Virtuose

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Virtuos ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zur 1865 erschienenen Bildergeschichte von Wilhelm Busch siehe Der Virtuos.
Wilhelm Busch: Szene 12 und 13 aus Der Virtuos

Ein Virtuose ist jemand, der eine bestimmte Fähigkeit bis zur Perfektion oder mit Hilfe einer besonderen Technik beherrscht.

Das Wort, das heute in erster Linie für Instrumental- oder Gesangsolisten die über eine außerordentliche technische Meisterschaft verfügen verwendet wird, gelangte vom Lateinischen (virtus = Tugend, Tüchtigkeit) über das Italienische (virtuoso = fähig) ins Deutsche. Es bezeichnet allgemein das besonders geschickte oder meisterliche Ausführen bestimmter Tätigkeiten, das jedoch meist mit einem gewissen Wagnis verbunden ist und damit die Bewunderung der Zuschauer hervorruft. Der Musikwissenschaftler Günter Oesterle beschreibt Virtuosität als "permanente Überbietung" des durch Nachahmung Erlernten.[1] Musik wird zumeist als virtuos bezeichnet, wenn sie hohe Anforderungen an die technischen Fähigkeiten des Spielers stellt, z. B. hohes Spieltempo, schwierige Akkorde, große Sprünge, volles Ausnutzen des Tonumfanges.

Niccolò Paganini war ein Virtuose auf der Geige, Franz Liszt und Frédéric Chopin waren Virtuosen am Klavier. Als heutige Virtuosen an der klassischen Gitarre seien beispielhaft Dominic Frasca oder die Musiker um Pepe Romero genannt. Bei der Viola da gamba ist es für viele der katalanische Gambist Jordi Savall. In der populären Musik wird ein hohes spiel- und gesangstechnisches Niveau vor allem im Jazz, Progressive Rock und im Hard Rock/Metal-Bereich geschätzt (siehe auch Shredding). Als Virtuosen dieser Musikrichtungen werden Musiker wie Charlie Parker (Sax., Jazz), Jordan Rudess (Keyb., Progressive Rock) oder z. B. Yngwie Malmsteen (guit., Hardrock/Heavy Metal) angesehen.

In der jüngeren Sprachentwicklung wurde die Bezeichnung von der Musik auf vielfältige andere Lebens- und Arbeitsbereiche übertragen: Man kann von „virtuosen Köchen“ ebenso sprechen wie von „Virtuosen an der Computertastatur“. Ein Virtuose hat seine Fähigkeiten bis zur Meisterschaft entwickelt.

Der Begriff „virtuos“ wird je nach Zusammenhang auch abwertend verwendet, um eine musikalische Aufführungspraxis zu beschreiben, bei der vor allem die technischen Fähigkeiten des Spielers zur Schau gestellt werden, die musikalische Qualität jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Kammervirtuose

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Virtuose – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Günter Oesterle: Imitation und Überbietung. Drei Versuche zum Verhältnis von Virtuosentum und Kunst. In: Hans-Georg von Arburg (Hrsg.): Virtuosität. Kult und Krise der Artistik in Literatur und Kunst der Moderne. Wallstein, Göttingen 2006, S. 47.