Vogeljagd

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Liebespaar mit Falke aus dem Werk Konrads von Altstetten zwischen 1320–1327[1]

Die Bezeichnung Vogeljagd ist ein Sammelbegriff für die Jagd auf Vögel sowie die Jagd mit Vögeln. Es ist somit zwischen der Beizjagd[2], bei der neben Federwild auch Haarwild gejagt wird, und dem Vogelfang zu unterschieden. Da Jagdvögel vor der Abrichtung ebenfalls gefangen werden mussten, waren früher alle Greifvögel Wildfänge[3]. Die Vogeljagd war auch eine beliebte Freizeitbeschäftigung[4]. Sie wurde zu verschiedenen Zwecken ausgeübt, der Legende nach auch von König Heinrich dem Vogeler (* 876; † 2. Juli 936).

Beizjagd[Bearbeiten]

Hauptartikel: Beizjagd

Bei der Beizjagd wird mit abgerichteten Greifvögeln Jagd auf Federwild (Rebhuhn, Wasservögel...) und kleines Haarwild (Kaninchen, Hasen...) gemacht. Die Germanen wurden mit der Beizjagd während der Zeit des 2. bis 4. Jahrhunderts n. u. Z. im Zuge der östlichen Ausdehnung der Goten bekannt. Kaiser Friedrich II. (* 26. Dezember 1194; † 13. Dezember 1250) beschrieb in seinem Buch Über die Kunst mit Vögeln zu jagen die Falknerei und Vogelkunde. Zum Aufstöbern von Federwild, zum Beispiel für die Beizjagd, dienten Jagdhunde, die Vogel- oder Habichtshund genannt werden.

Vogelfang[Bearbeiten]

Hauptartikel: Vogelfang

Beim Vogelfang ist zwischen der Jagd auf Geflügel und der Jagd auf Kleinvögel zu unterscheiden. Kleinvögel wurden auf Fangplätzen mit Ködern oder Lockvögeln angelockt oder mit Schreckmitteln in aufgespannte Netze getrieben. Im Innenraum waren oft weitere spezielle Vogelfallen aufgestellt. Es wurden auch kurzfristige Vogelsperren aufgebaut oder nachts Netze über ruhende Vögel ausgelegt. Je nach Saison und Vogelart kamen unterschiedliche Fangeinrichtungen[5] zum Einsatz. Der Vogelfang fand auch an sogenannten Vogelherden[6] statt.

Tirassieren[Bearbeiten]

Hauptartikel: Tirassieren

Beim Tirassieren zeigten sogenannte Hühnerhunde[7] das erstöberte Flugwild an und trieben es auf Kommando vorsichtig vorwärts in das Tiras[8], das Zugnetz der Jäger. In England wurde die sportliche Art des Vogeljagens auf Geflügel mit Vorstehhunden[9], den setting dogs, entwickelt. Diese legten sich beim Anzeigen nieder, das Wild mit den Augen bannend, sodass die Jäger die Fangnetze über Hund und Beute werfen konnten. Beim Tyrassieren wurden auch Falken oder Drachen zur Verhinderung des Aufsteigens des Flugwildes eingesetzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Konrad von Altstetten: Herr Konrad von Altstetten, im Codex Manesse des Codex Palatinus Germanicus 848, 1320–1327
  2. Alfred Götze: Frühneuhochdeutsches Glossar, 1967
  3. Bruno Staib: Linguistica Romanica et Indiana: Festschrift für Wolf Dietrich, Mainz 2000
  4. Agrippa von Nettesheim: Ungewissheit und Eitelkeit aller Künste und Wissenschaften, LXXVII. Vom Jagen und Vogelstellen, Antwerpen 1530
  5. Johann Georg Krünitz: Ökonomische Encyklopädie, Vogelfang, 1773–1858
  6. Johann Georg Krünitz: Ökonomische Encyklopädie, Vogelherd, 1773–1858
  7. Johann Georg Krünitz: Ökonomische Encyklopädie, Vogeljagd, 1773–1858
  8. Johann Georg Krünitz: Ökonomische Encyklopädie, Tiras, 1773–1858
  9. Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Tyrassieren, Leipzig 1854–1960