Vilshofen an der Donau

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Dieser Artikel behandelt die niederbayerische Stadt Vilshofen an der Donau. Ein Ortsteil der Gemeinde Rieden in der Oberpfalz trägt ebenfalls den Namen Vilshofen.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Vilshofen an der Donau
Vilshofen an der Donau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Vilshofen an der Donau hervorgehoben
48.63222222222213.181388888889308Koordinaten: 48° 38′ N, 13° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 308 m ü. NHN
Fläche: 86,36 km²
Einwohner: 15.966 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 185 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94474
Vorwahlen: 08541
08548
08549
08543 (Aunkirchen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 154
Stadtgliederung: 135 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadtplatz 29
94474 Vilshofen an der Donau
Webpräsenz: www.vilshofen.de
Bürgermeister: Florian Gams (SPD)
Lage der Stadt Vilshofen an der Donau im Landkreis Passau
Landkreis Deggendorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Freyung-Grafenau Passau Witzmannsberg Windorf Wegscheid Vilshofen an der Donau Untergriesbach Tittling Tiefenbach (bei Passau) Thyrnau Tettenweis Sonnen Salzweg Ruhstorf an der Rott Ruderting Rotthalmünster Pocking Ortenburg Obernzell Neukirchen vorm Wald Neuhaus am Inn Neuburg am Inn Malching Kößlarn Kirchham (Landkreis Passau) Hutthurm Hofkirchen (Donau) Hauzenberg Haarbach Bad Griesbach im Rottal Fürstenzell Fürstenstein Eging am See Büchlberg Breitenberg (Niederbayern) Beutelsbach Bad Füssing Aldersbach Aidenbach Aicha vorm Wald ÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Die Vilsbrücke mit der Stadtpfarrkirche

Vilshofen an der Donau ist die größte Stadt im Landkreis Passau. Die Stadt war bis 1972 Kreisstadt des Landkreises Vilshofen.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Vilshofen an der Donau liegt an den Einmündungen der Nebenflüsse Vils, Pfudrach und Wolfach, am Rand des Bayerischen Waldes, gut 20 Kilometer flussaufwärts von Passau. Durch diese Zuflüsse in die Donau nennt man die Stadt auch die kleine Dreiflüssestadt, während die Dreiflüssestadt Passau als Vorbild dient. Die Nord-Süd-Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt etwa 6 km und die Ost-West-Ausdehnung etwa 10 km. Die Höhe über dem Meeresspiegel reicht von 309 bis 457 m über NN.

Geomorphologie und Geologie[Bearbeiten]

Vilshofen an der Donau liegt direkt an der Mündung der Vils in die Donau. Die Donau hat sich hier während der Hebung des bayerischen Waldes im Spät-Tertiär und Quartär in das kristalline Grundgebirge eingeschnitten. Die Folge war die Ausbildung eines antezedenten Durchbruchstals. In diesem Fall schneidet sich der Fluss aktiv, mit der tektonischen Hebung Schritt haltend, in den aufsteigenden Gebirgskörper ein. Die Donau schuf dadurch ab Vilshofen bis weit über Passau hinaus ein beeindruckendes Flusstal. Die Tiefe des Durchbruchtals beträgt im Passauer Raum etwa 100 Meter und steigt auf bis zu 180 Meter an (Schlögener Schlinge, Oberösterreich). Im Naturschutzgebiet Vils-Engtal wurde früher Kies und Granit abgebaut, was sich heute wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Die Abbaustätten wurden der Natur überlassen und überflutet, so entstand der Taferlsee, der heutzutage in einer naturbelassenen Umgebung zu finden ist.

Klima[Bearbeiten]

Vilshofen an der Donau liegt auf 48° Nord auf der nördlichen Hemisphäre. Dadurch befindet sich die Stadt überwiegend im Einfluss von Luftströmungen aus westlicher Himmelsrichtung. Wie aus dem Klimadiagramm ersichtlich wird, kann Vilshofen dem warmgemäßigten Klima zugeordnet werden. Ein kontinentaler Einschlag ist zusätzlich gegeben und ist gekennzeichnet durch zum Teil sehr kalte und schneereiche Winter und heiße und trockene Sommer. Auch das Auftreten von Wärmegewittern ist in der Sommerzeit gegeben.

