Vijender Kumar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vijender Kumar

Vijender Kumar Singh (Hindi: विजेंदर कुमार सिंह; * 29. Oktober 1985 im Dorf Kaluwas im Distrikt Bhiwani, Haryana) ist ein indischer Boxer. Er gewann bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking eine Bronzemedaille im Mittelgewicht.

Werdegang[Bearbeiten]

Vijender Kumar wuchs in seinem Geburtsort als Sohn eines Busfahrers auf und kam durch einen jüngeren Bruder zum Boxen, das er zuerst nur spielerisch betrieb. Nachdem er in Bhiwani eine höhere Schule besuchte, kam er zum Bhiwani Sports Authority of India Center for Boxing und befasste sich bei Trainer Jagdish Singh ernsthaft mit dem Boxen.

Er entwickelte sich sehr schnell zu einem hervorragenden Techniker, der im Juniorenbereich mehrere regionale Meisterschaften gewann. Es folgten mehrere Trainingsaufenthalte im Ausland unter anderem auch in Kuba. Inzwischen arbeitet Vijender Singh bei der Haryani-Polizei und arbeitet im Bhiwani Boxing Club schon als Trainer.

Im Jahre 2003 wurde Vijender Kumar in der Gewichtsklasse bis 64 kg Körpergewicht (damals Halbweltergewicht) mit einem Sieg über Harrinder Singh erstmals indischer Meister. In den Jahren 2004 und 2005 wurde er jeweils indischer Vizemeister im Weltergewicht. Für die folgenden Jahre sind die Ergebnisse der indischen Meisterschaften nicht bekannt.

Sein Debüt im internationalen Ring gab Vijender Kumar bei den Südasiatischen Meisterschaften 2004 in Islamabad. Im Halbweltergewicht belegte er dort nach einer Finalniederlage gegen Faisal Karim aus Pakistan den 2. Platz. Im gleichen Jahr startete er auch schon bei den Olympischen Spielen in Athen. Er verlor dort aber gleich seinen ersten Kampf gegen Mustafa Karagollu aus der Türkei knapp nach Punkten (20:25) und belegte gemeinsam mit den Verlierern dieser Runde den 17. Platz.

Bei den Asiatischen Meisterschaften 2005 in Ho-Chi-Minh-Stadt schied Vijender Kumar im Weltergewicht im Viertelfinale nach einer Punktniederlage gegen Reza Ghazzimi aus dem Iran aus und belegte damit den 5. Platz. Im gleichen Jahr bestritt er auch die Weltmeisterschaft in Mianyang/China. Im Weltergewicht siegte er dabei über Darius Jasevicius aus Litauen nach Punkten, hatte aber dann das Pech auf Erislandi Lara aus Kuba zu treffen, gegen den er aus dem Kampf genommen werden musste. Erislandi Lara wurde dann auch Weltmeister und Vijender Kumar kam auf den 17. Platz.

Im Jahre 2006 belegte Vijender Kumar bei den Südasiatischen Meisterschaften in Colombo, Sri Lanka, im Mittelgewicht den 1. Platz. Er besiegte dabei Anuruddha Fernando aus Sri Lanka u. Allah Bux aus Pakistan. Auch bei den Asienspielen 2006 in Doha gewann er mit Mittelgewicht eine Medaille. Er schlug dort Mustafa Farrah aus Syrien nach Punkten (34:18), wurde Abbruchsieger in der 2. Runde über Schukuralla Aladjanow aus Turkmenistan und unterlag im Halbfinale gegen Bachtiar Artajew aus Kasachstan nach Punkten (24:29). Schließlich belegte er bei den Commonwealth Games in Melbourne im Mittelgewicht den 2. Platz. Nach einem Sieg im Halbfinale über Neil Perkins aus England unterlag er dort im Finale gegen Bongani Mwelase aus Südafrika.

