Viminatium

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Eine der vielen Grabstätten in der Stadt

Viminatium (auch Viminacium) war in der Antike eine wichtige Grenzstadt der Provinz Moesia und das Hauptquartier der römischen Legio VII Claudia. Im ehemaligen Stadtgebiet befindet sich auch das Mausoleum des römischen Kaisers Hostilian.

Lage[Bearbeiten]

Viminatium war ein Stützpfeiler der römischen Verteidigung gegen die von Norden einfallenden Barbarenvölker. Sie lag in der Nähe des heutigen Kostolac bei Požarevac im östlichen Serbien. Hier traf die Via Militaris auf den Donauweg, welcher Sirmium über Viminatium entlang der Donau mit Dorostorum und Troesmis verband.

Geschichte[Bearbeiten]

Im dritten Jahrhundert erlebte die Stadt einen Niedergang infolge der Pest. Im Anschluss an die Morde nach dem Tod Konstantins des Großen trafen sich hier die Kaisersöhne Konstantin II., Constantius II. und Constans, um das Reich unter sich aufzuteilen (Konferenz von Viminatium). Um 440 wurde Viminatium von den Hunnen zerstört. Ob die Stadt durch Anastasios I. oder Justinian I. wieder aufgebaut und in den Festungsgürtel an der Donau einbezogen wurde, ist nicht bekannt.

584 wurde die Stadt von den Awaren zerstört, doch gelang dem oströmischen Feldherrn Priskos während der Balkanfeldzüge des Maurikios ausgerechnet auf dem nördlichen Donauufer gegenüber von Viminatium 599 erstmals ein Sieg über die Awaren in deren eigenen Land. So schuf er die Grundlage für den (zunächst noch nicht erkennbaren) Niedergang der awarischen Vormachtstellung in Osteuropa.

Auf ein spätantikes Bistum der Stadt geht das Titularerzbistum Viminacium der römisch-katholischen Kirche zurück.

Der Balkan 582-612

Ausgrabungen[Bearbeiten]

Seit 25 Jahren forschen und graben Archäologen in der Fundstätte. An die 10.000 Gräber wurden dabei freigelegt und über 30.000 Objekte geborgen. Sie wird deshalb manchmal auch Pompeji des Balkans genannt.

Unter anderem wurde die Grabstätte des römischen Soldatenkaisers Hostilian identifiziert. Er wurde 251 nach dem Tod seines Vaters Decius zusammen mit Trebonianus Gallus zum römischen Kaiser proklamiert, regierte nur wenige Monate und starb noch 251 an der Pest. Sein Leichnam wurde vor der Stadt verbrannt und an Ort und Stelle mit ebenfalls verbrannten Beigaben beigesetzt.

In der Stadt befand sich eine bedeutende Münzstätte des 3. Jahrhunderts nach Christus, die vor allem Kupfermünzen für den militärisch wichtigen nördlichen Balkanraum prägte.

Aktuelle Ereignisse[Bearbeiten]

Laut Ausgrabungsleiter Miomir Korac zerstören unbekannte Täter auf der Suche nach Gold und anderen Schätzen mit Baggern und großen Baumaschinen einen Teil des antiken Theaters vollkommen. Die Täter haben viele gut erhaltene Säulen und bisher unentdeckte Gräber sowie Häuserreste zerstört. Da sich die großflächige Anlage in einer abgelegenen Region befindet und nicht bewacht wird, konnten die Grabräuber anscheinend mehrere Male zuschlagen.

Weblinks[Bearbeiten]

44.73277777777821.230555555556Koordinaten: 44° 44′ N, 21° 14′ O