Die niederschlagsärmsten Monate sind Oktober und November mit etwa 50 mm Niederschlag. Das Auftreten eines Altweibersommers ist somit jährlich gegeben und führt zu milden Temperaturen im Spätjahr.

Durch die Lage in der Donauebene am Zusammenfluss der beiden Flüsse Donau und Vils bildet sich häufig Nebel und Hochnebel, vor allem in Frühling und Herbst. Auch der ausgleichende Einfluss auf Klimaschwankungen vor allem im Winter macht sich in Vilshofen dadurch bemerkbar, dass es im Stadtgebiet aufgrund der Flüsse Donau und Vils stets um 1-2 °C wärmer ist, als in Stadtteilen, die weiter von den Flüssen entfernt liegen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Direkt an das Stadtgebiet grenzen die Gemeinden Aidenbach, Aldersbach, Beutelsbach, Künzing, Windorf, Ortenburg, Hofkirchen und Fürstenzell und die kreisfreie Stadt Passau.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Vilshofen hat 135 amtlich benannte Ortsteile:[2] Achaueröd, Aichberg, Albersdorf, Algerting, Alkofen, Alling, Altenöd, Altfalter, Altham, Auhof, Aunkirchen, Bacheröd, Bergham, Birkenöd, Blaimberg, Böcklbach, Daxlarn, Dinglreit, Dirnberg, Dobl, Dorf, Dreibuchenmais, Eben, Eben, Eckersberg, Edlpoint, Edt, Eglsöd, Einöd, Einöd, Endfelden, Falkenöd, Fischeröd, Gaisbruck, Giglmörn, Grafenmühl, Großhochleiten, Gruböd, Habernagl, Haid, Haideröd, Haimbuch, Haißenöd, Hartzeitlarn, Hattenham, Hausbach, Hennermais, Hennersreit, Hilgen, Hirnschnell, Hitzling, Hochreit, Hochreut, Hölzlöd, Hördt, Hörgessing, Hösam, Holzhäuser, Holzhub, Huböd, Hundsöd, Kalkberg, Kallöd, Kapfham, Kapping, Kehrwisching, Knadlarn, Kollmenzing, Kothwies, Krenn, Kuffing, Langholz, Lenau, Liessing, Lindach, Lindahof, Lindamühl, Mahd, Maierholz, Marterberg, Mattenham, Mühldorferöd, Mühlham, Oberbuch, Oberreit, Obertal, Pfeiferöd, Pfudrachöd, Pickling, Pleckental, Pleinting, Primsdobl, Ratzing, Reifziehberg, Reisach, Reisach, Renneröd, Reut, Reut bei Seestetten, Riegeröd, Sandbach, Scheunöd, Schmalhof, Schneideröd, Schönerting, Schullering, Schusteröd, Schwanham, Schweiklberg, Seestetten, Setzenbach, Siegl, Sollasöd, Stinglloh, Straßeröd, Strenn, Sulzbachöd, Thannet, Unterbuch, Unterreit, Untertal, Vilshofen, Waizenbach, Watzmannsberg, Weg, Weidenhof, Weihersbach, Wieshof, Wimhof, Wimm, Winklhof, Wirtsholz, Witzling und Zeitlarn.