Im Jahre 2007 kam Vijender Kumar beim 29. Kings-Cup in Bangkok im Mittelgewicht bis in das Finale, in dem er gegen Elshod Rasulow aus Usbekistan nach Punkten unterlag (5:19). Bei den Asien-Meisterschaften dieses Jahres in Ulaanbaatar siegte er über Wang Jianzheng aus China (19:14), Mustafa Farrah aus Syrien (21:7) und Suriya Prasathinpimai aus Thailand nach Punkten, ehe er im Finale wieder gegen Elschod Rasulow nach Punkten (3:14) verlor. Bei der Weltmeisterschaft in Chicago siegte er zunächst über Ronald Gavriil aus Rumänien nach Punkten (25:14), verlor aber dann gegen Alfonso Blanco aus Venezuela (9:13), womit er wieder den Sprung unter die besten 16 Boxer (Achtelfinale) verpasste und auf dem 17. Platz landete.

Im Jahre 2008 scheiterte Vijender Kumar im Januar in Bangkok bei der ersten asiatischen Olympia-Ausscheidung mit einem 5. Platz im Mittelgewicht. Nach einem Sieg über Jasur Kurbanow aus Tadschikistan verlor er dort im Viertelfinale gegen Cho Deok-Jin aus Korea. Er ging deshalb auch bei der Olympia-Ausscheidung im März 2008 in Astana an den Start. Er besiegte dort Möngöntsoodschyn Nandin-Erdene aus der Mongolei (23:10), Hamyoun Amiri aus dem Iran (19:13) und Cho Deok-Jin (15:3) und qualifizierte sich damit als Turniersieger im Mittelgewicht für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking.

In Peking überzeugte Vijender Kumar. Er besiegte dort im Mittelgewicht Badou Jack aus Gambia (13:2), Angkhan Chomphuphuang aus Thailand (13:3) und Carlos Gongora aus Ekuador (9:4) nach Punkten. Im Halbfinale traf er auf Emilio Correa Bayeux aus Kuba, dem er nach gutem Kampf knapp mit 5:8 Wertungstreffern unterlag. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille war er der erste indische Boxer überhaupt, der eine olympische Medaille gewann.

Bei den Asienmeisterschaften 2009 errang Kumar die Bronzemedaille. Er gewann dabei u.a. gegen Abbos Atoyev, Usbekistan (10:7). Dieselbe Platzierung erkämpfte er sich auch bei den Weltmeisterschaften 2009, bei denen er sich diesmal im Halbfinale Abbos Atoyev geschlagen geben musste (7:3).

2010 begann für Kumar mit dem Gewinn der Commonwealth Meisterschaften und der Bronzemedaille bei den Commonwealth Games, wobei er im Halbfinale an Anthony Ogogo, England (4:3), scheiterte. Bei den Asienspielen im selben Jahr gewann Kumar nach Siegen u.a. im Finale über Abbos Atoyev (7:0) die Goldmedaille.

Bei den Weltmeisterschaften 2011 verlor Kumar bereits im ersten Kampf gegen Emilio Correa, Kuba (16:9). Um die damit verpasste Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 noch zu erreichen, nahm Kumar 2012 am asiatischen Olympiaqualifikationsturnier in Astana teil, bei dem er das Halbfinale und damit die Olympiaqualifikation erreichte.

Bei den Olympischen Spielen im London schlug Kumar in der Vorrunde Donabek Suzhanov, Kasachstan (14:10), und im Achtelfinale Terrell Gausha, USA (16:15), bevor er im Viertelfinale an Abbos Atoyev, Usbekistan (17:13), scheiterte.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, Hw = Halbweltergewicht, We = Weltergewicht, Mi = Mittelgewicht, bis 64 kg, 69 kg bzw. 85 kg Körpergewicht)

Quellen[Bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Box Sport aus den Jahren 2003 bis 2008,
  • Website „www.amateur-boxing.strefa.pl“,
  • Website „results.beijing2008.cn“

Weblinks[Bearbeiten]