Viktor und Viktoria (1933)

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Filmdaten
Originaltitel Viktor und Viktoria
Viktor und Viktoria 1933 Logo 001.svg
Produktionsland Deutsches Reich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1933
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Reinhold Schünzel
Drehbuch Reinhold Schünzel
Produktion Eduard Kubat, Alfred Zeisler, Erich Pommer
Musik Franz Doelle
Kamera Konstantin Tschet, Werner Bohne
Schnitt Arnfried Heyne
Besetzung

Viktor und Viktoria ist eine deutsche Filmkomödie aus dem Jahr 1933. Regie führte Reinhold Schünzel, die Hauptrollen spielten Renate Müller, Hermann Thimig und Adolf Wohlbrück.

Handlung[Bearbeiten]

Viktor Hempel ist ein Kleindarsteller, der sich aber zu höheren Rollen, zum Beispiel Hamlet, berufen fühlt. Beim Vorspielen in einer Theateragentur stellt sich sein komisches Talent heraus. Er fällt durch, da er eine ernste Rolle unfreiwillig komisch dargestellt hat. Viktor lernt die ebenfalls abgelehnte Sängerin Susanne Lohr kennen, und die Beiden freunden sich an.

Als Viktor erkrankt und sein Auftritt als Damen-Imitator „Monsieur Viktoria“ in einem Kabarett gefährdet ist, springt Susanne für ihn ein. Sie wird zum Star, und eine Tournee führt sie bald nach London. Dort kommt Susanne im Frack bei Frauen besonders gut an. Dann jedoch trifft sie Robert, der als „Londons berühmtester Frauenkenner“ gilt. Robert will nicht glauben, dass es sich bei „Monsieur Viktoria“ um einen Mann handelt, und denkt sich Männlichkeitsproben für ihn/sie aus. Schließlich muss Viktor Hempel selbst als „Viktoria“ in einer Revue einspringen, damit Susanne und Robert zueinander finden können.

Produktionsnotizen[Bearbeiten]

Der Film wurde von der Universum-Film AG Berlin unter der Herstellungsleitung von Alfred Zeisler zwischen September und November 1933 produziert und am 23. Dezember 1933 im Gloria-Palast (Berlin) uraufgeführt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten]

Die zeitgenössische Presse war von dem Film begeistert. Selbst der Völkische Beobachter bezeichnete den Film als sprühend inszeniert und als durchschlagenden Erfolg.[1]

Der Film-Kurier schrieb Ein leicht beschwingtes, musikalisches Spiel, das die Ausgeglichenheit der Szenen musikalisch, wie dialogmäßig in ganz hervorragender Weise zum Ausdruck bringt.[2]

Das Lexikon des internationalen Films hält den Film für einen der kultiviertesten Unterhaltungsfilmen der Ufa nach 1933: leichte Muse par exellence[3]: Der Evangelischer Filmbeobachter (Kritik Nr. 412/1970) meint, Viktor und Viktoria sei ein: Film voller Musik und Humor (der) trotz seines Alters kaum etwas von seinem Unterhaltungswert verloren. habe.

Miriam Hofmann sieht in dem Film ein frühes Beispiel für den Lesbenfilm, insbesondere die Hosenszene sei für die Frauen der damaligen Zeit ein Vorbild für die Gleichberechtigung[4]

Weitere Verfilmungen[Bearbeiten]

Die Geschichte wurde mehrfach wiederverfilmt. Reinholf Schünzel selbst drehte im Jahr 1933 eine französischsprachige Fassung unter dem Titel Georges et Georgette. Die erste englischsprachige Version entstand im Jahr 1935 im Vereinigten Königreich unter der Regie von Victor Saville und trug den Titel First a Girl. 1957 entstand in der Bundesrepublik Deutschland eine Neuverfilmung unter dem Titel Viktor und Viktoria mit Johanna von Koczian, Georg Thomalla und Johannes Heesters in den Hauptrollen; Regie führte Karl Anton.

Die bekannteste Version des Stoffes schuf 1982 Blake Edwards mit dem britisch-amerikanischen Spielfilm Victor/Victoria und Julie Andrews, Robert Preston und James Garner in den Hauptrollen. Edwards drehte 1995 auch eine TV-Version der Komödie, wiederum mit seiner Frau Julie Andrews in der Titelrolle.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Völkischer Beobachter zitiert nach Uwe Klöckner-Draga, Renate Müller - Ihr Leben ein Drahtseilakt, Evelyne Kern, 2006, S. 60, ISBN 978-3939478423
  2. zitiert nach Manfred Hobsch: Liebe, Tanz und 1000 Schlagerfilme, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin, 1998, S. 86
  3. Lexikon des internationalen Films (Ausgabe 1987, S. 4137)
  4. Miriam Hofmann: Weibliche Homosexualität im Spielfilm, Diplomica Verlag, 2008, S. 80, ISBN 9783836668255