Vladimirs Petrovs

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Vladimirs Petrovs (russisch Владимир Михайлович Петров, Wladimir Michailowitsch Petrow; * 27. September 1908[1] in Riga, Lettland; † 26. August 1943 in Kotlas) war ein lettischer Schachmeister.

Er erlernte das Schachspiel im Alter von 13 Jahren und machte rasche Fortschritte. 1926 wurde er Stadtmeister von Riga und belegte bei der Landesmeisterschaft den geteilten zweiten Platz.

Ab 1928 spielte er auf acht Schacholympiaden für sein Land. Dabei erzielte er sein bestes Ergebnis in Buenos Aires 1939, als er am Spitzenbrett 13,5 von 19 Punkten (8 Siege, 11 Remisen) erzielte.

Sein bestes Ergebnis bei einem Einzelturnier war in Ķemeri 1937, wo er mit 12 Punkten aus 17 Partien den geteilten ersten Platz erreichte, punktgleich mit Salo Flohr und Samuel Reshevsky, aber noch vor dem amtierenden Schachweltmeister Alexander Aljechin und Paul Keres.

Nach der Besetzung Lettlands durch die Sowjetunion nahm er an der 12. Landesmeisterschaft der UdSSR 1940 in Moskau teil, bei der er den 10. Platz belegte. Durch die Kriegsumstände wurde er von seiner in Riga lebenden Frau Galina getrennt. Sein letztes Turnier spielte er 1942 in Swerdlowsk, dort belegte er den zweiten Platz hinter Wjatscheslaw Ragosin.

Im August 1942 wurde er wegen kritischer Äußerungen über die Versorgungslage durch den KGB verhaftet und in einem Gulag inhaftiert. Dort starb er an Lungenentzündung und Unterernährung. In der Sowjetunion galt er als Unperson, Hinweise auf seine Turnierergebnisse und Partien wurden aus den Schachbüchern getilgt. Erst im Januar 1989 wurde er durch den Obersten Sowjet rehabilitiert.

Seine beste historische Elo-Zahl war 2647 im Jahre 1940.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. oder 22. September 1907 nach: Bodo von Dehn: Bekannte baltische Schachmeister. in: Sonderdruck aus Baltische Hefte, Jahrgang 9 (1962/63), Heft 4, S. 239

Literatur[Bearbeiten]

  • Andris Fride: Vladimirs Petrovs. A chessplayer's story from greatness to the gulags. Caissa Editions. Yorklyn 2004, ISBN 0-939433-61-3.