Geschichte[Bearbeiten]

Historisches Ortsblatt aus dem Jahr 1826

Das Jahr 776 war der Anfang der urkundlich belegbaren Geschichte von Vilshofen. Bei einer Schenkung eines Hofes an das Kloster Mondsee (Salzkammergut) wird Vilusa (Name des Bauerngutes) bereits erstmals erwähnt. Im 12. Jahrhundert bestand die Namensform Vilshouen. Zu dieser Zeit war der Bischof von Passau Grundherr an Donau und Vils. Vilshofen hatte der Graf von Ortenburg als Lehen inne. 1206 wurde Vilshofen von Graf Heinrich I. von Ortenburg zur Stadt erhoben. 1220 wird bereits von einer Brücke über die Vils, die den neuen Stadtbereich mit der Altsiedlung am rechten Vilsufer (heute Vilsvorstadt) verbindet, berichtet. 1236 wird Hainricus Plebanus de Vilshouen als Pfarrer mit Pfarrkirche erwähnt.

1241 wird die Stadt von Herzog Otto II. von Bayern nach Erbstreitigkeiten im Hause Ortenburg gewaltsam in Besitz genommen und somit zur Grenzstadt zwischen dem Herzogtum Bayern und dem Fürstbistum Passau. Hiervon zeugt auch heute noch das „Vilshofener Zollhaus“, das gleich am Donauufer zu finden ist. 1258 wurde Vilshofen Mittelpunkt eines herzöglichen Pflegegerichts. 1262 ging die Stadt endgültig an Bayern über, nachdem Herzog Heinrich von Niederbayern, der Nachfolger von Otto II., nach langwierigen Verhandlungen einen Vertrag mit Bischof Rüdiger von Passau ausgehandelt hatte. 1345 bestätigt Kaiser Ludwig der Bayer das Stadtrecht. 1376 wurde das Kollegiatstift Vilshofen gegründet. 1434 entstand das ältesten Stadtsiegel mit hochgezogenem Vierpass mit Engel als Schildhalter und mit Stadtwappen im Halbrundschild. 1504 wurde die Stadt im Landshuter Erbfolgekrieg gegen anstürmende Pfälzer und Böhmen erfolgreich verteidigt. 1536 werden durch einen großen Stadtbrand 36 Häuser zerstört.

1572 bewilligte Herzog Wilhelm V. von Bayern die Errichtung einer Salzniederlage in Vilshofen, die noch im gleichen Jahr den Bau der ersten Donaubrücke und die Einrichtung einer Weißbierbrauerei nach sich zog. Hierbei wird der „Goldene Steig“ oder auch „Gulden Straß“ genannte Salzhandelsweg von Vilshofen nach Bergreichenstein (Böhmen) erwähnt. Von hier aus wurde das „weiße Gold“, das Salz, bis nach Prag verbracht. 1642 wurde das Kapuzinerkloster Vilshofen errichtet. Ebenso wurde mit dem Bau des Stadtturms begonnen.

Michael Wening: Ansicht von Vilshofen, Anfang 18. Jh.

1706 wird durch die Besetzung weiter Teile Bayerns durch die Kaiserlich Österreichischen Truppen auch Vilshofen betroffen. Auch Söhne der Stadt kämpfen im nahen Aidenbach um die Freiheit, wobei 4000 Menschen starben in der Schlacht von Aidenbach. Am 12. Mai 1794 zerstörte einer der vielen Brände nahezu die ganze Stadt, nur ganz wenige Häuser des Stadtplatzes blieben unversehrt. Der größte Teil des Stadtplatzes trägt noch heute das Kleid des damaligen Wiederaufbaues. 1802 wird das Kapuzinerkloster wieder aufgehoben. 1805 erfolgte die erste Straßenbeleuchtung mit Öllampen. 1813 ereignete sich ein weiterer Stadtbrand an der oberen Zeile des Stadtplatzes.

Im Jahr 1842 zapft ein großer Sohn der Stadt Vilshofen, der Braumeister Josef Groll, das erste Pilsener Bier in Pilsen, Böhmen, und geht so als dessen Erfinder in die Geschichte ein. 1860 wurde die Bahnstrecke zwischen Regensburg und Passau eröffnet und verband so auch Vilshofen mit den anderen Städten Ostbayerns. 1904/05 wird die Benediktinerabtei Schweiklberg gegründet.

