Volleyball

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Volleyball-Spiel

Volleyball ist eine Mannschaftssportart aus der Gruppe der Rückschlagspiele, bei der sich zwei Mannschaften mit jeweils sechs Spielern auf einem durch ein Netz geteilten Spielfeld gegenüberstehen. Ziel des Spiels ist es, den Volleyball über das Netz auf den Boden der gegnerischen Spielfeldhälfte zu spielen und zu verhindern, dass Gleiches dem Gegner gelingt, bzw. die gegnerische Mannschaft zu einem Fehlversuch zu zwingen. Eine Mannschaft darf den Ball, zuzüglich zum Block, dreimal in Folge berühren, um ihn zurückzuspielen. Üblicherweise wird der Ball mit den Händen oder den Armen gespielt. Erlaubt sind seit einigen Jahren alle Körperteile, auch die Füße.

Volleyball stammt aus den Vereinigten Staaten und wird nahezu weltweit ausgeübt. Der Volleyball-Weltverband FIVB repräsentiert 220 Nationen.[1] Die führenden Nationen am Beginn des 21. Jahrhunderts sind Brasilien, die USA, Italien und Russland. Danach folgen Japan, Serbien, Polen, Kuba, China und Deutschland. Nach Schätzungen der FIVB beteiligen sich heute ein Sechstel aller Menschen weltweit aktiv oder als Zuschauer am Volleyball.

Geschichte

William G. Morgan, der Erfinder des Volleyballs

Entstehung der Sportart

Im Februar 1895 entwickelte William G. Morgan, ein Sportdirektor des YMCA in Holyoke, ein Spiel namens „Mintonette“ als Zeitvertreib für ältere Vereinsmitglieder.[2] Es galt als sanfte Alternative zum Basketball, das im 16 Kilometer entfernten Springfield vier Jahre zuvor entstanden war.[2] Die Hallensportart enthielt charakteristische Elemente aus Tennis und Handball. Morgan verfasste auch die ersten Regeln. Diese sahen ein 25 ft × 50 ft (7,62 m × 15,24 m) großes Feld und ein 6 ft, 6 Zoll (1,98 m) hohes Netz vor. Die Zahl der Spieler war ebenso unbegrenzt wie die Zahl der erlaubten Ballkontakte. Bei einem Fehlaufschlag gab es wie beim Tennis einen zweiten Versuch.[2] Anlässlich einer Konferenz aller Sportdirektoren des YMCA in Springfield zu Beginn des Jahres 1896 wurde das Spiel vorgestellt und fand die Zustimmung der Kollegen.[2] Da das Spielgerät direkt, also volley gespielt wird, schlug Professor Alfred T. Halstead den Namen „Volley Ball“ vor. Der Vorschlag wurde angenommen und so heißt das Spiel bis heute, wobei der Name seit 1952 in einem Wort geschrieben wird.[2] Bei den Regeln gab es später einige Änderungen.

Spielszene der Volleyball-Weltmeisterschaft 1952

Verbreitung in Europa

In den folgenden Jahren verbreitete sich die Sportart in die ganze Welt. Zunächst kam sie im Jahr 1900 nach Kanada und anschließend nach Asien.[2] Amerikanische Soldaten führten sie während des Ersten Weltkriegs in Osteuropa ein, wo sie sich zu einem sehr populären Sport entwickelte.[3] Bis zum Zusammenbruch des Ostblocks dominierten Mannschaften aus Ländern wie der Sowjetunion und Tschechoslowakei die Sportart in Europa. In den 1910er Jahren wurde in den USA erstmals die heutige gültige Anzahl von sechs Spielern pro Mannschaft und drei Ballkontakten nacheinander eingeführt.[2] Bei den Olympischen Spielen 1924 wurde Volleyball als Demonstrationssportart vorgestellt.[3] Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitete sich die Sportart über den gesamten Kontinent. Die Gründung der FIVB 1947 und die wenig später erstmals stattfindenden Volleyball-Weltmeisterschaften waren weitere wichtige Schritte zur Etablierung. Viele Techniken und Taktiken, die den modernen Volleyball prägen, wurden von europäischen Mannschaften eingeführt. Beispiele hierfür sind der Block und das Baggern, die die Tschechoslowakei 1938 beziehungsweise 1958 ins Spiel brachte,[3] der Hinterfeld-Angriff, den Polen erstmals 1974 zeigte,[3] und das 5-1-System, mit dem die Sowjetunion spielte.

