Vlade Divac

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Basketballspieler
Vlade Divac
Vlade Divac cropped.jpg
Spielerinformationen
Geburtstag 3. Februar 1968
Geburtsort Prijepolje, SFR Jugoslawien
Größe 216 cm
Position Center
NBA Draft 1989, 26. Pick, Los Angeles Lakers
Vereine als Aktiver
1980–1982 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien KK Elan Prijepolje
1982–1986 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien KK Sloga Kraljevo
1986–1989 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien KK Partizan Belgrad
1989–1996 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles Lakers
1996–1998 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Charlotte Hornets
1998–1999 SerbienSerbien KK Roter Stern Belgrad
1999–2004 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sacramento Kings
2004–2005 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles Lakers
Nationalmannschaft
SFR Jugoslawien
BR Jugoslawien
Medaillenspiegel
Basketball (Herren)
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien
Olympische Spiele
Bronze Korea SudSüdkorea 1988 Seoul
Weltmeisterschaften
Bronze SpanienSpanien 1986 Spanien
Gold ArgentinienArgentinien 1990 Argentinien
Europameisterschaft
Silber GriechenlandGriechenland 1987 Athen
Gold Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien 1989 Zagreb
Gold ItalienItalien 1991 Rom
Medaillenspiegel
Basketball (Herren)
Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Jugoslawien
Olympische Spiele
Bronze Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 1996 Atlanta
Weltmeisterschaften
Gold Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 2002 Indianapolis
Europameisterschaft
Gold GriechenlandGriechenland 1995 Athen
Bronze FrankreichFrankreich 1999 Frankreich

Vlade Divac (* 3. Februar 1968 in Prijepolje, SR Serbien) ist ein serbischer Sportfunktionär und ehemaliger Basketballspieler. Als Nationalspieler Jugoslawiens gewann Divac die Weltmeisterschaften 1990 und zwei Europameisterschaften. Später konnte er diese Erfolge mit der Nationalmannschaft Serbien und Montenegros bei den WM-Endrunden 2002 und EM-Endrunden 1995 wiederholen. Zudem gehörte er zu den ersten Spielern aus dem ehemaligen Jugoslawien, die in den 1990er Jahren in der am höchsten dotierten Profiliga NBA in den Vereinigten Staaten spielen durften. Seit 2009 ist Divac Präsident des NOK Serbiens.

Karriere[Bearbeiten]

Mit 18 Jahren wechselte Divac, der zuvor erfolgreich in jugoslawischen Jugendauswahlmannschaften gespielt hatte, vom KK Sloga aus Kraljevo zu Partizan Belgrad, die zu den führenden Mannschaften im serbischen Landesteil Jugoslawiens zählte. Divac verzichtete damit auf eine Ausbildung an einem US-amerikanischen College, wie es zuvor Luka Pavićević versucht hatte. Bereits im Sommer 1986 nahm er als jüngster Spieler mit der jugoslawischen Herren-Auswahl an der WM-Endrunde 1986 in Spanien teil. Nach zwei eher enttäuschenden EM-Endrunden 1983 und 1985 kehrte die jugoslawische Auswahl in den Kreis der Besten zurück und gewann nach einer Halbfinalniederlage nach Verlängerung gegen Titelverteidiger Sowjetunion wie bei Olympia 1984 und vier Jahre zuvor erneut eine Bronzemedaille. In Divac’ erstem Jahr mit Partizan gewann die Mannschaft 1987 zum vierten Mal seit 1976 die jugoslawische Landesmeisterschaft in der YUBA-Liga. Nach einer Finalniederlage gegen Gastgeber Griechenland gewann Divac mit den gleichaltrigen Toni Kukoč und Dino Rađa in der jugoslawischen Herrenauswahl eine Silbermedaille bei der EM-Endrunde 1987. Zwei Monate später gewann eine von Svetislav Pešić trainierte jugoslawische Juniorenauswahl, die von Divac, Kukoč und Rađa angeführt wurde, die U20-Weltmeisterschaften im italienischen Bormio. Dabei wurde eine US-amerikanische Auswahl um die späteren NBA-Profis Gary Payton, Larry Johnson und Stacey Augmon gleich zweimal besiegt.[1] Nach dem verlorenen Olympiafinale 1972, als eine US-amerikanische Collegeauswahl gegen international erfahrene Spieler der Sowjetunion verloren hatte, gelten diese beiden Niederlagen als die ersten einer US-amerikanischen Bestenauswahl in einem Duell auf Augenhöhe mit einer Bestenauswahl eines anderen Landes.

