Vincent Bugliosi

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Vincent Bugliosi (* 18. August 1934, Hibbing, Minnesota) ist ein US-amerikanischer Jurist und Bestsellerautor.

Er wurde Anfang der 1970er Jahre sehr bekannt, weil er als Chefankläger die Mordanklage gegen vier Mitglieder der Manson Family führte. Diese Gruppierung hatte in einer Mordserie mindestens neun Menschen ermordet. Da unter den Opfern auch die bekannte Schauspielerin Sharon Tate war, stieß der Prozess auf erhebliches Medieninteresse.

Bugliosis Beweisführung schenkten die Geschworenen 1971 Glauben und sie verurteilten alle Angeklagten, auch den Anstifter Manson, zum Tod in der Gaskammer. 1972 erklärte der Staat Kalifornien jedoch die Todesstrafe für verfassungswidrig, alle Todesurteile wurden daraufhin in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.

Jurist[Bearbeiten]

Bugliosi absolvierte sein Studium an der University of Miami in Coral Gables als Jahrgangsbester. Zum Zeitpunkt des Mansonprozesses 1969 war er stellvertretender Staatsanwalt des Los Angeles County District. 1972 kündigte er bei der Staatsanwaltschaft und war seitdem als Verteidiger tätig.

Autor[Bearbeiten]

Sein erstes Buch Helter Skelter veröffentlichte er 1974 , es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und verkaufte sich ca. 10 Mio. mal. In Deutschland veröffentlichte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel eine Kurzfassung des Buches.[1] 1976 wurde es unter dem Titel Helter Skelter - Die Nacht der langen Messer verfilmt, auch der Film wurde ein Kassenschlager. 2004 wurde sein erstes Buch erneut als TV Zweiteiler unter dem Titel Helter Skelter (2004) verfilmt.

Neben seinen zahlreichen juristischen Artikeln in entsprechenden Fachzeitschriften blieb Bugliosi auch weiterhin als Buchautor aktiv. Einen weiteren Erfolg erreichte er 1991 mit And the sea will tell, das noch im gleichen Jahr verfilmt wurde. Auch in diesem Buch schilderte er einen bizarren Mordfall, bei dem er selbst die Verteidigung der mitangeklagten Jennifer Jenkins übernahm und einen Freispruch erwirkte.

Im Juli 1986 drehte das englische Fernsehen einen fiktiven Prozess gegen Lee Harvey Oswald wegen des Attentats auf John F. Kennedy. Die Verhandlung basierte auf vorhandenen Unterlagen und Aussagen vor den verschiedenen Untersuchungsausschüssen. Es gab kein Drehbuch und keine Schauspieler, nur die tatsächlichen Zeugen sagten aus. Bugliosi übernahm die Rolle des Staatsanwalts. Eine fünfstündige Zusammenfassung der 21 Stunden langen Aufzeichnung wurde im November 1986 unter dem Titel On Trial: Lee Harvey Oswald, gesendet.

1996 beschäftigte er sich in dem Buch: Outrage: The Five Reasons Why O.J. Simpson Got Away With Murder („Empörung: Die fünf Gründe, warum der Mörder O.J. Simpson davonkam“) mit dem Freispruch O.J. Simpsons, der er missbilligte, ein weiteres

2007 veröffentlichte er Reclaiming History, ein mehr als 1600 Seiten starkes Buch, in dem er nachzuweisen versucht, dass Lee Harvey Oswald beim Attentat auf John F. Kennedy als Alleintäter gehandelt habe. Im gleichen Jahr erschien die Kurzversion Four Days in November.

2008 kam The Prosecution of George W. Bush for Murder auf den Markt, das auch ins Deutsche übersetzt worden ist.

Verfilmungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • (mit Curt Gentry): Helter Skelter. The True Story of the Manson Murders. (1974).
    • Deutsche Ausgabe, mit Curt Gentry: Helter Skelter - Der Mordrausch des Charles Manson, Riva Verlag, München 2010 ISBN 978-3-86883-057-6.
  • And the Sea Will Tell. WW Norton & Co, New York 1991, ISBN 0-393-02919-0.
  • Outrage. WW Norton & Co, New York 1996, ISBN 978-0-393-04050-0.
  • Reclaiming History. The Assassination of President John F. Kennedy. WW Norton & Co, New York 2007, ISBN 0-393-04525-0.
  • Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. WW Norton & Co, New York 2007 ISBN 978-0-393-33215-5.
  • The Prosecution of George W. Bush for Murder. Vanguard, New York 2008, 978-1-59315481-3.
    • Deutsche Ausgabe: Anklage wegen Mordes gegen George W. Bush. dtv, München 2008, 978-3-42324714-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Erhebt Euch -Tod den Pigs!. In: Der Spiegel. Nr. 50, 1974 (online).