Vital du Four

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Vital du Four

Vital du Four, Vitalis de Furno, Jean du Four, (OFM) (* 1260 in Bazas; † 1327 in Avignon) war ein scholastischer Theologie, franziskanischer Philosoph und Alchemist. Seit 1312 war er Kardinal und seit 1321 Bischof von Albano.

Er studierte 1285 - 1291 Theologie in Paris, lehrte anschließend in Montpellier, ab 1296 in Toulouse. Zu seinen wichtigsten Werken gehören die "Quodlibeta", die "Quaestiones disputatae" und die Abhandlung "De rerum principio".

Vital du Four gilt als Wegbereiter wichtiger Ideen, die erst von anderen Philosophen, wie etwa Duns Scotus und Wilhelm von Ockham ausgeführt werden. Er betont die Erfahrung als Grundlage aller Erkenntnis, was insbesondere für die innere Erfahrung gilt. Im Armutsstreit zwischen den Franziskaner-Spiritualen und Johannes XXII. beugte er sich schließlich der Autorität des Papstes.

In einem um 1310 entstandenen Sammelwerk Liber selectiorum remediorum pro conservanda sanitate ad totius corporos humani morbos (gedruckt 1521 in Mainz) schildert er die medizinisch wertvollen Wirkungen des aus Wein destillierten Alkohols (Aqua ardens), erläutert die Gewinnung von Salpetersäure, Duftstoffen und Pflanzenölen, behandelt die Wirkung von Königswasser (Auflösung von Metallen wie Gold), weist auf die bleichende und desinfizierende Wirkung von Schwefelgasen hin, behandelt Gold, Silber (beide in Puderform) und Kupfersalze als Medizin sowie Arsensulfid gegen Hautausschlag. Das Werk ist eine Kompilation des damaligen Wissens und enthält Auszüge anderer Autoren.

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Decorte, Vitalis de Furno (Jean du Four) OMin, Kardinal (ca. 1260–1327), Lexikon des Mittelalters
  • Theo Kobusch, Die Philosophie des Hoch- und Spätmittelalters, München 2011, S. 306 f.
  • Stephen F. Brown: Vitalis de Furno (Vital du Four) (ca. 1260–1327), in: Historical dictionary of medieval philosophy and theology, 2007, S. 291
  • Eintrag in Winfried Pötsch, Annelore Fischer, Wolfgang Müller: Lexikon bedeutender Chemiker, Harri Deutsch 1989

Weblinks[Bearbeiten]