Vindonissa-Museum

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Vindonissa-Museum

Das Vindonissa-Museum ist ein archäologisches Museum in der Stadt Brugg, im Kanton Aargau in der Schweiz. Es vermittelt die Geschichte des römischen Legionslagers Vindonissa in der Nachbargemeinde Windisch sowie die römische Kulturgeschichte. Auf dem Gemeindegebiet von Windisch befinden sich weitere Ausstellungsräume und Schauplätze. Das Museum wird von der Kantonsarchäologie Aargau betrieben und ist Eigentum der Gesellschaft Pro Vindonissa (GPV). Leiter des Vindonissamuseums ist derzeit (2013) René Hänggi.

Planung und Bau[Bearbeiten]

1897 begannen unter der Leitung des Studenten Otto Hauser Ausgrabungen im Amphitheater von Windisch, die bald ein reiches Fundspektrum zutage brachten. Daraufhin wurde die GPV gegründet, die ab 1903 den Bau eines Museums plante. Die Grundfinanzierung erfolgte 1906 durch eine Ausstellung in der Klosterkirche Königsfelden und 1907 durch ein Freilichtschauspiel im Amphitheater. Ebenfalls schrieb die GPV einen Wettbewerb aus, an dem sich die in Brugg gebürtigen Architekten Adolf Füchslin und Albert Froelich (damals in Charlottenburg tätig) beteiligten. Zwei Jahre später erhielt Froelichs überarbeites Projekt den Zuschlag. Die Grundsteinlegung erfolgte am 4. Mai 1910, am 28. April 1912 fand die Eröffnung statt. Zuletzt betrugen die Baukosten rund 150'000 Franken.

Architektur[Bearbeiten]

Das im Jugendstil erbaute Museumsgebäude steht am Eisiplatz gegenüber der Altstadt und setzt mit seiner gedrungen monumentalen Erscheinung einen eigenen, kraftvoll wirkenden Akzent. Ein dreigeschossiger, rechteckiger Haupttrakt dominiert die Gliederung des gesamten Baukörpers. Daran fügt sich ein Vorbau mit zwei turmartigen Eckrisaliten an. Auf der hinteren Seite, im Garten, ist eine fünfachsige Loggia mit Rundbögen angebaut. Die Dächer heben die einzelnen Gebäudeteile zusätzlich hervor; das grosse Walmdach über dem Haupttrakt wird beidseits von kleineren Walmdächern mit unterschiedlicher Dimension und Firsthöhe durchdrungen. Zusammen mit der Bedachung der Eckrisalite ergibt sich daraus eine Anspielung auf das Westtor des römischen Legionslagers Vindonissa (aber keine eigentliche Rekonstruktion).

An der linken Ecke der Vorderseite des Gebäudes steht eine Statue der Kapitolinischen Wölfin. Die Längswand an der Längsfront des Hauptbaus sind mit Rundmedaillons aus Stuck geschmückt, auf denen die römischen Kaiser Nerva, Domitian, Vespasian und Nero abgebildet sind. Der Sockel ist kräftig rustiziert. Die Innenräume sind von der Form und der Farbgebung her einem römischen Haus nachempfunden. In Zusammenarbeit mit dem Architekten nahm Werner Büchli die Ausmalung der beiden Ausstellungshallen vor, hinzu kommen an den Säulen im Obergeschoss die Darstellungen von 28 Figuren aus der römischen Mythologie.

Der für die damalige Zeit richtungsweisende Museumsneubau wurde nach neuesten Erkenntnissen aus Berliner Museen geplant und 1922 beim Neubau des Provinciaal Museum in Nijmegen (Niederlande) kopiert. Das Museumsgebäude blieb bis heute in seinem originalen Zustand erhalten und ist damit ein eigenes Gesamtkunstwerk.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

47.484358.20565Koordinaten: 47° 29′ 4″ N, 8° 12′ 20″ O; CH1903: 657810 / 259569