Violinsonate

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Eine Violinsonate ist eine Sonate für zwei obligate Instrumente, an deren Ausführung eine Violine beteiligt ist. Üblich sind vor allem die Solosonate für unbegleitete Geige und die Sonate für Violine und Klavier.

Solosonate[Bearbeiten]

Die ersten Werke für Violine ohne Begleitung finden sich vor allem in der Barockmusik: Hier wurde oft durch das Spielen von Doppelgriffen auf dem einzelnen Instrument Mehrstimmigkeit erzeugt. Beispiele dafür sind die Passacaglia als Abschluss der 16 Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber sowie Johann Sebastian Bachs Drei Sonaten und drei Partiten.

In der Klassik und Romantik waren Solosonaten für Melodieinstrumente sehr unbeliebt, so dass Meister wie Felix Mendelssohn Bartholdy die Bach-Sonaten bearbeiteten und eine Klavierbegleitung hinzufügten.

Erst im 20. Jahrhundert lebte die Form wieder auf: in der Violinliteratur sind hier vor allem die Six Sonates von Eugène Ysaye, in denen fast durchgehend mehrstimmiges, akkordisches Spiel die Virtuosität des Instruments herausfordert. Weitere Solosonaten, wie jene von Paul Hindemith, Max Reger, Béla Bartók, Artur Schnabel oder Boris Blacher folgten.

Violinsonate mit Tasteninstrument[Bearbeiten]

Aus der Barockmusik gibt es einige Sonaten für Violine und Generalbass. Sie sind jedoch deutlich seltener als die verbreitete Triosonate, aus der sich später (zum Beispiel bei J. S. Bach), die Sonate für Violine und obligates Cembalo entwickelt: Diese Form ist durchgehend dreistimmig, wobei die Geige und die rechte Hand des Cembalisten die Oberstimmen bilden und von der linken Hand am Tasteninstrument begleitet werden.

Die Tradition, aus der sich die klassische Violinsonate entwickelte, entstand in Paris um 1730, also etwa zeitgleich mit Bachs Sonaten und sieht die Violine als Begleitinstrument vor. Auch bei Joseph Haydn ist sie dem Klavier zunächst eher untergeordnet, bei den späteren Sonaten Wolfgang Amadeus Mozarts und bei Ludwig van Beethoven wird sie ihm dann gleichgestellt.

Die Dominanz der Geige beginnt erst in der Romantik, bis zu Robert Schumann hießen die Werkbezeichnungen auch Sonate für Pianoforte und Violine oder sogar Sonata per pianoforte con accompagnamento di violino (für Klavier mit Begleitung der Geige), und nicht umgekehrt. In den großen Sonaten von Johannes Brahms, César Franck oder Maurice Ravel sind die virtuos-konzertierenden Aufgaben aber durchaus auf beide Partner verteilt.

Werkauswahl[Bearbeiten]

Werke für Violine solo

weitere von Wilhelm Kempff, Eduard Erdmann, Emil Bohnke, Lothar Windsperger, Egon Wellesz, Ernst Krenek, Nikos Skalkottas, Carl Nielsen, Willem Pijper, August Halm, Walter Courvoisier, Julius Röntgen, Armin Knab, Arthur Honegger, Henk Badings, Johann Nepomuk David, Iannis Xenakis, Krzysztof Penderecki, Krzysztof Meyer, Niels Viggo Bentzon, Giselher Klebe, Boris Blacher, Roger Sessions, David Diamond, Richard Rodney Bennett, Ernest Bloch, Milko Kelemen, Cristóbal Halffter, Alfred Schnittke, Edison Denisov

Violinsonaten mit Tasteninstrument

"Rosenkranz-Sonaten" (1678?)
"Sonatae violino solo" (1681)
Scherzi da Violino solo con il basso continuo (1676)
Hortulus chelicus (1688)
Mannheimer Sonaten, KV 301-306 (1778)
Sonaten in B (KV 454), in Es (KV 481) und in A (KV 526)
Sonate F-Dur, op. 24 (bekannt als "Frühlingssonate", erste viersätzige Violinsonate der Klassik)
Sonate A-Dur, op. 47 (bekannt als "Kreutzer-Sonate")
Sonate G-Dur, op. 96

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Violinsonate – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.bertoldhummel.de/werkbeschreibungen/opus_78.html
  2. http://www.ivan-eroed.at/de/op27.htm
  3. http://www.ivan-eroed.at/de/werkl_opu.htm