Volker Pispers
Volker Pispers (* 18. Januar 1958 in Rheydt, heute zu Mönchengladbach gehörend) ist ein in Düsseldorf-Oberkassel lebender politischer Kabarettist. Kennzeichnend sind seine besonders sarkastischen und dabei stets um didaktische Anschaulichkeit und aufklärerische Information bemühten Kommentare zum aktuellen Tagesgeschehen.[1] Einem breiteren Publikum wurde er vor allem während des Irakkriegs durch seine bissige Kritik an der Politik der USA bekannt.
Inhaltsverzeichnis |
Leben und Werdegang [Bearbeiten]
Nach seinem Abitur am Gymnasium Odenkirchen zog Pispers 1976 zunächst nach Bonn und studierte dort Anglistik, katholische Theologie und Pädagogik. Später führte er sein Studium in Münster fort.[2]
In den Jahren 1979 und 1980 lebte und arbeitete er für ein Jahr in England als Fremdsprachenassistent, wo er seine Vorliebe für den schwarzen Humor entdeckte. Zurück in Münster, wurde er Mitglied verschiedener studentischer Theatergruppen.
1982 wurde er im Kindertheater der Kammerspiele Hamm Ensemblemitglied und trat erstmals als Kabarettist beim Kleinkunstfestival der Münsterschen Zeitung in der Halle Münsterland auf. 1983 folgte sein erstes Soloprogramm Kabarette sich, wer kann. Gleichzeitig beendete er sein Studium mit dem Ersten Staatsexamen für das Lehramt in der Sekundarstufe II.
Ab 1985 wirkte er als Schauspieler am Wolfgang Borchert Theater in Münster mit und veröffentlichte sein zweites Soloprogramm Hamburger – Speeseburger – Bundesburger.
1986 gab er sowohl seinen Beruf als Englischlehrer beim Dolmetscher-Institut Münster als auch den des Schauspielers auf, konzentrierte sich von diesem Zeitpunkt an vollständig aufs Kabarett und stellte sein drittes Soloprogramm Original & Fälschung vor.
1988 wurde er für seinen Text Demoland mit dem Gladbecker Satirepreis ausgezeichnet,[3] sein viertes Soloprogramm Meine Sorgen möchte ich haben erlangte große Bekanntheit.
1989 erhielt er den Förderpreis des großen Kulturpreises NRW auf Vorschlag von Kay und Lore Lorentz. 1990 wurde er Autor, Ensemblemitglied und Künstlerischer Leiter des Düsseldorfer Kom(m)ödchens,[4] wo auch sein Ensembleprogramm Wir sind so frei aufgeführt wurde. 1991 gab er seine Tätigkeiten am Kom(m)ödchen jedoch wieder auf.
Im Jahr 1992 stellte er sein fünftes Soloprogramm In bester Gesellschaft vor. Im Jahr 1993 trat er mit seinem Jubiläumsprogramm Ein Wort ergab das andere auf, das ein Best of seiner bisherigen Programme darstellte. 1994 folgte das sechste Soloprogramm Frisch gestrichen, 1999 sein siebtes Soloprogramm Damit müssen Sie rechnen.
Seit 1998 moderiert er als Gastgeber das Satirefest des SFB, das auch beim Nachfolgesender rbb fortgeführt wird. Daneben ist er in vielen Kabarettsendungen der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten regelmäßiger Gast, insbesondere in den Mitternachtsspitzen des WDR und in Neues aus der Anstalt des ZDF. Auch im Scheibenwischer der ARD war er oft zu Gast.
Seit 2000 produziert er den Dienstags-U-Punkt, eine wöchentliche Glosse in der Sendung Westzeit des Radiosenders WDR 2.
2002 veröffentlichte er sein zweites Jubiläumsprogramm … bis neulich, das er bis heute in ständig aktualisierter Form vorträgt.[5] Darin kritisiert Pispers unter anderem den Kapitalismus und die Rolle der USA im Zusammenhang mit dem internationalen Terrorismus.
Im Jahre 2007 startete 3sat mit der Produktion der Live-Sendung Volker Pispers & Gäste aus dem Studio im ZDF-Sendezentrum. Weitere Sendetermine folgten im Jahr darauf. 2009 präsentierte Volker Pispers dann erstmals seine Gäste auch beim 3satfestival.[6]
Gäste der Sendung Volker Pispers und Gäste [Bearbeiten]
Werke [Bearbeiten]
Bücher [Bearbeiten]
- 1996: Volkerkunde. ISBN 3-931265-04-8.