Organisation und Wettbewerbe

Mitglieder des Weltverbands FIVB

Der internationale Verband, die Fédération Internationale de Volleyball (FIVB), wurde 1947 in Paris gegründet.[2] Die FIVB, deren Hauptsitz sich mittlerweile in Lausanne befindet, legt die international gültigen Regeln der Sportart fest. Zwei Jahre nach der Gründung des obersten Volleyballverbands fand in Prag die erste Weltmeisterschaft der Männer statt.[3] 1952 folgte das erste WM-Turnier der Frauen.[3] Die Weltmeisterschaften wurden zunächst von der Sowjetunion und anderen Ostblock-Staaten dominiert. Erfolgreichste Mannschaften der WM-Geschichte sind Russland, Brasilien und Italien bei den Männern sowie Russland, Japan und Kuba bei den Frauen. Seit 1964 in Tokio gehört Volleyball zum offiziellen Programm der Olympischen Spiele.[3] Bei den Turnieren dominierten zunächst ebenfalls die Teilnehmer aus Osteuropa und Japan. Aktuelle Olympiasieger sind die russischen Männer und die brasilianischen Frauen. Die FIVB organisiert außerdem die Wettbewerbe im World Cup, in der Weltliga und im World Grand Prix.

Der FIVB sind fünf Kontintentalverbände untergeordnet. Dies sind die Confédération Africaine de Volleyball (CAVB) für Afrika, die Asian Volleyball Confederation (AVC) für Asien und Ozeanien, die Confédération Européenne de Volleyball (CEV) für Europa, die North, Central America and Caribbean Volleyball Confederation (NORCECA) für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik und die Confederación Sudamericana de Voleibol (CSV) für Südamerika.[1]

Deutschland - Türkei bei der EM 2013 der Frauen

Die CEV wurde 1963 gegründet.[4] Sie hat ihren Hauptsitz in Luxemburg. Volleyball-Europameisterschaften gab es schon lange vor Gründung der CEV; die ersten Turniere fanden 1948 bei den Männern und ein Jahr später bei den Frauen statt.[4] Die Sowjetunion gewann bis zu ihrer Auflösung 1991 insgesamt 25 der 34 EM-Turniere. Nach zwei EM-Titeln für die DDR-Frauen gab es bei den letzten beiden EM-Turnieren jeweils Silber für die deutschen Frauen. Neben der Europameisterschaft veranstaltet die CEV Qualifikationsturniere für Wettbewerbe der FIVB. Auf Vereinsebene organisiert die CEV die Europapokal-Wettbewerbe. Der höchste Europapokal ist die Champions League. Danach folgen der CEV-Pokal und der Challenge Cup.

Der CEV gehören 55 nationale Verbände an.[5] Dazu gehören der Deutsche Volleyball-Verband (DVV, gegründet 1955[6]), der Österreichische Volleyballverband (ÖVV, gegründet 1953[7]) und der Schweizer Verband Swiss Volley (SVBV, gegründet 1958[8]). Der DVV organisiert den deutschen Volleyball auf nationaler Ebene. Die wichtigsten Wettbewerbe sind die deutsche Volleyball-Bundesliga, die von der zum DVV gehörenden VBL veranstaltet wird und seit 1974 die deutschen Meister ermittelt, sowie der DVV-Pokal. Außerdem betreut der DVV die deutschen Nationalmannschaften.

Spielfläche

Die Spielfläche umfasst das Spielfeld und die Freizone außerhalb dessen.

Abmessungen eines Volleyballfelds

Spielfeld

Ein Volleyballfeld ist 18 m lang und 9 m breit, sodass jede Mannschaft auf einer Feldhälfte in der Größe von 9 mal 9 m spielt. Die Feldhälften werden durch die Mittellinie getrennt.

Netz und Pfosten

Volleyballfeld von der Grundlinie aus gesehen

Das Netz befindet zwischen sich den Feldhälften, genau über der Mittellinie. Es wird so befestigt, dass die obere Kante bei Männern 2,43 m, bei Frauen 2,24 m und in Mixed-Bewerben 2,35 m über dem Boden hängt. Für den Nachwuchsbereich sind noch weitere Höhen festgelegt. Das Netz selbst ist einen Meter hoch und 9,5 bis 10 m breit, sodass es auf jeder Seite 25 bis 50 cm über die Seitenlinien des Feldes hinausragt.