Bei den Olympischen Spielen 1988 gewann die jugoslawische Herrenauswahl in der Vorrunde gegen die Sowjetunion, denen man dann im Finalspiel mit 13 Punkten Differenz relativ deutlich unterlegen war. Dies sollte für die folgenden drei Jahren bis auf die Niederlage bei der WM 1990 in einem bedeutungslosen Gruppenspiel gegen Puerto Rico die einzige Niederlage für die jugoslawische Nationalmannschaft bei einem Endrundenturnier bleiben. Bei den aufeinanderfolgenden, überlegenen Titelgewinnen bei der EM 1989 vor heimischem Publikum in Zagreb, WM 1990 und EM 1991 war ansonsten in den siegreichen Spielen die geringste Siegesdifferenz acht Punkte im WM-Halbfinale 1990 gegen eine US-amerikanische Collegeauswahl. Gleichwohl wurde Divac auch zu einem Instrumen in dem wachsenden ethnischen Konflikt innerhalb Jugoslawiens, als er nach dem WM-Titelgewinn in Argentinien einem Fan der auf dem Platzt stürmte dessen Flagge der kroatischen Teilrepublik entriss.[2] Anschließend feierte die gesamte Mannschaft mit der jugoslawischen Flagge, während Divac später erklärte, dass er damit seine Mannschaft schützen wollte, indem er keine andere Flaggen duldete, als die jugoslawische, denn es sei auch ein jugoslawischer Sieg gewesen.[2] Die Aktion wurde als entehrend von kroatischen Nationalisten empfunden und als Symbol der Unterdrückung der anderen Landesteile durch Serben politisch genutzt. Ein Jahr später eskalierten die Autonomiebestrebungen innerhalb Jugoslawiens in bewaffneten Auseinandersetzungen, so dass Jurij Zdovc während der EM-Endrunde 1991 von der slowenischen Regierung die weitere Teilnahme untersagt wurde.[3] In den folgenden Jugoslawienkriegen führte die von interessierter Seite politisch genutzte Aktion von Divac 1990 zu einer wachsenden Entfremdung mit seinen ehemaligen nicht-serbischen Mannschaftskameraden.[4]

Bereits im NBA-Draft 1989 war Divac als First-Round-Draft-Pick von den Los Angeles Lakers für die NBA ausgewählt worden und wechselte sogleich in die US-amerikanische Profiliga. Als Rookie in seiner ersten NBA-Saison erzielte er in der NBA 1989/90 bei den Los Angeles Lakers, bei denen unter anderem Magic Johnson und Kareem Abdul-Jabbar zu seinen Mannschaftskameraden zählten, in 19,6 Minuten pro Spiel 8,5 Punkte und 6,2 Rebounds und wurde ins NBA All-Rookie First Team gewählt. Damit war er innerhalb der NBA zunächst erfolgreicher als sein aus Kroatien stammender Landsmann Dražen Petrović, der bereits drei Jahre zuvor ausgewählt einen deutlich schwierigeren Start bei den Portland Trailblazers als Rookie in jener Saison hatte. Während Petrović sich später bei den New Jersey Nets deutlich steigern konnte, entfremdete sich das Verhältnis zwischen den zuvor eng befreundeten Zimmerkollegen Divac und Petrović in der Nationalmannschaft nach dem Aufflammen der bewaffneten Konflikte in den Jugoslawienkriegen. Divac hingegen wuchs mit einer Körpergröße von 2,16 m zu den spielstärkeren Centerspielern in der NBA heran und war bald Mitglied der Starting Five der Lakers. In seiner zweiten Saison NBA 1990/91 erreichte er mit den Lakers als Meister der Western Conference die NBA-Finalserie gegen die Chicago Bulls, in der er einen Schnitt von 12,9 Punkten, 7,7 Rebounds und 2,4 Assists pro Spiel markierte. Die Bulls gewannen jedoch mit Regular Season und Finals-MVP Michael Jordan erstmals die Meisterschaft.

