Vilâyet Edirne

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Das Vilâyet Adrianopel um 1900

Das Vilâyet Edirne (osmanisch ‏ولايت ادرنه‎, İA Vilāyet-i Edirne, [1]) war ein Vilâyet (Provinz) des Osmanischen Reiches.

Adrianopel (Edirne) wurde im Jahr 1361 oder nach 1366 von den Osmanen erobert und war bis zur Eroberung Konstantinopels Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Später war es Hauptstadt des Eyaletes Rumeli. Erst im 19. Jahrhundert wurde ein Vilayet daraus gebildet. Es bestand aus vier Sandschaks. Dieses Vilâyet umfasste Gebiete in Ostthrakien im heutigen europäischen Teil der Türkei sowie den östlichen Teil Nordgriechenlands und den südlichen Rand Südbulgariens. Die Stadt Edirne (früher Adrianopel) war die Hauptstadt des Vilayets.[2] Nach Edirne, das im Jahre 1905 über 80.000 Einwohner hatte, waren die wichtigsten Städte Rodosto (35.000), Gelibolu (25.000), Kırkkilise (16.000), Xanthi (14.000), Çorlu (11.500), Dimotika (10.000), Enos (8.000), Gyumyurdzhina (8.000) and Dedeagatch (3.000).[3] Im Osten grenzte die Provinz an das Vilâyet Istanbul, das Schwarze Meer und an das Marmarameer, im Westen an das Vilayet Saloniki, im Norden an Bulgarien und im Süden an die Ägäis.

Noch im Jahre 1914 nach dem Zweiten Balkankrieg und die Vertreibung der thrakischen Bulgaren waren 306.411 Einwohner im Vilâyet Edirne Muslime, 1914[4], 224.680 Griechen[4], 19.773 Armenier[4] und 22.525 Juden.[4]

Karte der Völker des Vilâyets Edirne im Jahre 1912, vor der Vertreibung und Ermordung thrakischer Bulgaren 1913: Die Gebiete mit bulgarischer Mehrheit waren in grün, türkisch - rot und griechisch - braun

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Salname-yi Vilâyet-i Edirne (Jahrbuch des Vilayet Edirne), Edirne vilâyet matbaası, Edirne, 1300 [1882]. Auf der Webseite des Hathi Trust Digital Library.
  2. Encyclopaedia Britannica 1911 Edition, Adrianople.
  3. Wikisource - 1911 Encyclopædia Britannica - Adrianople (vilayet)
  4. a b c d 1914 Census Statistics. Generalstab der Türkei. S. 605–606. Abgerufen am 29. Januar 2011.