Vladimír Železný

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vladimir Zelezny (Prager Weinfestival, 2010)

Vladimír Železný, Pseudonym aus den Zeiten vor November 1989 Vladimír Silný, Jakub Stein, (* 3. März 1945 in Kuibyschew, Sowjetunion) ist ein tschechischer Medien-Unternehmer und Politiker, der sich oft am Rande oder außerhalb der Gesetze bewegt und daher neuerdings auch "Tschechischer Berlusconi" genannt wird.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater war Angehöriger der tschechoslowakischen Einheiten, die in der Ukraine gegen die deutschen Besatzer kämpften. 1963 legte er das Abitur ab und trat die Stelle eines Produktionsassistenten beim Tschechischen Fernsehen an. Ein Jahr später begann Železný mit dem Studium der Sozialwissenschaften an der Karls-Universität Prag.

Nach Beendigung des Studium 1968 arbeitete er wieder beim Fernsehen, nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch die Armeen des Warschauer Paktes nahm er aktiv an der Ausstrahlung von Sendungen durch das illegale Fernsehen teil. Kurz darauf ging er nach England und arbeitete in der Presseagentur Associated Press. 1969 kehrte er nach Prag zurück und schrieb seine Doktorarbeit.

In den siebziger und achtziger Jahren durfte er nicht öffentlich auftreten, wurde Redakteur eines technischen Magazins und schrieb unter dem Pseudonym Vladimír Silný Drehbücher für populärwissenschaftliche Sendungen. Unter dem Namen Jakub Stein veröffentlichte er Beiträge in Selbstverlag erscheinenden Zeitschriften.

1990 begann seine aktive politische Tätigkeit als Pressesprecher des Bürgerforums (Občanské fórum). 1991 wurde er Regierungssprecher und Berater des damaligen Premiers Petr Pithart.

Von 1993 bis 2003 leitete er als Generaldirektor die Fernsehgesellschaft CET 21, zu der auch der Fernsehsender TV Nova gehörte. Hier hat er seinen US-Partner Ronald Lauder um seinen Anteil gebracht, was zur internationalen Arbitrage geführt hat, die zugunsten Lauders CME entschieden wurde. Den Schaden – 353 Millionen US-Dollar (etwa 10,5 Milliarden CZK) – tragen bis heute die tschechischen Steuerzahler, weil es in Tschechien an Gesetzen fehlt, die es ermöglichen würden, eine Schadenskompensation vom Verursacher zu verlangen.

Für von ihm gegründete Bewegung/Partei UNABHÄNGIGE (Nezávislí) wurde er 2002 zum Senator gewählt (im Senat war er dann Mitglied im Ausschuss für europäische Integration und Vorsitzender der von ihm gegründeten kommunistischen Gruppe "Nezařazení"), 2004 als Europaabgeordneter in das Europäische Parlament (dort 2005 gewählt zum stellvertretenden Vorsitzenden des EU-Parlaments für Weinbau). Mit seiner letzten Partei Unabhängige Demokraten (Nezávislí demokraté) suchte er seine Wiederwahl in die Abgeordnetenkammer der Tschechischen Parlaments (Wahlen im Juni 2006).

Seine Immunität als Senator und später auch als Europaabgeordneter wurde vom Senat (2003) und vom Europäischen Parlament (2005/06) aufgehoben.

Mitgliedschaften und Ämter[Bearbeiten]

  • Franz-Kafka-Gesellschaft (Společnost Franze Kafky) – Gründungsmitglied und Vizepräsident
  • Stiftung DUHA für die Integration von Personen mit mentalen Problemen – Mitglied des Verwaltungsrates
  • Stiftung fond Galerie – Vorsitzender des Verwaltungsrates
  • Weinbau Tanzberg – Gründungsmitglied
  • EU-Ausschuss für regionale Entwicklung – Mitglied
  • EU-Ausschuss für Landwirtschaft und Dorfentwicklung – Ersatzmitglied
  • Delegation im Ausschuss für parlamentarische Zusammenarbeit EU-Russland – Mitglied
  • Delegation für Beziehungen zu Israel – Ersatzmitglied

Werke[Bearbeiten]

  • Tak pravil Vladimír Železný aneb Malý velký muž, Prag 1999

Weblinks[Bearbeiten]

Medien, Artikel, case studies[Bearbeiten]