Stadtturm Vilshofen
Gedenktafel am Stadtturm

1909 war der Baubeginn der Abteikirche Schweiklberg im Jugendstil. In den Jahren von 1957 bis 1959 und 1968 wurden die ersten Dämme an Donau und Vils errichtet, die den häufigen Überschwemmungen ein Ende setzen. Mit Wirkung vom 1. Juli 1972 der Landkreis Vilshofen aufgelöst. Das Gebiet wurde den Landkreisen Deggendorf und Passau zugeschlagen. Bis zur Auflösung zählte der Landkreis Vilshofen zu den „reichsten“ Landkreisen Bayerns, was vor allem auf die Steuereinnahmen durch das Kraftwerk Pleinting zurückzuführen war.

1994 erhielt Vilshofen den Status eines Mittelzentrums. 1995 wurde das Atrium des örtlichen Gymnasiums fertiggestellt. Es bietet rund 800 Gästen Platz und ist Ort zahlreicher kultureller Veranstaltungen.

Ein Schiffsanleger in Vilshofen a.d. Donau mit Flusskreuzfahrtschiff

2002 wurde der Bau der neuen Donaubrücke vollendet, ebenso wurde durch die neu angelegte Donaupromenade sowohl eine Park-, als auch Spaziermöglichkeit geschaffen. Die dadurch entstandene Anlegemöglichkeit für Donau-Kreuzfahrtschiffe verschaffte Vilshofen viele Touristen. Am 7. Juli 2004 wurde eine Bombardier CRJ700 der Lufthansa auf den Namen Vilshofen an der Donau getauft.[3] Am 9. November 2004 wurde Vilshofen in „Vilshofen an der Donau“ umbenannt.[4] Des Weiteren wurde eine zweite Schiff-Anlegestelle in der Donau gebaut. 2006 feierte Vilshofen das 800. Jahr seiner Stadterhebung.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Aunkirchen am 1. Januar 1972 in die Stadt eingegliedert.[5] Am 1. Mai 1978 kamen Alkofen, der Markt Pleinting und Zeitlarn sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Albersdorf und Sandbach hinzu.[6]

Religion[Bearbeiten]

Auf dem Stadtgebiet Vilshofen an der Donau sind neben der römisch-katholischen Konfession auch die evangelische und die neuapostolische Konfession mit eigenen Gemeinden vertreten. Der Großteil der Bewohner, nämlich 78,36 % sind katholisch, 10,78 % sind evangelisch und 10,86 % sind sonstig konfessionell orientiert.[7] Es bestehen zwei römisch-katholische Kirchengemeinden auf dem Stadtgebiet neben der Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer in Vilshofen noch die Pfarrgemeinde Sandbach. Beide gehören zum Dekanat Vilshofen und zum Bistum Passau. Weiterhin gibt es das Benediktinerkloster Schweiklberg.

Die evangelische Kirchengemeinde feiert in der im Jahre 1937 errichteten Erlöserkirche ihre Gottesdienste. Im Jahr 1969 wurde die neuapostolische Kirche fertiggestellt.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat setzt sich seit der Kommunalwahl am 2. März 2008 wie folgt zusammen:[8][9]

  • CSU: 11 Sitze (44,69 % der Stimmen)
  • SPD: 5 Sitze (19,02 % der Stimmen)
  • ÜW: 4 Sitze (17,80 % der Stimmen)
  • FWG: 3 Sitze (11,16 % der Stimmen)
  • Die Grünen/ÖDP: 1 Sitz (7,33 % der Stimmen)

Erster Bürgermeister ist Georg Krenn (CSU), der bei der Kommunalwahl 2008 mit 53,22 % der gültigen Stimmen im ersten Wahlgang gewählt wurde. Er ist der Nachfolger von Bürgermeister Hans Gschwendtner, der von 1990 bis 2008 1. Bürgermeister der Stadt war.[10]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Schräg geteilt; oben waagrechte bayerische Rauten, unten in Rot ein schreitender silberner Panther.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Wallfahrtskirche Maria-Hilf

Kunstausstellungen[Bearbeiten]

Alle zwei Jahre werden in der Stadt zu einem bestimmten Thema Kunstwerke aufgestellt, in der Vergangenheit waren das Eisen und Holz, das aktuelle Thema ist Licht. So wird unter anderem der Stadtturm und die Kirche so angestrahlt, dass es den Anschein eines mittelalterliches Aussehens erweckt.

