Voisin-Farman I

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Voisin-Farman I
Farman-Voisin I 1907
Typ: Druck-Propellerflugzeug
Entwurfsland: FrankreichFrankreich Frankreich
Hersteller: Aéroplanes G. Voisin mit Farman Weiterentwicklungen
Erstflug: 1907
Indienststellung: 1907
Henri Farman nach dem Gewinn des Deutschpreises am 13. Januar 1908
Ein Voisin-Farman 1bis, ausgestellt im Musée de l'Air et de l'Espace

Die Voisin-Farman I ist ein Doppeldeckerflugzeug in Entenbauweise, das sich der damals bekannte Automobilist Henri Farman von den Gebrüdern Voisin auf der Basis ihrer Voisin Standard hatte bauen lassen. Bei der Auslegung hatten sich die Konstrukteure weitgehend an dem Vorbild des Wright Flyer ausgerichtet. Wie bei diesem war der Motor hinter dem Flugzeugführer eingebaut, wirkte aber direkt auf nur eine Druckschraube. Das Höhenleitwerk war an zwei Auslegern ganz vorne angebracht, während die beiden Seitenruder hinten in einer Art Kasten saßen, der von zwei übereinander angeordneten, leicht gewölbten, aber unbeweglichen, tragenden Flächen gebildet wurde. Das Fahrwerk besaß zwei lenkbare und gefederte große Speichenräder vorne und zwei kleine unter dem Heckkasten.

Henri Farman baute den Voisin-Doppeldecker aufgrund seiner Erfahrungen bei der Erprobung mehrmals um und erlangte so ein zunehmend leistungsfähigeres Fluggerät. So wurden etwa die Stabilisierungsflächen zwischen den Tragflügeln entfernt. Farman errang mit dieser Maschine am 26. Oktober 1907 in Issy-les-Moulineaux den absoluten Geschwindigkeitsweltrekord für Landflugzeuge mit 52,700 km/h. Am 13. Januar 1908 war es ihm gelungen, den ersten bestätigten Motorflug der Welt über 1 km Distanz durchzuführen. Damit gewann er den von Archdeacon und Deutsch gestifteten Grand Prix d´Aviation, der mit 50.000 Francs dotiert war. Später konnte die Strecke bis auf 24,125 km gesteigert werden. Farman versuchte in dieser Zeit auch ein vergrößertes Seitenleitwerk und ersetzte im Oktober 1908 die bis dahin verwendete Flächenverwindung durch Querruder.

In Deutschland erwarben die Albatros Flugzeugwerke in Johannisthal und Aviatik in Mülhausen die Lizenz und bauten das Flugzeug in Serie.

Später wurde es zunächst in einen Dreidecker umgebaut und 1909 an das Wiener Syndikat zur Veranstaltung von Schauflügen verkauft. Dort wurde es wieder in einen Zweidecker zurückgebaut. Flugversuche mit dieser so modifizierten Maschine blieben wiederholt erfolglos. Schließlich kam das Flugzeug ins Heeresgeschichtliche Museum.

Technische Daten (1907)[Bearbeiten]

  • Länge: 11,40 m
  • Spannweite: 10,00 m
  • Flügelfläche: 49 m²
  • Startgewicht: 544 kg
  • Triebwerk: Levasseur Antoinette V 8 mit 50 PS