhin derjenigen eines Dipoles (quer zur Ausdehnung) entspricht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Freyer: Antennentechnik für Funkpraktiker. 1. Auflage, Franzis-Verlag GmbH, Poing 2000, ISBN 3-7723-4693-6
  • Gerd Klawitter: Antennenratgeber Empfangsantennen für alle Wellenbereiche. 6. Auflage, Verlag für Technik und Handwerk, Baden-Baden 2005, ISBN 3-88180-613-X