Museen[Bearbeiten]

  • Das Kunstmuseum Stadtgalerie wurde im September 1991 gegründet und befindet sich seit September 2001 im renovierten Stadtturm. Parallel dazu befindet sich eine Kunstgalerie im Rathaus am Stadtplatz, die insbesondere Kunst aus dem Raum Vilshofen a.d. Donau zeigt.
  • In der Abtei Schweiklberg befindet sich das Schwarz-Afrika-Museum Schweiklberg, welches seit 1990 eine umfangreiche Sammlung von Kultgegenstände, Schmuck und Prunkwaffen aus Afrika beherbergt, die von den heimkehrenden Missionaren aus Ost- und Südafrika seit den 1960er-Jahren dem Kloster übergeben wurden. Ursprünglich handelte es sich um etwa 800 Ausstellungsstücke. Die Sammlung wurde durch Schenkungen von Gönnern sowie durch Erwerbungen aus Privatsammlungen schrittweise erweitert. Der Fundus an afrikanischen Kulturgeütern genießt hinsichtlich seiner zum Teil einzigartigen Exponaten überregionale Bekanntheit.[11][12]
  • Das Museum für Waffentechnik, Ausrüstung, Uniformen und Auszeichnungswesen des Museumsvereins Eben widmet sich der Militärausrüstung von 1914 bis 1945. Insgesamt verfügt das Museum über 2000 Original-Exponate.[13]

Vereine[Bearbeiten]

In Vilshofen an der Donau ist ein Trachtenverein beheimatet, der die bayerischen Traditionen aufrechterhält. Darüber hinaus gibt es noch einen Kultur- und Geschichtsverein, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, eine Kolpinggruppe und diverse Sportvereine.

Musik[Bearbeiten]

Im Jahre 1987 wurde in Vilshofen das Musikfestival Jazz an der Donau vom engagierten Verein Jazz- und Musikfreunden Vilshofen e. V. ins Leben gerufen. Diese Musikveranstaltung fand von 1987 bis 2001 in Vilshofen statt und brachte viele international bekannte Künstler aus der Jazz- und Soulszene in die Stadt. Exemplarisch zu nennen sind hierbei Kool & The Gang (2001), Herbie Hancock (2001), Abdullah Ibrahim (2001), James Brown (2000), The Temptations (2000), Al Jarreau (1999), The Blues Brothers (1998), Tito Puente (1987) und das Art Ensemble of Chicago (1987).

Aus finanziellen, technischen und organisatorischen Gründen fand der Umzug ins donauaufwärts gelege Straubing statt. 2002 fand dort das erste Jazz an der Donau-Festival statt. Auch musikalisch veränderte sich das Festival, so traten seither oftmals mehr kommerziell erfolgreiche Musiker wie beispielsweise die Söhne Mannheims (2004), Mousse T. (2005), Juanes (2006) und Seal (2007) auf.

In Vilshofen hingegen werden nach wie vor Jazzkonzerte organisiert, aber in viel kleineren Rahmen, so z. B. ein Konzert von Louisiana Red.

Im Jahr 2003 fand in Vilshofen ein Bayern 3 Konzert statt, bei dem unter anderem die No Angels und die britische Popband Right Said Fred auftraten.

Außerdem existieren in der Stadt einige Chöre, wie zum Beispiel der Kammerchor Vilshofen, der überregionale Bekanntheit besitzt. Zudem ist ein Kirchen- und Kinderchor im Ort aktiv.

