Vollbremsung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bremsspuren einer Vollbremsung nach einem Unfall auf asphaltierter Straße, die gelben Linien stammen von der Dekra, die den Unfall untersuchte
Das Führerbremsventil des ICE T in Vollbremsstellung

Die Vollbremsung (auch Gefahrbremsung) bezeichnet den fahrdynamischen Zustand eines Kraftfahrzeuges, bei dem unter Ausnutzung aller technischen Möglichkeiten und unter Nichtberücksichtigung von Verschleiß- oder Komfortfaktoren das Fahrzeug maximal verzögert wird.

Vollbremsungen werden in der Regel bei der Vermeidung oder Milderung von Unfällen eingesetzt. Im Motorsport ist die Vollbremsung zur Erzielung bester Prüfungszeiten ein üblicher Vorgang.

Seit dem 1. November 2002 kann bei der praktischen Führerscheinprüfung für Klasse B in Deutschland die Vollbremsung als eine der Grundfahraufgaben verlangt werden. Offiziell heißt diese Grundfahraufgabe „Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung“. Hierbei wird auf freier Strecke bei 40 km/h eine Vollbremsung durchgeführt. Sache des Prüflings ist es hierbei nicht, den nachwärtigen Verkehr abzusichern, da dies in einer Gefahrsituation (z. B. ein Fußgänger betritt die Fahrbahn) auch nicht möglich wäre. Vielmehr wird auf Anweisung des Fahrlehrers die Aufgabe durchgeführt.

Die Faustformel für den Bremsweg in Metern bei einer Gefahrbremsung eines PKWs lautet:

\left(\frac{Geschwindigkeit\;in\;km/h}{10}\right)^2 \div 2

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bei Schienenfahrzeugen ist die Vollbremsung die stärkste Form der Betriebsbremsung. Sie führt nicht wie im Straßenverkehr die höchstmögliche Verzögerung herbei, dies ist bei einer Schnellbremsung der Fall. Die Vollbremsung wird durch Verlegen des Führerbremsventils in die Stellung VB (für Vollbremsung) eingeleitet, wodurch der Druck in der Hauptluftleitung von 5 bar auf 3,5 bar abgesenkt wird und der Druck in den Bremszylindern auf etwa 3,8 bar ansteigt.