Vila Velebita

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kroatischer Originaltext[1] Deutsche Übersetzung

Oj ti vilo, vilo Velebita,
ti našeg roda diko!
Tvoja slava jeste nama sveta,
tebi Hrvat viko.

(Refrain:)
Ti vilo Velebita,
ti našeg roda diko!
Živjela, premila,
živjela, premila!
Živjela, premila,
ti vilo svih Hrvata!
Živjela, premila,
ti vilo svih Hrvata!

Velebite, kršna goro naša,
rad' u tebi volujem!
Sam' da nema u tebi rovaša,
radi kojih bolujem.

(Refrain)

Velebite, vilovito stijenje,
ljubim tvoje smilje;
ljubim tvoga u gorici vuka
ličkoga hajduka.

(Refrain)

Oh du Vila, Vila des Velebit,
du Stolz unseres Geschlechts!
Dein Ruhm ist uns heilig,
dir ruft der Kroate zu.

(Refrain:)
Du Vila des Velebits,
du Stolz unseres Geschlechts!
Lebe ewig, Allerliebste,
lebe ewig, Allerliebste!
Lebe ewig, Allerliebste,
du Vila aller Kroaten!
Lebe ewig, Allerliebste,
du Vila aller Kroaten!

[...]
[...]
[...]
[...]

(Refrain)

Velebit, du Fels der Vilen,
ich liebe deine Immortelle;
ich liebe deinen Wolf im Gebirge
die Heiducken der Lika.

(Refrain)

Das Lied Vila Velebita (Vila des Velebit), ist ein kroatisches Volkslied aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der Zeit der Illyrischen Bewegung. Gegenstand des allegorischen Liedes ist eine Vila des Velebit-Gebirges, ein weiblicher Naturgeist der slawischen Mythologie, in der Gestalt eines schönen Mädchens.

Die erste öffentliche Aufführung des Liedes fand im Jahr 1882 in Zagreb anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums des kroatischen Gesangsvereins „Kolo“ statt. Die Autoren des Textes und der Melodie des Liedes sind unbekannt. Quellen zufolge soll der Text vom Dichter Danilo Medić oder Lavoslav Vukelić und die Melodie vom Komponisten Mijo Majer stammen.

Die erste Aufzeichnung von Text und Melodie des Liedes stammt aus dem Jahr 1893, als der kroatische Historiker Vjekoslav Klaić es in sein „Kroatisches Liederbuch“ (Hrvatska pjesmarica)[2] aufnahm. Die Melodie und den Text der ersten Strophe des Liedes entnahm er den Aufzeichnungen von Vjenceslav Novak, der das Lied in der Art und Weise aufgezeichnet hatte, wie es in der Stadt Senj gesungen wurde.

Zu Zeiten des sozialistischen Jugoslawien konnte das Singen der Vila Velebita, wegen des angeblich nationalistischen Textes, zu einer strafrechtlichen Verfolgung führen.[3] Es wurde jedoch auf privaten Feiern, vor allem Hochzeiten, weiter gesungen. Trotz möglicher Strafverfolgung war das Lied offiziell nie indiziert, konnte aber erst zur Zeit des Kroatischen Frühlings, erstmals als 7″-Single-Schallplatte in Jugoslawien produziert und verkauft werden.[4] Noch 1971 wurden vier Studenten und ein Zahntechniker strafrechtlich verfolgt, weil sie unter dem Gesang der Lieder Lijepa naša, Marjane, Marjane und Vila Velebita öffentlichen einen Fels mit einem kroatischen Wappen bemalten.[5]

Sonstiges[Bearbeiten]

Vila-Velebita-Brunnen in Gospić
  • Eines der ersten beiden Schulschiffe der Seefahrtschule von Bakar (gegründet 1849) trug den Namen „Vila Velebita“. Mit diesem, seit 1908 im Dienst der Seefahrtschule stehenden Segelschiff, wurden die ersten kroatischen wissenschaftlichen und ozeanographischen Expeditionen unternommen. Es bot Platz für 40 Kadetten, die an Bord Navigations- und Matrosentätigkeiten verrichten konnten. Das seit 1973 in Dienst genommene Schulschiff der Seefahrtschule, trägt den Namen „Vila Velebita II“ (gebaut 1956 in Zadar).

Quellen[Bearbeiten]

  • Vladimir Jagarić: Dileme oko nastanka popijevke „Vila Velebita“. In: Hrvatski planinar. Nr. 84. Zagreb 1992, S. 11-12.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Originaltext nach Klaić, 1893. In: Hrvatske domoljubne pjesme. Školske Novine, Zagreb, 1992, S. 76 f. ISBN 86-7457-078-X.
  2. Vjekoslav Klaić: Hrvatska pjesmarica : sbirka popjevaka za skupno pjevanje. Matica Hrvatska, Zagreb 1893.
  3. Joško Ćaleta: Modern Klapa Movement – Multipart Singing as a Popular Tradition. In: European Voices : Multipart Singing in the Balkans and the Mediterranean. Bd. 1. Böhlau Verlag, Wien/Köln/Weimar 2008, S. 166. ISBN 978-3-205-78090-8.
  4. Muški zbor i tamuraški orkestar Hrvatskog seljačkog pjevačkog družtva „PODGORAC“ – Gračanj: Oj ti Vilo, Vilo Velebita. Dirigent: Mirko Cajner. Jugoton, 7″-Single Nr. Sy-11834 (A-Seite). Zagreb 1971. BIEM SY 11834 A24870-11171 ZPO-VP.
  5. Bericht des Bürgermeisters der Stadt Makarska vom 25. August 1971. In: Bruno Bušić: Jedino Hrvatska! : Sabrani spisi. Ziral, Toronto/Zürich/Rom/Chicago 1983, S. 191 f.