- 2001: Gefühlte Wirklichkeiten. ISBN 3-931265-34-X.
- 2003: Volkerkunde. Erweiterte Jubiläumsausgabe. ISBN 3-931265-40-4.
Audio-CDs [Bearbeiten]
- 1995: Frisch gestrichen. ISBN 3-931265-03-X.
- 1996: Ein Wort ergab das andere. ISBN 3-931265-06-4.
- 1999: Damit müssen Sie rechnen. 2 CDs. ISBN 3-931265-20-X.
- 2000: Update 2000 – Damit müssen Sie rechnen. 2 CDs. ISBN 3-931265-28-5.
- 2002: … bis neulich. 2 CDs. ISBN 3-931265-39-0.
- 2004: … bis neulich 2004 … aktualisierte Fassung. Live aus dem Theater Die Wühlmäuse in Berlin. 2 CDs. ISBN 3-931265-51-X.
- 2007: Kabarett Sampler: 3. Politischer Aschermittwoch. Live aus der Arena Berlin, mit Volker Pispers, Matthias Deutschmann, Arnulf Rating, Hagen Rether und Martina Schwarzmann. 2 CDs. ISBN 978-3-931265-68-7.
- 2007: … bis neulich 2007… live in Bonn. Live aus dem Pantheon-Theater in Bonn. 2 CDs. ISBN 978-3-931265-68-7.
- 2009: live 2009. Live aus dem Theater Schauplatz in Langenfeld. 2 CDs. ISBN 978-3-931265-82-3.
- 2010: … bis neulich 2010. Live aus dem Pantheon-Theater in Bonn. 2 CDs. ISBN 978-3-931265-87-8.
- 2012: ... live 2012. Live aus dem Kulturzentrum „Forum Wasserturm“ in Meerbusch. 2 CDs. ISBN 978-3-931265-94-6.
Video-DVDs [Bearbeiten]
- live in Berlin. … bis neulich. Live aus dem „Die Wühlmäuse“-Theater in Berlin. con anima Verlag, 2004, ISBN 3-931265-50-1.
- … bis neulich 2007 … live in Bonn. Live aus dem Pantheon-Theater in Bonn. con anima Verlag, 2007, ISBN 978-3-931265-69-4.
- … bis neulich 2010. Live aus dem Pantheon-Theater in Bonn. con anima Verlag, 2010, ISBN 978-3-931265-88-5.
Auszeichnungen [Bearbeiten]
- 1988: Gladbecker Satirepreis
- 1989: Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland – Förderpreis
- 1995: Deutscher Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett
- 1996: Mindener Stichling – Solopreis
- 1998: Memminger Maul; Gaul von Niedersachsen
- 1999: Garchinger Kleinkunstmaske
- 2000: AZ-Stern des Jahres der Münchner Abendzeitung
- 2003: Obernburger Ehrenmühlstein
- 2004: Deutscher Kabarettpreis – Hauptpreis; Bocholter Pepperoni
- 2005: Kleinkunstpreis Knurrhahn der Stadt Wilhelmshaven
- 2006: Bayerischer Kabarettpreis – Hauptpreis
- 2007: Morenhovener Lupe
Weblinks [Bearbeiten]
- Volker Pispers in der Internet Movie Database (englisch)
- Literatur von und über Volker Pispers im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Webpräsenz von Volker Pispers
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ derwesten.de: Für Volker Pispers ist die SPD der Lieblingsprügelknabe, abgerufen am 25. August 2012
- ↑ Gertrude Cepl-Kaufmann, Antje Johanning, Winroch Meiszies: Wenn es dem Kom(m)ödchen nicht gefällt..., Droste Düsseldorf 2000, ISBN 3-770-01111-2
- ↑ Hans Buring: Die Sudokuh: Satiren. Gedichte - Lieder - kleine Prosa. 2009, S. 226, ISBN 3-839-12311-9, abgerufen am 25. August 2012
- ↑ kommoedchen.de, abgerufen am 25. August 2012
- ↑ wdr.de, abgerufen am 25. August 2012
- ↑ 3sat.de, abgerufen am 25. August 2012
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pispers, Volker |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kabarettist |
| GEBURTSDATUM | 18. Januar 1958 |
| GEBURTSORT | Rheydt |