Volker Wieker

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Generalleutnant Wieker (2009)

Volker Wieker (* 1. März 1954 in Delmenhorst) ist ein deutscher Heeresoffizier. Seit dem 21. Januar 2010 ist er der 15. Generalinspekteur der Bundeswehr.

Werdegang[Bearbeiten]

Wieker trat im Juli 1974 beim Panzerartilleriebataillon 315 in Wildeshausen in die Bundeswehr. Im Rahmen der Offizierausbildung in der Artillerie und eines Studiums des Vermessungswesens an der Universität der Bundeswehr München durchlief er mehrere Führungspositionen bei der Artillerie, darunter als Zugführer und Batteriechef beim Panzerartilleriebataillon 315 in Wildeshausen.

Stabsoffizier[Bearbeiten]

Beförderungen

Vom Oktober 1987 bis zum September 1989 absolvierte er den 30. Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Von 1989 bis 1991 war er Referent in der Personalabteilung vom Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) in Bonn. 1991/92 absolvierte Wieker den Generalstabslehrgang der United States Army am Command and General Staff College in Fort Leavenworth, Kansas. Zurück in Deutschland, wurde er 1992/93 als Stabsoffizier für Operationen und Ausbildung G3 in der Panzerbrigade 21 in Augustdorf eingesetzt.

Ab 1993 befehligte Wieker das Panzerartilleriebataillon 215, das ebenfalls in Augustdorf stationiert war. Er war 1996/97 Referent der Leitung des Verteidigungsministeriums und absolvierte in dieser Verwendung einen Auslandseinsatz in Bosnien und Herzegowina; bei der IFOR wurde er als Stabsoffizier für Ausbildung und Operationen sowie als Chef der Operationsabteilung eingesetzt.

Von 1997 bis 1999 war Wieker Adjutant der Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) und Rudolf Scharping (SPD). Danach übernahm er die Leitung der ministeriellen Arbeitsgruppe „Weiterentwicklung Heer“ im Führungsstab des Heeres.

Im September 1999 übernahm er das Kommando über die Panzergrenadierbrigade 40 in Schwerin. Als letzter Kommandeur führte er sie bis zu ihrer Auflösung zum 30. September 2002. In dieser Verwendung kommandierte er von Mai bis Dezember 2001 das 3. deutsche KFOR-Kontingent. Zugleich war er Kommandeur der Multinationalen Brigade Süd.

General[Bearbeiten]

Unter den Generalmajoren Werner Widder und Jürgen Ruwe wurde er 2002 Chef des Stabes im Heeresamt. Am 3. März 2004 kam Wieker als Chef des Stabes zum Führungsstab des Heeres. Als neuer Inspekteur des Heeres war Hans-Otto Budde wiederum Wiekers Vorgesetzter. Wieker wurde am 27. September 2007 von Werner Freers abgelöst und als stellvertretender Kommandierender General nach Münster (Westfalen) versetzt. Am 2. Juli 2008 wurde er KG des 1. Deutsch-Niederländischen Korps. Am 9. Oktober 2009 übernahm er zudem den Posten des Chefs des Stabes der ISAF in Afghanistan unter dem Kommando von Stanley A. McChrystal.

Am 18. Dezember 2009 gab Karl-Theodor zu Guttenberg bekannt, dass Wieker Wolfgang Schneiderhan als Generalinspekteur der Bundeswehr folgen werde. Am 21. Januar war die Amtseinführung.

Wieker kritisierte als Generalinspekteur 2010 scharf das Beschaffungswesen der Bundeswehr. Nach seiner Einschätzung werden Milliardensummen für minderwertige Rüstungsgüter ausgegeben, die keine sachgerechte Ausrüstung der deutschen Streitkräfte gewährleisten. Er forderte angesichts dessen Neuverhandlungen mit der Wirtschaft über Rüstungsprojekte.[1]

In einem Interview mit der Wochenzeitung Der Spiegel räumte er am 9. Juni 2013 eine Mitschuld am Scheitern des Drohnenprojektes Euro Hawk ein.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einsatzmedaille der Bundeswehr IFOR (1996)
NATO Medal Yugoslavia ribbon bar.svg NATO-Medaille (1996)
GER Bundeswehr Honour Cross Gold ribbon.svg Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold (1999)
Einsatzmedaille der Bundeswehr KFOR (2001)
Bulgarischer Verdienstorden (2001)
Einsatzmedaille Bundeswehr ISAF (2010)
Bandschnalle  Legionnaire Legion of Merit (2010)
Ehrenzeichen für Verdienste der Niederlande in Gold (2011)
NOR Royal Norwegian Order of Merit - Commander with Star BAR.png Kommandeur mit Stern des Norwegischen Verdienstordens (2012)
GER Bundesverdienstkreuz 4 GrVK.svg das Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2013)[3].

Privates[Bearbeiten]

Wieker und seine Frau Sabine haben zwei Kinder.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Volker Wieker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rüdiger Scheidges: Oberster Soldat wirft Bundeswehr Milliardenverschwendung vor. In: Handelsblatt (Onlineversion). 1. September 2010, abgerufen am 9. Juni 2013: „Wiekers Schelte am Beschaffungswesen der Truppe könnte derweil nicht härter ausfallen: „Zersplitterte Zuständigkeiten, bestehende Verfahren und Prozesse, Einflussnahme von außen und unzureichende Finanzausstattung schränken den Handlungsspielraum der Streitkräfte seit geraumer Zeit ein.““
  2. Generalinspekteur gibt Fehler in "Euro-Hawk"-Affäre zu. In: Spiegel Online. 9. Juni 2013, abgerufen am 27. Mai 2014.
  3. Pressemitteilung vom 28. Oktober 2013