Visagies Goldmull

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Visagies Goldmull
Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Afrotheria
Ordnung: Tenrekartige (Afrosoricida)
Familie: Goldmulle (Chrysochloridae)
Gattung: Kapgoldmulle (Chrysochloris)
Art: Visagies Goldmull
Wissenschaftlicher Name
Chrysochloris visagiei
Broom, 1950

Visagies Goldmull (Chrysochloris visagiei) ist ein kaum erforschtes Säugetier aus der Gattung der Kapgoldmulle (Chrysochloris) in der Familie der Goldmulle (Chrysochloridae). Er ist nur vom Holotypus bekannt, der 1949 von Captain Guy Chester Shortridge bei Gouna in der Provinz Nordkap gesammelt wurde. Das Artepitheton ehrt I. H. J. Visagie, den Eigentümer der Farm, auf der diese Art entdeckt wurde.

Merkmale[Bearbeiten]

Das einzige bekannte Exemplar hat eine Länge von 106 mm. Das Fell ist hell gelblich-braun oliv. Das Gesicht ist etwas heller als der übrige Körper. Visagies Goldmull ähnelt sehr stark dem Kap-Goldmull (Chrysochloris asiatica). Der Hammerknochen im Mittelohr ist jedoch verhältnismäßig breiter. Die erste Vorderklaue ist viel kürzer als die zweite. Wie bei allen Vertretern der Gattung ist ein Schläfenbein vorhanden.

Status[Bearbeiten]

Verbreitungskarte von Visagies Goldmull

Bis heute herrscht Unklarheit darüber, ob es sich bei Chrysochloris visagiei tatsächlich um ein valides Taxon oder um ein annormales Exemplar des Kap-Goldmulls handelt. Während zwei unabhängiger Exkursionen in einem Zeitraum von 20 Jahren, scheiterten Mitarbeiter des Kaffrarian Museums (heute Amathole-Museum), neue Exemplare von Visagies Goldmull aufzuspüren. Gouna, wo das Typusexemplar entdeckt wurde, befindet sich in der trockenen Nama-Karoo. Die Region besteht aus Schieferboden, der ungeeignet als Lebensraum für Goldmulle erscheint. Auch in den kultivierten Landstrichen entlang der Ufer der Flüsse Vis und Renoster konnten keine Anzeichen von Goldmull-Aktivitäten nachgewiesen werden. Daher besteht die Möglichkeit, dass das Typusexemplar keine eigenständige Art repräsentiert, sondern einen Kap-Goldmull, der entweder durch Menschen nach Gouna transportiert wurde, oder durch eine Wanderung aus einem eher geeigneten Lebensraum im Westen in die Region gelangt ist; wahrscheinlich über das Fish-River-System. Die IUCN listet Visagies Goldmull in der Kategorie „unzureichende Datenlage“ (data deficient). Durch die extensive Landwirtschaft wurde der Lebensraum in der Typuslokalität dramatisch verändert. Die Auswirkungen dieser Umwandlungen können jedoch nicht beurteilt werden, bevor nicht die Unsicherheiten hinsichtlich der genauen Herkunft des Typusexemplares ausgeräumt wurden und / oder die Lebensraum-Anforderungen dieser Art bekannt sind.

Literatur[Bearbeiten]

  • Meester, J. A. J.: South African Red Data Book - Small Mammals. A Report of the Committee for Terrestrial Biology. National Programme for Environmental Sciences. South African National Scientific Programmes Report. No. 11, Council for Scientific and Industrial Research, Pretoria, 1976. S. 13
  • Bronner, Gary: Family Chrysochloridae In: M. G. L. Mills, Lex Hes (Hrsg.), The Complete Book of Southern African Mammals, S. 56. Struik Publishers, 1997. ISBN 978-094-743-055-9
  • Bronner, G. N. and Jenkins, P. D. 2005. Order Afrosoricida. In: D. E. Wilson and D. M. Reeder (Hrsg.), Mammal Species of the World, S. 70–81. The Johns Hopkins University Press, Baltimore, MD, USA.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Visagies Goldmull (Chrysochloris visagiei) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Chrysochloris visagiei in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012. Eingestellt von: Gary Bronner, 2008. Abgerufen am 1. Februar 2013