Volkstedt (Eisleben)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Volkstedt ist ein Ortsteil der Lutherstadt Eisleben in Sachsen-Anhalt (eingemeindet am 1. Januar 2004).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geologie
Volkstedt liegt in der Mulde des Mansfelder Schieferflözes in einer Höhe von 159 m über dem Meeresspiegel. Der Ort ist ein lang gestrecktes Angerdorf. Ohne Ortsrandeingrünung und Waldsäume gibt es wenig Schutz gegen Winderosion. Die Umgebung ist gekennzeichnet durch riesige Pyramiden aus Bergbauabraum, von denen die Halde Fortschrittschacht mit einer Höhe von 149 m die größte ist. Die Justizvollzugsanstalt ist der Hauptarbeitgeber des Ortes.
[Bearbeiten] Geschichte
Die Endung "-stedt" im Ortsnamen lässt einen thüringischen Ursprung des Ortes vermuten. Demnach ist er bereits im 5. Jahrhundert gegründet worden. In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld wird Volkstedt als zehntpflichtiger Ort Vulchistedin im Friesenfeld erstmals urkundlich erwähnt. [1] In der Spangenbergchronik[2] werden „Die Herren von Volckstett“ als erstes Adelsgeschlecht genannt. 1390 wurde eine Kirche eingeweiht. Das Gebäude wurde 1830 durch die heutige Kirche St. Peter und Paul ersetzt, wobei Teile der älteren Bauten erhalten blieben. Rund um die Kirche stehen die Grabmale aus dem 17. und 18. Jahrhundert. 1780 gab es in Volkstedt fünf Rittergüter, drei Freigüter, drei adlige Schäfereien sowie eine Wasser- und eine Windmühle. 1906 begann man bei Volkstedt mit dem Abteufen des Wolfschachtes um Kupferschiefer abzubauen. Er wurde 1909 in Betrieb genommen und ist einer der drei Großschachtanlagen der Mansfelder Mulde. 1949 wurde er in Fortschrittschacht umbenannt. 1967 wurde die Anlage außer Betrieb gesetzt. Der Schacht hatte eine Tiefe von ca. 600 m und beschäftigte bis zu 5.000 Menschen. In den Gebäuden begann 1968 die Produktion von Stahlrohrmöbeln. 1952 wurde die LPG "Max Lademann" gegründet, heute Agrargenossenschaft Volkstedt. 1942 wurde durch die Nationalsozialisten ein Lager für Zwangsarbeiter aus Osteuropa in Volkstedt errichtet. Auf diesem Gelände steht heute die Justizvollzugsanstalt.
[Bearbeiten] Denkmäler
- Denkmal an der Linde von 1890
- Denkmal an der Kirche von 1913
- Denkmal auf dem Friedhof von 1934
- Naturdenkmal "Linde"
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
In Volkstedt geboren wurde Carl Buttenstedt (1845-1910) geboren. Er war preußischer Bergsekretär und beschäftigte sich als Autodidakt mit Luftfahrttechnik, dem Vogelflug und Naturphilosophie. Berühmt wurde er auch für seine als skandalös empfundene "Glücks-Ehe" (siehe Erotische Laktation) [3].
Der Wolfschacht bei Volkstedt wurde nach dem Justizrat Dr. Theodor Wolf aus Altenburg benannt, der Hauptaktionär der Mansfeldschen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft war.[4]
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Reg. Thur. Nr. 287
- ↑ Cyriacus Spangenberg: Mansfeldischen Chronica
- ↑ Roland Schöbl: Die „Glücks-Ehe“ des Carl Buttenstedt. Vom Stillen des Ehemanns als Geheimlehre um 1900. In: Sexuologie 3-4/2007, S.117-123. Hg. Akademie für Sexualmedizin und der Gesellschaft für Praktische Sexualmedizin, Elsevier Verlag.
- ↑ Mansfelder Kupferspuren
[Bearbeiten] Weblinks
Die Ortschaft Volkstedt Koordinaten: 51° 34' N, 11° 33' O