Bauwerke[Bearbeiten]

Der Stadtplatz (Blickrichtung Westen)
Die Friedhofskirche St. Barbara

Erwähnenswerte Bauwerke sind unter anderem die teils mittelalterliche Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer, die 1803 bis 1804 nach einem Brand neu erbaut wurde. Ihre barocke Ausstattung stammt aus der Klosterkirche des ehemaligen Augustinerchorherrenstifts St. Nikola in Passau.

Der Stadtturm wurde 1647 fertiggestellt. Die 1691 bis 1692 erbaute Wallfahrtskirche Maria am Birnbaum enthält zahlreiche Votivbilder. Die spätgotische Friedhofskirche St. Barbara hat eine Renaissance- und Barockausstattung.

Darüber hinaus ist ein Großteil der Altstadt unterkellert, jedoch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Das historische Zentrum, besonders die langgezogene Marktstraße, ist im sogenannten „Inn-Salzach-Stil“ erbaut.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Vilshofen an der Donau

Park[Bearbeiten]

Zum 800-jährigen Stadtjubiläum entstand 2006 auf einer Wiese ein Bürgerpark. Jeder Interessierte konnte hier einen Ginkgo-Baum kaufen und einpflanzen.[14] Das zweitälteste Exemplar Niederbayerns steht vor dem Salzstadl der Stadt.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Das nahe der Stadt gelegenen „Vils-Engtal“ steht unter Naturschutz. Die Vilsauen stehen hierbei besonders im Blickpunkt des natürlichen Erhaltes.

Sport[Bearbeiten]

Vilshofen an der Donau bietet etliche Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten wie zum Beispiel ein Hallen- und Freibad, ein Eisstadion, mehrere Tennisplätze, ein Schützenheim und Fußballplätze. Es stehen auch Rad- und Wanderwege zur Verfügung. Der Ruderclub Vilshofen 1913 e. V. ist mit weit über 1000 Regattasiegen eines der Aushängeschilder der Stadt. Seit Jahren belegt der RCV regelmäßig Spitzenpositionen bei Deutschen Meisterschaften und auch Weltmeisterschaften. Beim Olympiaachter der Spiele 2012 in London war auch der Vilshofener Andreas Kufner unter den Goldmedaillengewinnern. Außerdem ist in Vilshofen ein Schachverein mit langer Tradition ansässig.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen sind unter anderem das alljährlich im August stattfindende Volksfest, mit Volksfestumzug und der „Schwimmende Christkindlmarkt“ im Dezember, der 2006 von der Bundesinitiative Deutschland – Land der Ideen in der Kategorie Touristische Projekte in die Liste von insgesamt 365 deutschen Orten aufgenommen wurde.[15] Dieser Weihnachtsmarkt wurde 2008 an den drei Adventswochenenden von insgesamt 40.000 Menschen besucht.

Jeweils am zweiten Juliwochenende findet das „Donau in Flammen“-Feuerwerk statt, das inzwischen überregional bekannt ist und in weiteren Donaustädten Nachahmer gefunden hat.

Der Politische Aschermittwoch 2009 im Wolferstetterkeller in Vilshofen an der Donau

