Virneburg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Virneburg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Virneburg
Virneburg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Virneburg hervorgehoben
50.3422222222227.0788888888889402Koordinaten: 50° 21′ N, 7° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Vordereifel
Höhe: 402 m ü. NHN
Fläche: 5,4 km²
Einwohner: 377 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56729
Vorwahl: 02656
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 105
Adresse der Verbandsverwaltung: Kelberger Straße 26
56727 Mayen
Webpräsenz: www.virneburg-eifel.de
Ortsbürgermeister: Herbert Pung
Lage der Ortsgemeinde Virneburg im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte

Virneburg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Vordereifel an, die ihren Verwaltungssitz in Mayen hat.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Ortsgemeinde Virneburg liegt in der Vulkaneifel. Die nächsten Städte sind ca. 15 km im Osten Mayen und 15 km im Westen Adenau.

Die durchschnittliche Höhe liegt bei 402 m über NN. Der Ort liegt in einem Tal – umgeben von vier Bergen, dem Brauberg, Schafsberg, Mühlenberg und Bleiberg. In der Mitte des Orts befindet sich ein weiterer Berg, auf dem die Virneburg steht. Durch den Ort fließt ein Bach mit dem Namen Nitz, welcher bei Schloss Bürresheim in die Nette mündet. Um den Ort befinden sich hauptsächlich Wälder, Weiden und Wiesen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Virneburg grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Welschenbach, Langenfeld, Mayen, Hirten, Luxem, Nachtsheim und Baar.

Geschichte[Bearbeiten]

Ruine der Virneburg

Die Geschichte des Ortes Virneburg ist eng verbunden mit der Geschichte der gleichnamigen Burg, deren Ruinen als Wahrzeichen des Ortes gelten. Die Burg wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet und 1192 erstmals urkundlich erwähnt. Der Burgflecken entstand später am Fuß des Burgberges.

Im Jahre 1815 wurde auf dem Wiener Kongress das Rheinland und damit auch Virneburg dem Königreich Preußen zugesprochen. Virneburg wurde Sitz einer Bürgermeisterei im 1816 neu errichteten Kreis Adenau, zugleich Sitz eines Friedensgerichts. Zur Bürgermeisterei Virneburg gehörten der Flecken Virneburg, zehn Dörfer, 13 Weiler, fünf Höfe und zwei Mühlen.[2]

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Virneburg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

Jahr Einwohner
1815 259
1835 338
1871 302
1905 235
1939 258
Jahr Einwohner
1950 327
1961 354
1970 378
1987 398
2005 460

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Virneburg besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Blasonierung des Wappens: „Geteilt von Silber und Gold, oben auf flachem grünem Dreiberg ein schreitender goldbekronter und blaubewehrter roter Löwe mit erhobener linker Vorderpranke, unten sieben rote Rauten (4:3).“

Beschreibung der Flagge: „Hissflagge gold-rot-gold im Verhältnis 1/6: 4/6: 1/6 waagerecht gestreift. In der Mitte auf dem roten Streifen das Wappen der Ortsgemeinde Virneburg.“

Der Legende nach wird der Ursprung der Rauten so erklärt: Die Ungarn drangen im Jahr 933 bis nach Kaisersesch vor. Hier wurden sie von einem deutschen Heer geschlagen. Dabei tat sich besonders der Graf Albick von Virneburg hervor. Zum Dank verlieh ihm der Kaiser das Wappen mit den 7 Rauten, die die Langschilder der besiegten Ungarn symbolisierten.[5]

Die Wappen finden sich noch heute an vielen Stellen, unter anderem in den Kirchen in Wanderath, Weiler, Nachtsheim, Mayen, Monreal, Schleiden, in der Kapelle in Einig und im Kölner Dom. Weiterhin zieren sie die Wappen der Ortsgemeinden Arft, Anschau, Baar, Bermel, Boos, Ditscheid, Ettringen, Luxem, Monreal, Münk, Nachtsheim Weiler und Welling.

Bis 1615 enthielt das Wappen lediglich die 7 roten Rauten auf Gold. Danach kam die Grafschaft an Löwenstein-Wertheim und der Löwe wurde zusätzlich in das Wappen aufgenommen.

Am 26. Juni 1990 erhielt Virneburg die Genehmigung, eine Flagge zu führen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kapelle St. Trinitatis in Virneburg

St. Trinitatis[Bearbeiten]

Die Kapelle St. Trinitatis ist ein barocker Saalbau aus dem Ende des 17. Jahrhunderts.

Burgruine[Bearbeiten]

Im Zentrum von Virneburg liegt die Ruine der gleichnamigen Virneburg, Stammsitz der Grafen von Virneburg. Sie befindet sich auf einer Erhebung und wird von den vier umliegenden Virneburger Bergen: Schaftberg, Bleiberg, Brauberg und Mühlenberg umgeben

Virne-Burgweg[Bearbeiten]

Der rund um Virneburg führende Wanderweg „Virne-Burgweg“ wurde im Frühjahr 2008 als einer der Traumpfade des Kreises Mayen-Koblenz fertiggestellt.

Der 9,9 km lange Wanderweg führt über 313 Höhenmeter und zeigt eine einmalige Mischung aus Wald und Heidelandschaften.

Im September 2008 wurde der Weg auf der Wandermesse „Tour Natur“ in Düsseldorf zum Wanderweg des Jahres 2008 in der Kategorie Tagestouren gewählt.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Virneburg

Aufstieg zur Burgruine

Infrastruktur[Bearbeiten]

Tanklöschfahrzeug 8/18 W der Feuerwehr Virneburg

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Markowitz: Zur Geschichte des Hauses und der Burg Virneburg. In: Rheinische Heimatpflege, 42. Jahrgang (2005), S. 263−273.
  • Michael Maiworm: Auf einem 'Traumpfad' ins Mittelalter. Der Virne-Burgweg. In: Eifel-Jahrbuch 2014, ISBN 978-3-921805-93-0, S. 145-151

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Virneburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830, Seite 669
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
  5. Springiersbacher Chronik Virnenburg oder Virneburg. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 48, Leipzig 1746, Spalte 1774–1779.