Ober- und Unterkante des Netzes werden jeweils durch ein Band gekennzeichnet. Zur besseren Kennzeichnung der seitlichen Begrenzungen ist an jeder Seite direkt über den Seitenlinien ein Seitenband senkrecht am Netz befestigt. Darüber ragt jeweils ein Stab, die sogenannte Antenne, 80 cm hoch. Die Antennen dürfen während des Spieles weder vom Ball noch von einem Spieler berührt werden und dienen als linke und rechte Begrenzung des Überquerungssektors, innerhalb dessen der Ball über das Netz gespielt werden muss. Die Antennen werden gedanklich unbegrenzt nach oben verlängert.

Das Netz muss straff gespannt sein, da eine Netzberührung durch den Ball keinen Fehler darstellt und der Ball nach dem Zurückprallen weitergespielt werden darf, sofern der Mannschaft noch mindestens eine Ballberührung verblieben ist. Die quadratischen Maschen des Netzes haben eine Seitenlänge von 10 cm. Sie bestanden früher aus dunkelbraunem oder schwarzem Leinengarn, mittlerweile sind sie aus Chemiefaser.

Die Pfosten zum Befestigen des Netzes sind 0,5 bis 1 m außerhalb des Feldes angebracht – bei internationalen Wettbewerben genau einen Meter.

Linien

Direkt unter dem Netz verläuft die Mittellinie. Daran schließen sich die Vorderzonen an, die in jeweils drei Metern Abstand durch die Angriffslinien begrenzt werden. Der restliche Teil des Spielfeld bis zu den Grundlinien sind die Hinterzonen. An den Seiten wird das Spielfeld von den Seitenlinien begrenzt. Alle Linien eines Volleyballfeldes sind 5 cm breit.

Zonen und Flächen

Das Spielfeld ist von einer mindestens drei Meter breiten Freizone umgeben, in der der Ball ebenfalls gespielt werden darf. Für Spiele in der Halle wird ein insgesamt acht Meter hoher Innenraum empfohlen, in dem sich im Raum über der Spielfläche keine störenden Hindernisse, wie Basketballkörbe oder Ringe, befinden sollten.

Hinter der Grundlinie befindet sich die Aufschlagzone. Hinter dieser muss das Service ausgeführt werden. Seitlich ist diese durch die verlängert gedachten Seitenlinien begrenzt.

An einer Seite des Feldes, vor dem Tisch der Schreiber und den Betreuer- und Spielerbänken, befinden sich, von der Mittellinie weg gesehen, die Auswechselzone und die Austauschzonen der Liberos. Die Auswechselzone ist der Aufenthaltsort des zweiten Schiedsrichters während des Spiels. Bei internationalen Wettbewerben gibt es zusätzlich 3 mal 3 m große Aufwärmzonen außerhalb der Freizone.

Im wettbewerbsmäßigen Spielbetrieb werden, angesichts der begrenzten Möglichkeiten vieler kleinerer Vereine von den Volleyballverbänden in unterklassigeren Ligen geringere Anforderungen an die räumlichen Abmessungen gestellt als in höheren Spielklassen.

Ball

Volleyball
Hauptartikel: Volleyball (Sportgerät)

Der wie das Spiel genannte Volleyball war bis 1998 einfarbig und hell. Seither darf er auch aus einer Kombination von Farben bestehen. Er besteht außen aus nahtlosem, leicht aufgepolstertem Leder oder Kunststoff mit einer luftgefüllten Gummiblase im Inneren. Mit einem Umfang von 65 bis 67 cm und einem Gewicht von 260 bis 280 g ist der Volleyball kleiner und deutlich leichter als ein Basketball oder ein Fußball. Der Innendruck (Überdruck) muss zwischen 0,300 und 0,325 kp/cm² (4,26 bis 4,61 psi; 294,3 bis 318,82 mbar oder hPa) betragen.[9]

Die Marke der Spielbälle wird von den nationalen Volleyballverbänden für ihren Zuständigkeitsbereich festgelegt. Im internationalen Bereich gibt es mehrere zugelassene Spielbälle, die sich in Kleinigkeiten bezüglich Farbe und Materialbeschaffenheit unterscheiden. Die allgemeinen Grundsätze bezüglich Umfang und Gewicht sind bei allen diesen Bälle gleich.