Darüber hinaus hat der Politische Aschermittwoch in Vilshofen an der Donau eine große Tradition. Die Stadt gilt als der Gründungsort dieses politischen Spektakels. Schon um 1580 kam es am Rande des jährlich am Aschermittwoch stattfindenden Viehmarktes zu Diskussionen unter den Bauern über die königlich-bayerische Politik. Diese Tradition wurde vom Bayerischen Bauernbund 1919 wieder aufgegriffen und etablierte sich als der Politischer Aschermittwoch. Bis auf die Unterbrechung während der Zeit des Nationalsozialismus war und ist der Politische Aschermittwoch ein jährlich stattfindendes Ereignis. Im Jahre 1948 setzte die Bayernpartei diese Tradition fort. 1953 fand auch die CSU den Weg nach Vilshofen. Vor allem die deftigen und provokanten Sprüche gegen den politischen Gegner bei Auftritten von Franz Josef Strauß im Wolferstetterkeller erzeugten bundesweites Interesse. Als der Wolferstetter Keller für die CSU schließlich zu klein war, um die Anhänger aufzunehmen, wurde diese Veranstaltung im Jahre 1975 in die Passauer Nibelungenhalle verlegt. Die Passauer Nibelungenhalle wurde im Frühjahr 2004 jedoch abgerissen und eine neue, moderne Mehrzweckhalle im Messepark Kohlbruck wurde gebaut, wo seitdem wieder der politische Aschermittwoch der CSU stattfindet. Da der traditionsreiche Wolferstetterkeller im Herzen der Stadt Vilshofen frei geworden war, verlegte schließlich die bayerische SPD ihre Veranstaltung dorthin.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Vilshofen (Niederbay)

Der Bahnhof Vilshofen (Niederbay) an der Bahnstrecke Regensburg–Passau hat drei Haltegleise (zwei Bahnsteige), von dem aus stündlich Regional-Express-Züge unter dem Namen Donau-Isar-Express nach München und Passau verkehren. Fernverkehrszüge auf der Linie Wien–Passau–Nürnberg durchfahren diesen Bahnhof. Die nächsten Fernverkehrshalte sind Passau Hbf und Plattling. Vom Bahnhof Vilshofen zweigten zwei Nebenbahnen nach Aidenbach und Ortenburg ab, von welcher nur noch diejenige Richtung Ortenburg zum Teil existiert und heute nur mehr im Güterverkehr, sowie teilweise mit Sonderzügen befahren wird.

Im öffentlichen Nahverkehr ist Vilshofen in der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Passau integriert. Es verkehren Regionalbusse insbesondere der RBO. Dazu existiert ein Stadtbussystem, welches teilweise als Rufbussystem ausgeführt ist.

Vilshofen ist über die Anschlussstelle 113 (Garham) an die Bundesautobahn 3 angeschlossen. Des Weiteren liegt die Stadt direkt an der Bundesstraße 8, welche von Passau über Plattling nach Straubing führt. Daneben sind die beiden nach Süden führenden Staatsstraßen 2083 nach Aidenbach und 2119 nach Ortenburg weitere wichtige Verkehrsverbindungen. Diese führen rechts der Vils durch die Stadt und sollen in nächster Zukunft durch eine Ortsumgehung mit der B 8 verbunden werden, so dass die Verkehrsbelastung von 20.000 Fahrzeugen pro Tag abnimmt.

In Vilshofen endet der insgesamt 88 Kilometer lange Vilstalradweg, der dort an den Donauradweg angebunden ist.

Des Weiteren gibt es in Vilshofen den Verkehrslandeplatz Vilshofen, der 1956 eröffnet wurde und über eine 1.257 Meter lange Betonstartbahn verfügt.

Der Verkehrslandeplatz Vilshofen mit der Donau und der Stadt Vilshofen im Hintergrund

Medien[Bearbeiten]

Einzige Tageszeitung in Vilshofen ist der Vilshofener Anzeiger, welcher eine Lokalausgabe der Passauer Neuen Presse ist.

Der Donaubote erscheint seit 1980 alle zwei Wochen kostenlos als auflagenstärkster Werbeträger (26.000 Exemplare) im Umkreis von Vilshofen mit aktuellen Themen und Geschichten aus vergangener Zeit.

VOF-TV Vilshofener Fernsehen ist seit 2005 das Internetfernsehen für die Stadt Vilshofen an der Donau mit aktuellen Nachrichten, Berichten und Spezialbeiträgen aus Stadt und Umland. Das Programm wird nach dem Floating-Prinzip aktualisiert.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Rathaus von Vilshofen a.d. Donau
Das Feuerwehrzentrum Vilshofen

Es gibt einige öffentliche Einrichtungen, wie zum Beispiel das Bürgerbüro, welches sich im Rathaus befindet.

