Vinyldach

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Ford Granada mit Vinyldach
Lincoln Town-Car
Opel Manta mit Vinyldach
Opel Diplomat B mit Vinyldach

Ein Vinyldach war in den 1960er-Jahren eine Zeit lang ein Unterscheidungsmerkmal von als höherwertig propagierten Automobilen. Es wurde am deutschen Markt als Option von Ford und Opel angeboten; einzelne Modelle (wie der Opel Diplomat) hatten in bestimmten Baujahren ein Vinyldach serienmäßig.

Das Vinyldach besteht aus einem normal lackierten Blechdach, das mit einer strukturierten Kunststofffolie (Vinyl) beklebt ist. Die gängigste Farbe ist schwarz. Jedoch wurden oft auch Dächer in weiß, rot und grün produziert. Denkbar sind auch alle anderen Farben, da Polyvinylchlorid sich mit entsprechenden industriellen Pigmenten beliebig einfärben lässt.

Es folgte den früher käuflichen Zweifarben-Lackierungen nach, die aufgrund ihres produktionstechnischen Aufwandes in der Mitte der 1960er-Jahre vom Markt verschwanden.

Das Vinyldach sorgte allerdings in späteren Jahren infolge Ablösens an den Rändern sehr oft für Verdruss bei den Eigentümern. Diese Fahrzeuge konnten dann sehr unansehnlich erscheinen. Ein Ärgernis war auch das starke Aufheizen des Vinyldaches bei sommerlichem Wetter. Die Einwirkungen von Temperaturänderungen machten insbesondere bei Dächern, die mit Schiebedach-Ausschnitten zusätzliche Kanten hatten, vermehrt Probleme.

So wurde der Vinylbezug in Europa ab Mitte der 1970er-Jahre kaum noch angeboten. Eines der letzten Fahrzeuge in Europa mit Vinyldach-Option war der Ford Granada, den man bis 1980 bestellen konnte. Bis 1984 war dies beim Audi 80 noch möglich. In USA waren Vinyldächer noch bis zum Ende der 80er Jahre verfügbar. Lincoln stellte seine Vinyldächer erst mit dem Erscheinen des Mark VII im Jahre 1984 ein. Cadillac beendete seine Vinyldach-Option erst mit dem deVille im Jahre 1993.

Heute ist die Restaurierung eines Autos mit Vinyldach kein leichtes Unterfangen. Zum einen ist der genoppte Bezugsstoff nicht ganz einfach zu beschaffen, zum anderen bestehen weiterhin die Verarbeitungsprobleme, zusätzlich sind eine Reihe von Klebechemikalien, mit denen früher Vinyl verarbeitet wurde, aufgrund der Lösungsmittelbestandteile heutzutage nur noch schwer zu erwerben. Überdies kann das alte Vinyldach Unterrostungen verbergen, da aufklaffende Spalte des alten Daches eine Feuchtigkeitsfalle sein können.

Landau-Roof[Bearbeiten]

Ein Lincoln der späten siebziger Jahre mit Landau-Vinyldach, das nur den hinteren Dachteil bedeckt, opera windows (vom Vinyldach umrahmte kleine Seitenscheiben) und coach lamps (Seitenleuchten an der B-Säule)

Das Landau-Dach ist eine spezielle Form des Vinyldaches bei Automobilen. Bei dieser Form wird nur der hintere Teil des Dachbereiches durch eine Vinylauflage verkleidet.

1979 Lincoln Town-Car

Diese Form fand sich bei einigen US-Fahrzeugen aus dem Marktsegment der Oberklasse von den späten 1960ern bis Anfang der 1980er-Jahre. Der Effekt eines „klassisch“ geteilten Daches sollte die Fahrzeuge optisch aufwerten. Die damit verbundene Idee lehnte sich als Retro-Element an historische Fahrzeuge mit getrennten Dachkonstruktionen für Fahrer und Passagiere an. Das konnte sich entweder durch einen im Freien sitzenden Fahrer und mittels Faltverdeck oder feste Dachkonstruktion geschützte Passagiere (Phaeton), oder als Festverdeck für den Fahrer kombiniert mit einem Faltverdeck für die Passagiere (Landaulet) ausprägen. Der Name für diese Dachform leitet sich ursprünglich von der Landauer-Kutsche ab, die sich durch ein mittig teilbares Dach geschlossen oder offen fahren ließ.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vinyldach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien