Violinsonate Nr. 8 (Beethoven)

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Die Violinsonate Nr. 8 in G-Dur Op. 30 Nr. 3 ist eine Sonate für Violine und Klavier von Ludwig van Beethoven.

Entstehung[Bearbeiten]

Die Violinsonate op. 30,3 entstand gemeinsam mit den beiden anderen Violinsonaten des op. 30, der Nr. 6 in A-Dur, Op. 30 Nr. 1 und der Nr. 7 in c-Moll Op. 30 Nr. 2, im Jahr 1802.

Zur Musik[Bearbeiten]

Erster Satz (Solisten: Paul Rosenthal, Edward Auer)
Zweiter Satz (Solisten: Paul Rosenthal, Edward Auer)
Notenbeispiel (Thema des zweiten Satzes)
Dritter Satz (Solisten: Paul Rosenthal, Edward Auer)

1. Satz: Allegro assai[Bearbeiten]

Im Hauptthema des Satzes werden kreisende Achtelbewegungen von einer sich durch zwei Oktaven bewegenden Akkordbrechung nach oben kontrastriert. Nach den ersten acht Takten wird der Hauptsatz harmonisch fließender. Die lediglich 26 Takte lange Durchführung ist im ersten Abschnitt von Trillern in Klavier- und Violinpart geprägt. Im zweiten Abschnitt erklingt mehrfach das Hauptthema und leitet schließlich zur Reprise über; eine Coda fehlt.

2. Satz: Tempo di minuetto, ma molto moderato e grazioso[Bearbeiten]

Der zweite Satz in Es-Dur setzt nahtlos am ersten Satz der Sonate an, indem er auf der Tonika-Terz g beginnt. Das Thema des Satzes erklingt achtmal mit nur geringen Abweichungen; beim neunten Erklingen des Themas ist es jedoch als Dialog zwischen Klavier und Violine gestaltet. Der mittlere Teil des Satzes enthält eine rhythmische Gestaltung, die an das Seitenthema im ersten Satz der Sonate Nr. 6, Op. 30 Nr. 1 erinnert.

3. Satz: Allegro vivace[Bearbeiten]

Das Temperament des finalen Rondos veranlasste Beethoven-Forscher Alexander Wheelock Thayer, diesen Satz als »Rondo à la Musette« zu bezeichnen.[1] Er ist von bordunartigen Bässen und Vorschlägen folkloristisch geprägt. Der durchführungsartige Mittelteil wird von einem böhmisch klingenden H-Dur-Motiv abgeschlossen.

Das Schema dieses Satzes findet sich in der Verwendung von Takt- und Tonart sowie volksmusikalischer Merkmale später ebenfalls im Finale von Beethovens Violinsonate Nr. 10 in G-Dur, Op. 96.[2]

Wirkung[Bearbeiten]

Die Violinsonaten op. 30 erschienen im Jahr 1803. Beethovens Widmung der Sonaten an den russischen Zaren Alexander I. wurde durch diesen mit einer Zahlung von 100 Dukaten an den Komponisten während des Wiener Kongresses entlohnt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Begleitheft des CD-Box-Sets Beethoven, Schumann, Brahms – Violinsonaten. Deutsche Grammophon Production (Universal), 2003.
  • Harenberg Kulturführer Kammermusik. Brockhaus, Mannheim 2008, ISBN 978-3-411-07093-0.
  • Jürgen Heidrich: Violinsonaten. In: Beethoven-Handbuch. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2009, ISBN 978-3476021533. S. 466–475.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alexander Wheelock Thayer: Ludwig van Beethoven's Leben. Nach dem Originalmanuskript deutsch bearbeitet von Hermann Deiters. Revision der von H. Deiters bewirkten Neubearbeitung (1901) von Hugo Riemann, 5 Bände, Leipzig 1907–1917, Band 2, S. 354.
  2. Jürgen Heidrich: Violinsonaten. In: Beethoven-Handbuch. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2009, ISBN 978-3476021533. S. 475