Virginie Déjazet

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Virginie Déjazet, 1839

Pauline Virginie Déjazet (* 30. August 1798 in Paris; † 1. Dezember 1875) war eine französische Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Virginie Déjazet betrat schon als fünfjährige das Théâtre des jeunes Artistes am Kapuzinerkloster, und spielte dann mit Erfolg auf den Kinderteatern der Rue de Bondy und der Rue Dauphine. Déjazet trat in den Varietés in Knabenrollen auf, ebenso in Bordeaux und Lyon und unterrichtete 1821 im Gymnase die männlichen Schüler.

Von hier kam sie an das Théâtre des Nouveautés und ging 1834 an das Théâtre du Palais-Royal über, dem sie seinen schönsten Glanz verlieh.

Von 1844 bis 1849 war sie Mitglied der Variétés, trat dann an verschiedenen Theatern von Paris auf, auch wiederholt in der Provinz und in London auf und übernahm 1859 die Direktion des Théâtre des Folies-Dramatiques, die sie in Théâtre Dramatiques umtaufte.

1868 trat sie von der Bühne ab, kehrte aber zurück, als man ihr 1874 für eine Vorstellung 60.000 Francs anbot.

Außerordentliche Lebendigkeit, Witz, das Talent, entschiedene Zweideutigkeiten so sagen zu können, daß sie ihr verziehen wurden, und eine unbeschreibliche Schalkhaftigkeit in ihrem ganzen Wesen machten sie zu einem der glänzendsten Sterne der Pariser Bühne.

Karl Moritz von Beurmann sagte über sie: „Sie ist die Königin der Vaudevilles, die Grisette par excellence, die reizendste und liebenswürdigste Sünderin von Paris, die geistreichste und witzigste Salondame der Hauptstadt.“

1869 erhielt sie von Napoléon III. eine Pension von 2.000 Francs.

Eine Sammlung ihrer stets treffenden, geistreichen Einfälle enthält das Buch Le perroquet de Déjazet.

Nachkommen[Bearbeiten]

Déjazets Sohn Eugène Déjazet († 19. Februar 1880 in Paris) wurde durch eine Reihe von Operetten bekannt:

  • "Un mariage en l'air" (1861),
  • "L'argent et l'amour" (1863),
  • "Monsieur de Belle-Isle" (1865)

Ihre Tochter Hermine († 18. Dezember 1877) wurde durch eine Komposition und als Sängerin bekannt.

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Basse: Virginie Dejazet à Lyon. Éditions de la Guillotière, Lyon 1960
  • Georges Duval: Virginie Déjazet 1797–1875. Tresse, Paris 1876
  • Louis-Henry Lecomte: Virginie Déjazet. D'après ses papiers et sa correspondance. Vie de l'artiste, Déjazet et ses contemporains, Déjazet amoureuse. J. Tallandier, Paris 1902 (Digitalisat)
  • Louis-Henry Lecomte: Un amour de Déjazet. Histoire et correspondance inédites, 1834–1844. (= Bibliothèque du vieux Paris). H. Daragon, Paris 1907 (Digitalisat)
  • Eugène de Mirecourt: Déjazet. (= Les contemporains; 10). G. Havard, Paris 1859 (Digitalisat)
  • Ernst Pasqué: Virginie Dejazet. Eine Erzählung aus der Pariser Künstlerwelt. R. Eckstein, Leipzig 1879

Weblinks[Bearbeiten]