Mannschaft

Spielerpositionen im Volleyball

Eine Mannschaft besteht aus sechs bis zwölf Spielern. Die sechs Spieler, die in der Anfangsaufstellung stehen, bezeichnet man als Startspieler oder auch Starting Six.

Rotationsregelung

Die Startaufstellung der Mannschaft bestimmt die Rotationsfolge der Spieler auf dem Feld (vgl. Grafik), die für die Dauer des jeweiligen Satzes gilt. Die Spieler auf den Positionen 2 bis 4 nennt man Vorderspieler, die auf Position 1, 5 und 6 Hinterspieler. Bekommt eine Mannschaft das Aufschlagsrecht, so rotieren ihre Spieler um eine Position im Uhrzeigersinn. Dadurch rückt beispielsweise der Spieler, der zuvor auf Position 2 am Netz stand, nun auf Position 1 und wird damit zum Aufschläger für sein Team. Diese Position beim (eigenen und gegnerischen) Aufschlag behält die Mannschaft so lange bei, bis sie das verlorene Aufschlagrecht zurückgewinnt.

Obwohl diese Rotationsregelung dafür sorgt, dass jeder Spieler während des Spielverlaufs beständig alle Positionen (in der Reihenfolge 6 – 5 – 4 – 3 – 2 – 1 – 6) durchläuft, wird im Ligabetrieb im Allgemeinen mit festen Aufgabenverteilungen gespielt. Dies ist möglich, da die Mannschaften die vorgeschriebene Aufstellung nur beim Aufschlag einnehmen müssen. Sobald der Ball die Hand des Aufschlägers verlassen hat, dürfen die Spieler sich entsprechend den vom Trainer zugewiesenen Aufgaben auf dem Feld positionieren. Erst wenn der Ballwechsel beendet ist, müssen sie vor dem nächsten Aufschlag wieder ihre korrekte Position gemäß der Rotationsfolge einnehmen. Dabei muss der jeweilige Vorderspieler vor seinem Pendant im Rückraum stehen, also muss Spieler 2 zum Beispiel vor Spieler 1 stehen. Ebenso müssen sich die jeweiligen Vorder- und Hinterspieler entsprechend der Reihenfolge aufstellen. So muss zum Beispiel Spieler 1 rechts neben Spieler 6 stehen. Die Positionen der Spieler werden anhand der Füße bestimmt. Bei jedem Vorderspieler muss ein Teil eines seiner Füße näher an der Mittellinie sein als die Füße des jeweiligen Hinterspielers. Jeder Außenspieler muss mindestens mit einem Teil eines Fußes näher an der Seitenlinie sein als der Mittelspieler der jeweiligen Reihe.

Spielpositionen

Üblicherweise werden die Aufgaben in einer Mannschaft auf zwei Mittelblocker, zwei Außenangreifer und (je nach taktischem Spielsystem) zwei Zuspieler oder einen Zuspieler und einen Diagonalspieler verteilt.

  • Die Hauptaufgaben des Mittelblockers sind das Blockspiel auf allen drei vorderen Positionen und der Schnellangriff durch die Mitte (Position 3). Angriffe über den Mittelblocker bezeichnet man auch als „erstes Tempo“, da das Zuspiel über kurze Distanzen gespielt wird. Angriffe von außen durch lange Zuspiele nennt man hingegen zweites Tempo. Übliche Varianten des Schnellangiffs in höheren Spielklassen sind der „Aufsteiger“ vorne oder hinten (kurzes Zuspiel direkt vor/hinter dem Zuspieler) und der „Schuss“ (schnelles und flaches Zuspiel über ca. zwei Meter)
  • Die Position des Außenangreifers wird auch als Annahme/Außen bezeichnet, das sie zwei Aufgaben vereint. Der Außenangreifer greift von der linken Seite des Feldes aus an und ist auch für die Annahme zuständig. Außerdem stellt den Block auf seiner Feldseite (Position 4).
  • Hauptaufgabe des Zuspielers (auch Steller, Passeur oder Aufspieler genannt) ist es, den angenommenen oder abgewehrten Ball mit der zweiten Ballberührung des Teams seinen Angreifern zuzuspielen. Durch das sogenannte Läufersystem gelangt der Zuspieler immer auf die Position, von der aus er am besten stellen kann, meist Position 2.
  • Der Diagonalspieler steht spiegelbildlich („diagonal“) zum eigenen Zuspieler (auf Startposition 5). Er wechselt üblicherweise auf Position 1 oder 2, übernimmt den Block des gegnerischen Angriffs (über die gegnerische 4) und greift normalerweise im Rücken des Zuspielers an. In den höheren Spielklassen ist der Diagonalspieler in der Regel Hauptangreifer – vor allem bei den Männern. Er wird selten in der Annahme eingesetzt und greift immer über die Position 2 oder 1 an. In den unteren Spielklassen wird der Diagonalspieler häufig als Nebenzuspieler eingesetzt, der Bälle zuspielt, die beispielsweise der Zuspieler angenommen hat. Der Einsatz des Diagonalspielers hängt stark von der Annahmequalität der Mannschaft sowie den Fähigkeiten des Zuspielers ab, da der Diagonalspieler nur durch „Überkopf-Anspiel“ wirkungsvoll eingesetzt werden kann.
  • Spieler, die am Anfang des Ballwechsels im Hinterfeld (Positionen 1, 5 und 6) stehen, werden meist ebenfalls mit speziellen Aufgaben betraut und wechseln daher nach dem Aufschlag schnellstmöglich auf ihre vorgesehenen Hinterfeldpositionen.
  • Der Libero ist ein Spezialist für Annahme und Abwehr. Er darf – von wo auch immer – Angriffsschläge nur durchführen, wenn sich der Ball unterhalb der Netzoberkante befindet. Nach seinem oberen Zuspiel (Pritschen) in der Angriffszone darf der Mitspieler seinen Angriff ebenfalls nicht oberhalb der Netzkante ausführen. Das gilt auch für Angriffe aus dem Hinterfeld. Erfolgt jedoch sein oberes Zuspiel hinter der Angriffslinie, bestehen beim Angriff keine Einschränkungen. Der Libero darf außerdem keinen Block oder Blockversuch sowie keinen Aufschlag ausführen. Die Position wurde erst 1998 in den Regeln festgeschrieben. Der Spieler unterscheidet sich durch ein andersfarbiges Trikot vom Rest der Mannschaft.
  • Als Universalspieler werden solche Spieler bezeichnet, die aufgrund ihrer Fähigkeiten mit einer Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben betraut und daher auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden können (in der Regel mit Ausnahme der Libero- und Zuspielposition).

Auswechslungen

Pro Satz und Mannschaft sind sechs Auswechslungen erlaubt. Start- und Einwechselspieler bilden dabei ein festes, „exklusives“ Tandem. Sobald ein Spieler für einen anderen eingewechselt wurde, kann er auch nur für diesen wieder ausgewechselt werden (so genannter Rückwechsel), mit Ausnahme des Liberos. Danach ist in diesem Satz für diese beiden Spieler das Wechselkontingent erschöpft, mit der Folge, dass der Startspieler den Satz zu Ende spielen und der Ersatzspieler bis zum nächsten Satz auf der Bank Platz nehmen muss. Er darf nach seiner Auswechslung auch nicht für einen anderen Startspieler eingesetzt werden. Unabhängig davon darf der Libero auf den drei Rückraum-Positionen beliebig oft ein- und ausgetauscht werden.

Eine Ausnahme von diesen Bestimmungen besteht allerdings für den Fall, dass sich ein im Spiel befindlicher Spieler verletzt und nicht mehr weiterspielen kann. Auf dem Spielberichtsbogen ist je Mannschaft Platz für die Eintragung von zwölf Spielern. Zusätzlich zu den sechs Startspielern können demnach auf der Ersatzbank maximal weitere sechs Spieler sitzen und zum Einsatz kommen.

Spielverlauf

Ein Ballwechsel im Volleyball gliedert sich in mehrere typische Aktionen. Mit dem Aufschlag wird der Ball ins Spiel gebracht. Anschließend versucht die gegnerische Mannschaft, den Ball in der Defensive zu kontrollieren (Annahme). Durch das Zuspiel gelangt der Ball in die Nähe des Netzes, wo er schließlich mit dem Angriff zurück zur aufschlagenden Mannschaft geschlagen wird. Diese Mannschaft versucht entweder, den Angriff durch einen Block direkt am Netz abzuwehren oder selbst den nächsten Angriff aufzubauen. Jede dieser Situationen stellt spezifische Anforderungen an die Fertigkeiten der Spieler. Auch die Körpergröße spielt dabei eine Rolle. Kleinere Spieler sind eher für Annahme, Verteidigung und Zuspiel geeignet, größere eher für Angriff und Block.