Darüber hinaus befindet sich in Vilshofen an der Donau eine Freiwillige Feuerwehr, ein Finanzamt, ein Vermessungsamt, ein Arbeitsamt, eine Zweigstelle des Caritasverbandes Passau, die katholische Pfarrkirchenstiftung, eine städtische Bücherei mit Zweigstellen in Vilshofen, Aunkirchen, Pleinting und Sandbach und die Arbeiterwohlfahrt.

Des Weiteren ist ein Altersheim mit 154 Plätzen vorhanden. Ende 2005 eröffnete die „Vilshofener Tafel“, die Lebensmittel an Bedürftige abgibt.

Das Krankenhaus Vilshofen, mit Fachabteilungen für Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie, Sportmedizin, Innere Medizin, Anästhesie und Naturheilkunde, hat 182 Betten und ist damit das größte der vier Krankenhäuser der Passau-Krankenhaus GmbH.

Bildung[Bearbeiten]

Die Grundschule Ritter Tuschl

Vilshofen an der Donau ist mit insgesamt 18 Schulen der größte Schulstandort im Landkreis Passau. Daneben existieren acht Kindergärten in der Stadt und den umliegenden Ortsteilen.

Die 18 Schulen sind:

  • Franz-Xaver Eggerstorfer Förderschule (184 Schüler)
  • Grundschule Ritter Tuschl (Mit Außenstelle in Sandbach)
  • Grundschule Alkofen
  • Grundschule Aunkirchen
  • Grundschule Pleinting
  • Montessori Grundschule Vilshofen
  • Mittelschule St. Georg
  • Coelestin-Maier-Realschule im Kloster Schweiklberg (308 Schüler)
  • Gymnasium Vilshofen (985 Schüler, Stand März 2011)
  • Berufsfachschule für Kinderpflege und Hauswirtschaft
  • Berufsfachschulen für Diätassistenten und Sozialpflege
  • Fachakademie für Hauswirtschaft
  • Staatliche Berufsfachschulen für Hauswirtschaft und Kinderpflege
  • Staatliche Fachschule für Glasbautechnik
  • Meisterschule im Glaserhandwerk
  • Private Berufsfachschule für Ergotherapie
  • Staatliche und kommunale berufliche Schulen Vilshofen
  • Volkshochschule Vilshofen

Schülerzahlen Stand Schuljahr 2008/09

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Schreyer: Das Moldanubikum um Vilshofen in Niederbayern. Geologisches Jahrbuch, Beiheft 49. Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung, Hannover 1962.
  • J. Duschl, Heinz Kapfinger: Vilshofener Land. Neue Presse Verlag, Passau 1995, ISBN 3-931256-04-9.
  • Die Kunstdenkmäler von Niederbayern. Bd. 14: Bezirksamt Vilshofen. 2. Auflage. 1982, ISBN 3-486-50492-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vilshofen an der Donau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vilshofen, St auf: bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. Aufnahme der Lufthansa-Bombardier Vilshofen an der Donau
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 586.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 620.
  7. Offizielle Homepage der Stadt Vilshofen: Einwohnerstatistik
  8. Ergebnisse der Stadtratswahl 2008
  9. Mitglieder des Vilshofener Stadtrates auf www.vilshofen.de
  10. Ergebnisse der Bürgermeisterwahl 2008
  11. Felix Rieger: Spannender Aufstieg nach Schwarzafrika. In: Passauer Neue Presse vom 5. August 2008 (S. 23)
  12. Das Schwarz-Afrika-Museum
  13. Museumsverein Eben e. v.: Museum für Waffentechnik, Ausrüstung, Uniformen und Auszeichnungswesen
  14. Quelle: Artikel zum Bürgerpark Vilshofen, Fotos von der Einweihung des Bürgerparks
  15. Quelle: Deutschland – Land der Ideen: „Schwimmender Christkindlmarkt“ – Stadt Vilshofen an der Donau