Volkswagenstiftung

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Volkswagenstiftung
Logo der Volkswagenstiftung
Rechtsform: gemeinnützige Stiftung privaten Rechts
Zweck: Förderung der Wissenschaft in Forschung und Lehre
Vorsitz: Wilhelm Krull (Generalsekretär)
Bestehen: seit 19. Mai 1961
Stifter: Bundesrepublik Deutschland, Land Niedersachsen
Stiftungskapital: 2,6 Mrd. Euro (2013)
Mitarbeiterzahl: rund 90
Sitz: Hannover
Website: volkswagenstiftung.de
Bürogebäude in Hannover-Döhren

Die Volkswagenstiftung (Eigenschreibweise VolkswagenStiftung) ist eine gemeinnützige Stiftung privaten Rechts mit Sitz in Hannover. Sie fördert Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre, die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften ebenso wie die Natur- und Ingenieurwissenschaften und die Medizin. Die Stiftung ermöglicht Forschungsvorhaben in zukunftsträchtigen Gebieten und hilft wissenschaftlichen Institutionen bei der Verbesserung der strukturellen Voraussetzungen für ihre Arbeit. Besondere Aufmerksamkeit widmet sie dem wissenschaftlichen Nachwuchs sowie der Zusammenarbeit von Forschern über disziplinäre und staatliche Grenzen hinweg.

Sitz der Stiftung ist das Gebäude in der Kastanienallee 35 in Hannover-Döhren[1], das 1967 bis 1969 von dem Architekten Dieter Oesterlen errichtet wurde.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Volkswagenstiftung verdankt ihre Entstehung einem Vertrag, mit dem die Bundesrepublik Deutschland und das Land Niedersachsen die nach dem Krieg unklaren Eigentumsverhältnisse am Volkswagenwerk regelten und gleichzeitig die Errichtung einer (wie sie damals hieß) „Stiftung Volkswagenwerk“ beschlossen. Die damalige Volkswagenwerk GmbH wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, das Aktienkapital zu 60 % in private Hände gegeben. Bund und Land blieben mit je 20 % am damaligen Grundkapital der neuen Aktiengesellschaft beteiligt. Mit dem Erlös aus den veräußerten Aktien von rund 1 Milliarde DM und dem Anspruch auf den Gegenwert der jährlichen Gewinne aus den Bund und Land verbliebenen Aktien als Vermögensausstattung wurde am 19. Mai 1961 die Stiftung gegründet. Die konstituierende Kuratoriumssitzung fand am 27. Februar 1962 in Hannover statt. Der Bund hat seine Beteiligung an der heutigen Volkswagen AG inzwischen veräußert; der Erlös steht der Stiftung zu. Hauptzweck der Stiftung war und ist die Förderung der Wissenschaft in Forschung und Lehre.

Stiftungsvermögen[Bearbeiten]

Als leistungsstärkste deutsche wissenschaftsfördernde Stiftung verfügt die Volkswagenstiftung Anfang 2014 über ein Kapital von rund 2,7 Milliarden Euro. Die Stiftung ist wirtschaftlich autark und in ihren Entscheidungen autonom. Seit 1962 hat sie mit mehr als 4,2 Milliarden Euro über 30.000 Projekte unterstützt, im Jahr 2013 stellte sie über 160 Millionen Euro für neue Vorhaben bereit[3].

Organisation[Bearbeiten]

Auf Grundlage des Urteils von Gutachtern, zu denen die Volkswagenstiftung besonders angesehene Wissenschaftler beruft, werden beantragte Projekte vom Generalsekretär, zurzeit Wilhelm Krull und dem Kuratorium vergeben.

Das Kuratorium der Volkswagenstiftung besteht aus für je 5 Jahre berufenen 14 Mitgliedern; sie werden je zur Hälfte von der Bundesregierung und der Niedersächsischen Landesregierung berufen. Den Vorsitz führt ein Vertreter des Landes Niedersachsen.

Die Stiftung verfügt über eine Verwaltung von rund 90 Mitarbeitern, die die Fördervorhaben bearbeiten, die wissenschaftliche Begutachtung sicherstellen und denen die Vermögensverwaltung des Stiftungskapitals obliegt.

Mit den Erlösen aus dem Stiftungsvermögen werden Projekte von Wissenschaftsorganisationen (Universitäten, Forschungseinrichten u.ä.) auf Antrag und nach wissenschaftlicher Begutachtung gefördert.

Tochterfirma[Bearbeiten]

Als Tochterfirma der Stiftung für die Verwaltung von Immobilien existiert die IVA KG (ausführlich: Immobilien-Verwaltungs- und Anlagegesellschaft Dr. A. Steiger KG), die auch in der Anlage des Stiftungsvermögens involviert ist.[4][5]

Niedersächsisches Vorab[Bearbeiten]

Die Dividenden aus dem aktuellen Anteilsbesitz des Landes Niedersachsen an der Volkswagen AG werden dagegen als Niedersächsisches Vorab (im Jahr 2013 etwa 112 Millionen Euro)[6] auf Vorschlag des Landes Niedersachsen nach Beschluss durch das Kuratorium der Volkswagenstiftung niedersächsischen Wissenschaftsorganisationen zur Verfügung gestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • VolkswagenStiftung: "Wir stiften Wissen - Eine lernende Stiftung in Porträts", Bildband zum 50. Jubiläum der VolkswagenStiftung. [7]
  • Rainer Nicolaysen: Der lange Weg zur Volkswagenstiftung, 2 Bände, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002; ISBN 3-525-86518-X
  • Michael Globig: Impulse geben – Wissen stiften: 40 Jahre Volkswagenstiftung, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002; ISBN 3-525-86519-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: VolkswagenStiftung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. volkswagenstiftung.de / Impressum
  2. Betontafel neben dem Haupteingang des Gebäudes
  3. Publikation „Jahresbericht 2013“
  4. Andreas Schinkel: Herrenhausen-Vertrag noch nicht unterzeichnet, HAZ 9. April 2012
  5. siehe Presseinformation über die Einrichtung des Wissenschaftsforums Berlin und die Rolle der IVA KG unter http://idw-online.de/de/news13491
  6. Jahresbericht 2013
  7. Bildband zum 50. Jubiläum der VolkswagenStiftung

52.33249.76842Koordinaten: 52° 19′ 56,6″ N, 9° 46′ 6,3″ O