Vigo

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Vigo (Begriffsklärung) aufgeführt.
Vigo
Zentrum und Hafen von Vigo
Zentrum und Hafen von Vigo
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Vigo
Vigo (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Galicien
Provinz: Pontevedra
Koordinaten 42° 14′ N, 8° 43′ W42.233333333333-8.71666666666670Koordinaten: 42° 14′ N, 8° 43′ W
Höhe: msnm
Fläche: 109,1 km²
Einwohner: 296.479 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 2.717,5 Einw./km²
Postleitzahl: 36200 - 36392
Gemeindenummer (INE): 36057 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Nächster Flughafen: Flughafen Peinador
Verwaltung
Bürgermeister: Abel Caballero Álvarez (PSOE)
Offizielle Webpräsenz

Vigo (gal. und span. [ˈbiɣo]) ist eine Hafen- und Industriestadt im Nordwesten Spaniens.

Vigo liegt in der Provinz Pontevedra in der autonomen Region (Comunidad Autónoma) Galicien (Galicia) an der nach der Stadt benannten über 30 km langen Ría de Vigo am Atlantischen Ozean. Am 1. Januar 2013 hatte Vigo 296.479, unter Einbeziehung der Vororte 420.672 Einwohner (Stand 2010). Damit ist es die größte Stadt Galiciens. Vigo ist mit der Universität Vigo einer der spanischen Hochschulstandorte.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Vigo verfügt über einen der größten natürlichen Häfen Spaniens und ist Standort der größten Fischereiflotte des Landes. Der Hafen von Vigo hat bei der Versorgung mit Meeresprodukten für den menschlichen Verzehr die weltweit größte Bedeutung. Vigo ist Sitz der Europäischen Fischereiaufsichtsagentur. In Vigo befindet sich darüber hinaus ein Werk des französischen Automobilherstellers PSA (Peugeot-Citroen), in dem die Modelle C4 Picasso und Berlingo hergestellt werden.

Die Stadt ist über den auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Redondela liegenden Flughafen Peinador per Flugzeug erreichbar. Die Fluggesellschaften Iberia, Air Europa und Air France verbinden den internationalen Flughafen von Vigo-Peinador mit Direktflügen (mehrmals täglich) nach Barcelona, Bilbao, Madrid, Paris, (einmal täglich, mehrmals wöchentlich oder wöchentlich) Alicante, Gran Canaria, Málaga, Palma de Mallorca, Sevilla und Teneriffa, seit Sommer 2008 auch nach London.

Luftaufnahme von Vigo

Geschichte[Bearbeiten]

Vigo wurde von den Römern gegründet (Vicus). Die spätere mittelalterliche Siedlung befand sich am Fuße des Berges O Castro und schloss das heutige Altstadtviertel Berbés mit ein.

Ende des 10. Jahrhunderts fiel Maurenherrscher Almanzor über die Stadt her, und erst 1170 konnte Fernando II. (1157–1188) Vigo neu besiedeln. Ständige Raubzüge der Normannen und die Pest im 14. Jahrhundert (fast die gesamte Bevölkerung starb) setzten den Viguesen stark zu. Nachdem Karl V. die Stadt 1529 mit Privilegien ausstattete, blühte Vigo vor allem durch den Südamerika-Handel auf. Sir Francis Drake ließ das unbefestigte Vigo 1589 im Zuge der Gegenarmada gründlich zerstören. 1619 plünderten türkische Piraten in der Ría de Vigo, danach bekam Vigo seine Stadtmauern. 1702 endete die Seeschlacht von Vigo zwischen einer spanisch-französischen Goldarmada und englisch-niederländischen Geschwadern mit einem Raubzug der siegreichen Engländer durch Vigo. Napoleons Truppen marschierten 1808 in der Stadt ein, nach drei Monaten französischer Besatzung wurden sie von den Viguesen wieder vertrieben. Um 1840 lebten nur noch 5.500 Menschen in Vigo. Bereits 1853 erschien der Faro de Vigo, die älteste Zeitung Spaniens.

Nach der Transición wurde Vigo neben Madrid zu einem der Zentren der Movida, des kulturellen Aufbruchs nach dem Ende der Franco-Diktatur.

Im Jahre 1980 versenkte die Tierschutzorganisation Sea Shepherd im Hafen von Vigo die Walfänger Isba I und Isba II.

Felsen bei Vigo
Vigo / Yachthafen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Von den drei Islas Cíes (der Ría de Vigo vorgelagerte Inseln) sind nur die Illa do Norte und die sich südlich anschließende Illa do Faro mit der Fähre zu erreichen; für die kleinere Illa do Sur benötigt man ein eigenes Boot. Der 433 Hektar große Archipel ist ein beliebtes Naherholungsgebiet mit herrlichen Stränden und Naturschutzgebiet, wo man nistende Möwen, Kormorane und Fischreiher beobachten kann. Der Strand der Illa do Norte wurde von der britischen Tageszeitung The Guardian zum schönsten Strand der Welt gewählt.
  • die Altstadt, das alte Fischerviertel Berbés und der Hafen
  • Vigo besitzt den einzigen Zoo Galiciens, er liegt auf einem 240 m hohen Berg, ist etwa 45.000 m² groß und beherbergt rund 600 Tiere (Löwen, Pumas, Schwarzbären, Bisons und Reptilien).
  • die Rande-Brücke an einer Verengung der Ria
  • der Castro, alte Festung von Vigo
  • die Playa de Samil, der größte Strand der Stadt
  • die Einkaufsstraßen Príncipe, Urzáiz und Gran Vía.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Vigo ist Endpunkt der Eisenbahnlinie MonforteOrense—Vigo. Da der Hauptbahnhof Urzaíz derzeit umgebaut wird, um eine Verbindung an das spanische Hochgeschwindigkeitsnetz zu errichten, dient der neu errichtete Bahnhof Vigo-Guixar als Übergangslösung. Es bestehen Zugverbindung innerhalb Galiziens, nach Barcelona, Valencia, Madrid und Bilbao sowie ins portugiesische Porto. An das spanische Fernstraßennetz ist Vigo durch die Autopista AP-9 angeschlossen, die östlich an der Stadt vorbei führt. Von der Abfahrt Vigo bis ins Zentrum führt die Autopista AP-9V.

Der Hafen von Vigo ist vor allem für die Fischerei bedeutsam. Er bedient den größten Fischmarkt weltweit. Neun Kilometer östlich des Stadtzentrums liegt der Flughafen Vigo.

Bildung[Bearbeiten]

Vigo ist Standort einer technisch ausgerichteten Universität, an der mehr als 20.000 Studenten eingeschrieben sind.

Sport[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Vigo unterhält Städtepartnerschaften mit

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vigo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien