Volker Wieker

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Volker Wieker (als Generalleutnant), 2009
General Wieker anlässlich einer Buchpräsentation 2012

Volker Wieker (* 1. März 1954 in Delmenhorst) ist ein General des Heeres der Bundeswehr und seit dem 21. Januar 2010 der 15. Generalinspekteur der Bundeswehr.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

Ausbildung und erste Verwendungen[Bearbeiten]

Wieker trat im Juli 1974 beim Panzerartilleriebataillon 315 in Wildeshausen in den Dienst der Bundeswehr. Im Rahmen der Offizierausbildung in der Artillerie und eines Studiums des Vermessungswesens an der Universität der Bundeswehr München durchlief er mehrere Führungspositionen bei der Artillerie, darunter als Zugführer und Batteriechef beim Panzerartilleriebataillon 315 in Wildeshausen. So wurde er 1977 zum Leutnant, 1979 zum Oberleutnant und 1984 zum Hauptmann befördert.

Dienst als Stabsoffizier[Bearbeiten]

Vom Oktober 1987 bis zum September 1989 absolvierte er den 30. Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Im Anschluss daran erfolgte 1990 die Beförderung zum Major und von 1989 bis 1991 die Verwendung als Stabsoffizier bzw. Referent in der Personalabteilung des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) in Bonn. Im Zeitraum von 1991 bis 1992 absolvierte Wieker den Generalstabslehrgang der US Army am Command and General Staff College in Fort Leavenworth, Kansas. Zurück in Deutschland wurde er von 1992 bis 1993 als Stabsoffizier für Operationen und Ausbildung G3 in der Panzerbrigade 21 in Augustdorf eingesetzt.

Mit der Beförderung zum Oberstleutnant befehligte Wieker ab 1993 das Panzerartilleriebataillon 215, welches ebenfalls in Augustdorf stationiert war, bis 1996. Von 1996 bis 1997 war er als Referent der Leitung des Verteidigungsministeriums eingesetzt und absolvierte in dieser Verwendung einen Auslandseinsatz in Bosnien und Herzegowina, wo er 1996 bei der IFOR als Stabsoffizier für Ausbildung und Operationen sowie als Chef der Operationsabteilung eingesetzt wurde.

Von 1997 bis 1999 war Wieker als Adjutant des Bundesministers der Verteidigung eingesetzt und diente in dieser Zeit unter den Ministern Volker Rühe (CDU) und Rudolf Scharping (SPD). In dieser Verwendung wurde er 1997 zum Oberst befördert. Im Anschluss daran übernahm er die Leitung der ministeriellen Arbeitsgruppe „Weiterentwicklung Heer“ im Führungsstab des Heeres.

Im September 1999 übernahm er das Kommando über die Panzergrenadierbrigade 40 in Schwerin und führte diese als Oberst und letzter Kommandeur bis zu ihrer Auflösung zum 30. September 2002. In dieser Verwendung war er abermals im Auslandseinsatz, kommandierte vom Mai bis zum Dezember 2001 das 3. deutsche KFOR-Kontingent und war zugleich Kommandeur der Multinationalen Brigade Süd.

Dienst im Generalsrang[Bearbeiten]

Im Jahr 2002 erfolgte schließlich die Ernennung zum Brigadegeneral und die Übernahme des Postens des Chefs des Stabes im Heeresamt in Köln unter dem Kommando der Generalmajore Werner Widder und Jürgen Ruwe. Zum 3. März 2004 wurde Wieker nach Bonn versetzt und übernahm dort unter Ernennung zum Generalmajor von Hans-Otto Budde, der wiederum als neuer Inspekteur des Heeres zu Wiekers Vorgesetztem wurde, den Posten des Chefs des Stabes im Führungsstab des Heeres. Diesen Posten übergab er zum 27. September 2007 an Werner Freers und wurde nach Münster versetzt. Hier war er seitdem als stellvertretender Kommandierender General des 1. Deutsch-Niederländischen Korps eingesetzt. Zum 2. Juli 2008 übernahm er unter Ernennung zum Generalleutnant schließlich das Kommando über dieses Korps. Am 9. Oktober 2009 übernahm er zudem den Posten des Chefs des Stabes der ISAF in Afghanistan unter dem Kommando von US-General Stanley A. McChrystal.

Am 18. Dezember 2009 gab der Bundesminister der Verteidigung Karl-Theodor zu Guttenberg bekannt, dass Wieker General Wolfgang Schneiderhan auf den Posten des Generalinspekteurs der Bundeswehr folgen werde. Am 19. Januar 2010 wurde Wieker zum General ernannt, zwei Tage später, am 21. Januar, folgte die Einführung in das Amt.

Wieker kritisierte als Generalinspekteur 2010 scharf das Beschaffungswesen der Bundeswehr. Nach seiner Einschätzung werden Milliardensummen für minderwertige Rüstungsgüter ausgegeben, die dennoch keine sachgerechte Ausrüstung der deutschen Streitkräfte gewährleisten. Er forderte angesichts dessen Neuverhandlungen mit der Wirtschaft über Rüstungsprojekte.[1]

In einem Interview mit der Wochenzeitung Der Spiegel räumte er am 9. Juni 2013 ein, eine Mitschuld am Scheitern des Drohnenprojektes Euro Hawk zu tragen.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Wiekers Auszeichnungen umfassen die Einsatzmedaille der Bundeswehr IFOR (1996), die NATO Medal Yugoslavia ribbon bar.svg Einsatzmedaille NATO (1996), das GER Bundeswehr Honour Cross Gold ribbon.svg Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold (1999), die Einsatzmedaille der Bundeswehr KFOR (2001), den Bulgarischen Verdienstorden (2001), die Einsatzmedaille Bundeswehr ISAF (2010), den Bandschnalle  Legionnaire Legion of Merit (2010), das Ehrenzeichen für Verdienste in Gold der Niederlande (2011), die Auszeichnung NOR Royal Norwegian Order of Merit - Commander with Star BAR.png Kommandeur mit Stern des Norwegischen Verdienstordens (2012) sowie GER Bundesverdienstkreuz 4 GrVK.svg das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2013)[3].

Privates[Bearbeiten]

Wieker hat mit seiner Frau Sabine zwei gemeinsame Kinder.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Volker Wieker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rüdiger Scheidges: Oberster Soldat wirft Bundeswehr Milliardenverschwendung vor. In: Handelsblatt (Onlineversion). 1. September 2010, abgerufen am 9. Juni 2013: „Wiekers Schelte am Beschaffungswesen der Truppe könnte derweil nicht härter ausfallen: „Zersplitterte Zuständigkeiten, bestehende Verfahren und Prozesse, Einflussnahme von außen und unzureichende Finanzausstattung schränken den Handlungsspielraum der Streitkräfte seit geraumer Zeit ein.““
  2. Generalinspekteur gibt Fehler in "Euro-Hawk"-Affäre zu. In: Spiegel Online. 9. Juni 2013, abgerufen am 9. Juni 2013: „Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, hat eigene Fehler in der Affäre um die Aufklärungsdrohne "Euro Hawk" eingestanden. "Natürlich sind bei der Beschaffung Fehler gemacht worden", sagte Wieker im Interview mit dem SPIEGEL. "Und natürlich hätte ich, zusammen mit anderen, früher auf Fehlentwicklungen hinweisen müssen. Diesen Schuh muss ich mir anziehen."“
  3. Pressemitteilung vom 28. Oktober 2013