Divac spielte sieben Jahre bei den Los Angeles Lakers, bis er 1996 für Kobe Bryant zu den Charlotte Hornets getauscht wurde. Nach nur zwei Jahren unterschrieb Divac einen Vertrag bei den Sacramento Kings zur Saison 1998/1999. Dort spielte er sechs Jahre, bis 2004. Im Jahr 2000 wurde Divac für sein soziales Engagement mit dem J. Walter Kennedy Citizenship Award ausgezeichnet. Nach einer Nominierung für das NBA All-Star-Game 2001 erreichte Divac mit den Kings, bei denen er unter anderem mit Chris Webber und seinem Landsmann Predrag Stojaković zusammenspielte, erreichte er in der NBA 2001/02 die beste Saisonbilanz aller Mannschaften und scheiterte im Finale der Western Conference nur knapp in sieben Spielen gegen seine ehemalige Mannschaft Lakers um Kobe Bryant und Shaquille O’Neal. Im Juli 2004 unterzeichnete er als Free-Agent bei den Los Angeles Lakers einen Zweijahresvertrag, dort wo seine Karriere 1989 anfing. Ein Bandscheibenvorfall beendete jedoch kurz darauf seine Karriere. Er absolvierte wegen seiner dauerhaften Verletzung in der NBA-Saison 2004/2005 lediglich 15 Kurzeinsätze.

Divac machte nicht nur in der NBA Karriere, sondern spielte auch als Schauspieler in diversen Serien und Filmen, wie z. B. Space Jam, Eddie, Eine schrecklich nette Familie usw. Vlade Divac galt als hervorragender Passer, ausgeprägter Blocker und Rebounder. Für seine starken Assists und Hook-Shoots bekam er viel Anerkennung.

Mit der jugoslawischen und der serbischen Nationalmannschaft wurde Divac Welt- und Europameister und gewann 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta die Silbermedaille.

Am 14. Juli 2005 beendete er seine aktive Laufbahn. Vlade Divac ist neben Hakeem Olajuwon und Kareem Abdul-Jabbar einer der wenigen Spieler, die in der NBA-Geschichte über 13.000 Punkte, 9.000 Rebounds, 3.000 Assists und 1.500 Blocks erzielten. Außerdem ist Divac neben Dirk Nowitzki der erste von bisher lediglich zwei NBA-Spielern, die mindestens 1000 NBA-Ligaspiele absolvierten, obwohl sie weder in den USA geboren noch dort als Basketballer ausgebildet wurden.

2008 wurde Divac als einer der 50 bedeutendsten Akteure in der Geschichte der Europaliga ausgezeichnet.

Er eröffnete am 24. Mai 2008 mit den Moderatoren Željko Joksimović und Jovana Janković die Fernabstimmung zum Finale des Eurovision Song Contest in Belgrad.

Am 31. März 2009 wurde in Sacramento in einer großen Zeremonie die Nummer von Vlade Divac gesperrt, sie wird in Zukunft nicht mehr an andere Spieler vergeben. Später wurde Divac 2009 Präsident des NOK Serbiens, das bereits von 1996 bis 2005 mit Dragan Kićanović von einem bekannten Basketballspieler geleitet wurde.

Am 20. August 2010 erfolgte die Aufnahme in die FIBA Hall of Fame.

Vlade Divac ist ein Verwandter des serbischen Fußballspielers Milan Biševac.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Schauspieler (Nebenrollen)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Yugoslavia / 1987 World Championship for Junior Men. FIBA, abgerufen am 9. Juni 2014 (englisch, Kader und Spielplan).
  2. a b ESPN: Once Brothers - The Flag Incident - 1990 World Basketball Championships - Croatia vs Yugoslavia (sic!). YouTube, 11. Oktober 2010, abgerufen am 9. Juni 2014 (englisch, Ausschnitt aus der Doku „Once Brothers“).
  3. Alexander Wolff: United, They Stood. Sports Illustrated, 8. Juli 1991, abgerufen am 9. Juni 2014 (englisch).
  4. Sam Smith: Kukoc Doesn't Relish Reunion With Divac. Chicago Tribune, 16. November 1993, abgerufen am 9. Juni 2014 (englisch, Repro im News-Archiv).