Viorica Ursuleac

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Sopranistin Viorica Ursuleac

Viorica Ursuleac (* 26. März 1894 in Czernowitz, Bukowina; † 22. Oktober 1985 in Ehrwald, Tirol), war eine Opernsängerin im Fach dramatischer Sopran.

Leben[Bearbeiten]

Viorica war Tochter eines griechisch-orthodoxen Pfarrers. Sie studierte von 1917 bis 1922 an der Wiener Musikakademie bei Filip Forstén und anschließend in Berlin bei Lilli Lehmann. 1922 debütierte sie in Agram, dem heutigen Zagreb, in der Rolle der Charlotte im Werther von Jules Massenet, wechselte 1923 an die Oper von Czernowitz, 1924 an die Volksoper Wien und 1926 an die Frankfurter Oper, deren Indendanten Clemens Krauss sie in zweiter Ehe heiratete.

Im ersten ihrer zahlreichen Gastspiele in Dresden sang sie 1929 an der Staatsoper die Madame Butterfly in Puccinis gleichnamiger Oper. 1930–1935 war sie Mitglied der Wiener Staatsoper, 1935–1937 der Staatsoper Berlin und 1937–1944 am Nationaltheater München, wo sie sich zusammen mit ihrem Mann besonders für die Werke von Richard Strauss einsetzte.

Als Dirigent leitete Krauss zahlreiche ihrer Auftritte, darunter auch die Uraufführungen von vier Richard Strauss-Opern: Arabella (Dresden 1933), Friedenstag (München 1938) und Capriccio (München 1942) und Die Liebe der Danae (Salzburg 1944).

1933 wurde sie zur österreichischen, 1934 zur preußischen Kammersängerin ernannt.

Im Laufe ihrer langen Bühnenkarriere hat sie nach eigenen Angaben insgesamt 84 Opernrollen dargestellt. Internationale Anerkennung verschaffte sie sich vor allem durch ihre Interpretationen der Hauptfiguren in Opern von Richard Strauss, etwa der Ariadne und der Arabella. Viorica Ursuleac war außerdem in Partien u. a. von Verdi und Wagner zu sehen und zu hören. Weitere Auftritte gab es bei den Salzburger Festspielen von 1930 bis 1944 und in Berlin (1941). Nach 1945 trat sie in Gastrollen auf, unter anderem an der Wiener Staatsoper, am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden oder am Teatro Colón in Buenos Aires.

Insgesamt hat sie 482 Strauss-Abende auf der Bühne gesungen, am häufigsten trat sie als Marschallin in Der Rosenkavalier und als Arabella auf.

1954, nach dem Tod ihres Mannes, beendete sie ihre Karriere. Ab 1959 wirkte sie als Lehrkraft am Salzburger Mozarteum.

Ihre letzten dreißig Lebensjahre verbrachte sie in ihrem Haus in Ehrwald in Tirol. Dort entstand 1983 ein großes Filmporträt der Sängerin, das Wolf-Eberhard von Lewinski für den Saarländischen Rundfunk produzierte.

Nach ihrem Tod wurde sie an der Seite ihres Mannes am Friedhof in Ehrwald beigesetzt.

Am 30. August 2006 wurde in Czernowitz am Geburtshaus von Viorica Ursuleac, in dem sie auch ihre Jugend verbracht hatte, eine Gedenktafel eingeweiht; das Haus befindet sich in der ehemaligen Neue-Welt-Gasse (heute Вулиця Шевченка [Vulycja Ševčenka]) № 75.

Diskografie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roswitha Schlötterer: Clemens Krauss, ihr gemeinsames Wirken für Richard Strauss. Beigefügtes Werk in: Viorica Ursuleac: Singen für Richard Strauss. Erinnerungen und Dokumente. Doblinger, Wien / München 1986, ISBN 3-900035-95-4, getrennte Zählung.
  • Viorica Ursuleac: Singen für Richard Strauss. Erinnerungen und Dokumente. Doblinger, Wien / München 1986, ISBN 3-900035-95-4.
  • Ulrich Dahmen: Viorica Ursuleac. In: Stimmen, die um die Welt gingen. H. 22, 1988, ZDB-ID 1352054-4.

Weblinks[Bearbeiten]