Volksbund (Schweiz)

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Der Volksbund war eine schweizerische Partei und gehörte der Frontenbewegung an.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 5. Oktober 1933 lösten sich Teile der Ortsektionen von Basel und Solothurn von der Nationalen Front und gründeten den Volksbund. Ihnen schlossen sich Gruppen aus den Kantonen Bern, Aargau und Luzern an. Zum Gauführer von Basel und Solothurn wurde Major Ernst Leonhardt ernannt. Weitere Führungspersonen waren Oberst Emil Sonderegger und Hans Bosshard.

Am 11. März 1934 kam es zur Spaltung des Volksbundes. Sonderegger und Bosshard schlossen sich der Volksfront an. Im August 1934 traten Mitglieder des Nationalsozialistischen Eidgenössischen Kampfbunds dem Volksbund bei. Im Februar 1935 traten alle Mitglieder der Nationalsozialistischen Eidgenössischen Arbeiterpartei (NSEAP) / Bund Nationalsozialistischer Eidgenossen (BNSE) dem Volksbund bei. Der Volksbund benannte sich um und hiess danach Nationalsozialistische Schweizerische Arbeiterpartei (NSSAP).

Ab dem 15. November 1935 verboten die Behörden der Kantone Basel, Zürich und St. Gallen den öffentlichen Verkauf der Parteizeitung; das Blatt wurde nur noch per Post verschickt. Im Oktober 1938 verbot der Bundesrat die Kundgebungen der NSSAP. Am 10. November 1938 wurde die Parteizeitung der NSSAP verboten. Am 10. Dezember 1938 löste Leonhardt die NSSAP auf. Im März 1939 flüchtete Leonhardt in das Deutsche Reich. Im November 1939 kam es zu einem Prozess vor dem Bundesgericht gegen ehemalige Mitglieder der NSSAP, der mit Gefängnisstrafen von einem halben bis einem Jahr endete.

Politische Ausrichtung[Bearbeiten]

Der Volksbund vertrat eine besonders deutschlandfreundliche Politik und war stark antisemitisch.

Literatur[Bearbeiten]

  • Beat Glaus: Die Nationale Front. Eine Schweizer faschistische Bewegung 1930–1940. Benziger, Zürich / Einsiedeln / Köln 1969 (ohne ISBN, zugleich Dissertation an der Universität Basel).
  • Walter Wolf: Faschismus in der Schweiz. Die Geschichte der Frontenbewegungen in der deutschen Schweiz 1930–1945. Flamberg / Zürich 1969 (ohne ISBN, zugleich Dissertation an der Universität Zürich).