Vollbütteler Riede

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Vollbütteler Riede
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Die Vollbütteler Riede bei der Kreisstraße 82 südlich von Winkel mit Blick nach Südwesten.

Die Vollbütteler Riede bei der Kreisstraße 82 südlich von Winkel mit Blick nach Südwesten.

Daten
Gewässerkennzahl DE: 481868
Lage Papenteich, Landkreis Gifhorn, Niedersachsen
Flusssystem Weser
Abfluss über Alte Hehlenriede → Allerkanal → Aller → Weser → Nordsee
Quelle Zusammenfluss zweier Feldbäche nördlich von Rethen
52° 23′ 8″ N, 10° 28′ 59″ O52.385510.48319444444473
Quellhöhe ca. 73 m ü. NHN[1]
Mündung Alte Hehlenriede52.45522222222210.5102555Koordinaten: 52° 27′ 19″ N, 10° 30′ 37″ O
52° 27′ 19″ N, 10° 30′ 37″ O52.45522222222210.5102555
Mündungshöhe 55 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied ca. 18 m
Länge 10,4 km[2]
Einzugsgebiet 17,62 km²[2]
Mittelstädte Gifhorn
Gemeinden Samtgemeinde Papenteich
Wasserkörper NLWKN: 14027

Die Vollbütteler Riede, auch Mühlenriede, Mönchsgraben oder Druffelbach, ist ein Bach auf der zentralen Papenteicher Hochfläche zwischen Braunschweig und Gifhorn. Der Bach mündet über die Alte Hehlenriede in den Allerkanal und gehört zum Flusssystem der Weser. Im Mittelalter stellte der Bach lange Zeit die Grenze zwischen dem Bistum Hildesheim und dem Bistum Halberstadt dar.

Topographie[Bearbeiten]

Der Bach entspringt nördlich von Rethen und östlich von Adenbüttel und wird umgehend als Ackerentwässerungsgraben genutzt. Der Bach fließt zunächst etwa einen Kilometer in östlicher Richtung und biegt sich dann langsam in nördliche Richtung, vorbei an Algesbüttel, Warmbüttel und Vollbüttel. Nachdem der Bach Vollbüttel passiert hat, mündet er in die „alte Hehlenriede“, das ehemalige Flussbett der Hehlenriede in das kurz vorher bereits die Rötgesbütteler Riede mündete. Durch den Bau des Allerkanals wurden die Bachunterläufe verändert, so dass Teile der früheren Hehlenriede jetzt nur noch als Unterlauf anderer Bäche vorhanden sind. Über die „alte Hehlenriede“ mündet die Vollbütteler Riede in den Allerkanal.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Frühzeit befand sich der Bach im Nordwald. Vermutlich ab dem 8. Jahrhundert wurden in diesem Gebiet die ersten Siedlungen angelegt. Ab dem 11. Jahrhundert war der Besitz des Gebietes zwischen dem Bistum Halberstadt und dem Bistum Hildesheim umstritten. Die Bischöfe von Halberstadt versuchten über lange Zeit erfolglos die Grenze weiter nach Osten zu verschieben und die Oker als Grenzfluss festzulegen. Letztendlich wurde sich aber auf die Vollbütteler Riede als natürliche Grenze zwischen den Bistümern geeinigt. Zur Sicherung seines Einflusses wurden, vermutlich auf Geheiß der Halberstädter, eine Kette von Dörfern an den Ufern der Riede gegründet. Die meisten dieser Orte fielen vermutlich zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert wüst und existieren heute nur noch als Wüstungen im Papenteich. Einzig Algesbüttel wurde später als Einzelgehöft wiederbesiedelt. Die Grenzstreitigkeiten endeten erst im 16. Jahrhundert mit der Reformationszeit.[3]

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Die Vollbütteler Riede war lange Zeit ein stark begradigtes und künstlich vertieftes Gewässer. Zusätzliche Belastungen traten durch die nördlich von Rethen gelegene und bis 1973 genutzte Müllabladestelle „Schweineweide“ am Oberlauf auf. Erst in den 1990ern wurde mit der renaturierung des Oberlaufes begonnen. Es wurden Ruhezonen und mittels Sohlabstürzen Zonen mit schnell fließendem Wasser geschaffen. Außerdem wurde versucht den Bachlauf mäanderförmig umzugestalten. Die Böschungen wurden dicht bepflanzt, meist mit Erlen. In der darauf folgenden Aue der Riede, bei Vollbüttel, wird am Rand der Riede Ackerbau betrieben. Es befinden sich aber auch größere Laubwälder im Einzugsgebiet der Riede.

Der Gewässergrund besteht, wie in der Lüneburger Heide üblich, aus Sand und feinem Kies. Der Gewässergütebericht des Landes Niedersachsen stuft den Oberlauf der Mühlenriede als nur mäßig belastet (Güteklasse II) ein. Nur der Unterlauf wird als kritisch belastet (Güteklasse II-III) eingestuft.

Trotz der verhältnismäßig guten Wasserqualität fehlen typische Fließwasserorganismen in der Vollbütteler Riede weitgehend. Trotzdem finden sich 10 Tierarten die auf der Roten Liste des Landes Niedersachsen geführt werden:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen: Top 50 - Topographische Karte 1:50.000 Niedersachsen/Bremen, Stand 2000.
  2. a b NLWKN:Bestandsaufnahme zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie, Bearbeitungsgebiet Aller/Quelle, Braunschweig November 2004, Anhang Tabelle 3 Auflistung Wasserkörper.
  3. Geschichtliches aus dem Papenteich. Bearbeitet von Heinz Klose. Meine 1983. ISBN 3-87040-029-3 Zahlreiche Aufsätze und Kurzbeiträge vor allem zur Papenteicher Geschichte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nebenflüsse des Allerkanals – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien