Viminatium

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Bildrekonstruktion der Stadt.
Eine der vielen Grabstätten.

Viminatium oder Viminacium, auch als Stari Kostalc oder manchmal auch als „Pompeji des Balkans“ bezeichnet, war in der Antike eine wichtige Grenzstadt der Provinz Moesia und das Hauptquartier der römischen Legio VII Claudia. Im ehemaligen Stadtgebiet befindet sich auch das Mausoleum des römischen Kaisers Hostilian. Viminatium belegt eine bedeutende Ausnahmestellung in der Familie der archäologischen Fundstätten aus dem Römischen Reich, und zwar ist sie nicht nur eines der größten und besterhalensten römischen Städte, sondern auch einziges Legionslager und römische Stadt, die nicht unter einer modernen Stadt liegt. Daneben befindet sich auf seinem Gebiet ein Mammut-Park.

Lage[Bearbeiten]

Viminatium war ein Stützpfeiler der römischen Verteidigung gegen die von Norden einfallenden Barbarenvölker. Sie lag in der Nähe des heutigen Kostolac bei Požarevac im östlichen Serbien, etwa 90 Kilometar von der Hauptstadt Belgrad. Hier traf die Via Militaris auf den Donauweg, welcher Sirmium über Viminatium entlang der Donau mit Dorostorum und Troesmis verband.

Geschichte[Bearbeiten]

Viminacium im 4. Jahrhundert als Grenzstadt von Moesia superior.

Im dritten Jahrhundert erlebte die Stadt einen Niedergang infolge der Pest. Im Anschluss an die Morde nach dem Tod Konstantins des Großen trafen sich hier die Kaisersöhne Konstantin II., Constantius II. und Constans, um das Reich unter sich aufzuteilen, die auch als Konferenz von Viminatium bekannt ist. Um 440 wurde Viminatium von den Hunnen zerstört. Ob die Stadt durch Anastasios I. oder Justinian I. wieder aufgebaut und in den Festungsgürtel an der Donau einbezogen wurde, ist nicht bekannt.

584 wurde die Stadt von den Awaren zerstört, doch gelang dem oströmischen Feldherrn Priskos während der Balkanfeldzüge des Maurikios ausgerechnet auf dem nördlichen Donauufer gegenüber von Viminatium 599 erstmals ein Sieg über die Awaren in deren eigenen Land. So schuf er die Grundlage für den (zunächst noch nicht erkennbaren) Niedergang der awarischen Vormachtstellung in Südost- und Osteuropa. Auf ein spätantikes Bistum der Stadt geht das Titularerzbistum Viminacium der römisch-katholischen Kirche zurück.

Ausgrabungen[Bearbeiten]

Römische Funde[Bearbeiten]

Seit 25 Jahren forschen und graben Archäologen in der Fundstätte. An die 10.000 Gräber wurden dabei freigelegt und über 30.000 Objekte geborgen. Sie wird deshalb manchmal auch „Pompeji des Balkans“ genannt. Unter anderem wurde die Grabstätte des römischen Soldatenkaisers Hostilian identifiziert. Er wurde 251 nach dem Tod seines Vaters Decius zusammen mit Trebonianus Gallus zum römischen Kaiser proklamiert, regierte nur wenige Monate und starb noch 251 an der Pest. Sein Leichnam wurde vor der Stadt verbrannt und an Ort und Stelle mit ebenfalls verbrannten Beigaben beigesetzt. In der Stadt befand sich eine bedeutende Münzstätte des 3. Jahrhunderts nach Christus, die vor allem Kupfermünzen für den militärisch wichtigen nördlichen Balkanraum prägte.

In den letzten Jahren legte man besonders Wert auf die Erkundung des Amphitheaters, welches fast so groß wie die heutige Belgrader Arena sein soll. „Wir haben einen Raum von fast 400 Hektar zur Erkundung, wobei wir bloß zwei Prozent des Viminatiums bisher ausgegraben haben“, so der Direktor in Viminatium Miomir Korać. Es wird bewertet, dass Viminatium sehr schnell von Millionen von Touristen besichtigt werde könnte.[1] Teile der Ausgrabungsstädte sind für Besucher und Touristen in Serbien bereits zugänglich.

Mammutfunde[Bearbeiten]

Im Juni 2009 wurde in unmittelbarer Nähe der Ausgrabungsstätte das nahezu unversehrte Skelett eines Steppenmammuts (Mammuthus trogontherii) entdeckt. Der Fund datiert in das Alt- bis Mittelpleistozän und ist zwischen 1 Million und 400.000 Jahre alt. Es handelt sich um ein männliches Tier mit einem Alter von über 60 Jahren, das rekonstruiert knapp 4 m hoch war und schätzungsweise 9,4 bis 9,7 t wog.[2][3] An derselben Lokalität wurde 2012 ein wissenschaftlich bedeutender Mammutfriedhof mit sieben Mammut-Skeletten freigelegt.[4] Diese stammen aber aus Lössschichten des oberen Pleistozäns und sind daher vorläufig auf zwischen 126.000–10.000 Jahre vor Chr. bestimmt.[5]

Schließlich wurde im Juni 2014 Funde im ersten Mammut-Park in Europa eröffnet. Das Objekt hat die größe von 1500 Quadratkilometer und befindet sich 30 Meter unter der Erde. Damit wollte man das Ambient beibehalten, indem das Urmammut 100.000 von Jahren begraben lag. Neben dem Urmammut beinhaltet es noch vier weitere Tiere. Somit ist es das einzige Mammut-Skelett bzw. die einzigen Mammuts welche direk am Fundort ausgestellt sind, womit es die einzigsten in der Welt sind, den alle anderen befinden sich in Museen weit weg von ihren Fundorten. Der US-Botschafter in Serbien Michael Kirby begrüßte die Eröffnung des Mammut-Parks und wies darauf hin, dass Viminacium zu einem einmaligen Standort geworden sei, welcher Touristen anlocken werde.[6][7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internationales Radio Serbien:Wertvolle Entdeckung – Ein weiteres Mammut in Viminatium
  2. Adrian M. Lister, Vesna Dimitrijević, Zoran Marković, Slobodan Knežzević und Dick Mol: A skeleton of ‘steppe’ mammoth (Mammuthus trogontherii (Pohlig)) from Drmno, near Kostolac, Serbia. Quaternary International 276-277, 2012, S. 129–144 ([1])
  3. Thomas Roser: Mächtiges fossiles Mammut in Serbien entdeckt In: Die Welt Online, 5. Juli 2009
  4. The Telegraph, 28. Juni 2012 Mammoth graveyard discovered in Serbia
  5. rts.rs:Откривено „читаво крдо“ мамута! (serbisch) In: Radio-televizije Srbije, 13. Juni 2012
  6. Internationales Radio Serbien:Mammut-Park in Viminacium eröffnet
  7. Die Politika:Mamuti se „uselili” u svoju kuću (serbisch)

44.73277777777821.230555555556Koordinaten: 44° 44′ N, 21° 14′ O