Zählweise

Anzeigetafel für ein Volleyballspiel im Gerry-Weber-Stadion (genauere Erklärung auf der Bildbeschreibungsseite)

Im Volleyball erzielt die Mannschaft, die einen Spielzug gewinnt, einen Punkt. Dieses Rally-Point-System wurde 1999 eingeführt, um die Dauer eines Spiels besser zu kontrollieren und das Spiel damit angenehmer für Zuschauer und vorteilhafter für Fernsehsender zu gestalten. Zuvor konnte nur die aufschlagende Mannschaft einen Punkt erzielen. Begeht die aufschlagende Mannschaft einen Fehler, erhält die andere Mannschaft sowohl einen Punkt als auch das Aufschlagsrecht. Deren Spieler wechseln die Positionen gemäß der Rotationsfolge. Aufschläger ist dann der Spieler, der nach der Rotation auf der Position 1 steht.

Ein Satz ist gewonnen, wenn eine Mannschaft 25 Punkte erreicht und dabei mindestens zwei Punkte Vorsprung hat. Hat eine Mannschaft bei Erreichen der 25 Punkte keinen derartigen Vorsprung, wird der Satz verlängert bis sich eine Mannschaft einen Zwei-Punkte-Vorsprung erspielen konnte.

Um das Spiel zu gewinnen, muss eine Mannschaft drei Sätze für sich entscheiden (Best of Five). Sieger eines eventuellen Entscheidungssatzes (Tiebreak) ist diejenige Mannschaft, die 15 Punkte erreicht und dabei mindestens zwei Punkte Vorsprung hat. Hat eine Mannschaft hier bei Erreichen von 15 Punkten keine zwei Punkte Vorsprung, ist die Vorgehensweise wie bei den vorangegangen Sätzen auch. Vor dem fünften Satz werden sowohl das Recht des ersten Aufschlags ausgelost als auch die Spielfeldseiten neu gewählt. Sobald eine Mannschaft acht Punkte erreicht hat, wechseln die Mannschaften die Seiten.

In den Wettbewerben des Europapokals gibt es zusätzlichen den Golden Set, der für eine Entscheidung sorgt, wenn nach Hin- und Rückspiel jede Mannschaft einen Sieg verbuchen konnte. Dieser zusätzliche Entscheidungssatz wird direkt im Anschluss an das Rückspiel ausgetragen.

Vor den Regeländerungen des Jahres 1999 galt die Zählung bis 15 Punkte grundsätzlich für alle Sätze, wobei die ersten vier Durchgänge spätestens – das heißt unabhängig vom Vorsprung – entschieden waren, wenn eines der beiden Teams 17 Punkte erreicht hatte. Der fünfte Satz wurde bis zu 15 Punkten gespielt, wobei der Satz, wie im heutigen Rally-Point-System, erst bei zwei Punkten Vorsprung zu Ende war.

Wertungen in Ligen und Turnieren

Wie in vielen anderen Sportarten werden auch beim Volleyball in Ligen sowie in Gruppenphasen von Turnieren Tabellen erstellt, um die erfolgreichsten Mannschaften zu ermitteln. Die genauen Regularien unterscheiden sich je nach Wettbewerb. Allgemein werden die Anzahl der Siege, die daraus resultierenden Punkte, die gespielten Sätze und die Ballpunkte berücksichtigt. Ballpunkte sind die gespielten Punkte innerhalb eines Satzes. Beispielsweise hat eine Mannschaft, die ein Spiel 25:20, 25:22, 25:23 gewinnt, einen Wert von 75:65. Den Quotient aus diesen Zahlen (75:65=1,154) bezeichnet man als Ballpunktquotient (BPQ). In internationalen Wettbewerben für Nationalmannschaften und Vereine gilt die Drei-Punkte-Regel. Seit der Saison 2013/14 wird diese Regel auch in der deutschen Bundesliga angewendet. Dabei erhält eine Mannschaft, die 3:0 oder 3:1 gewinnt, drei Punkte, während der Verlierer leer ausgeht. Bei einem Spiel, das nach einem Entscheidungssatz 3:2 endet, gibt es zwei Punkte für den Sieger und einen für den Verlierer.

Auszeiten

Erreicht die jeweils führende Mannschaft den achten oder den sechzehnten Punkt, sehen die Regeln in den ersten vier Sätzen eine technische Auszeit von einer Minute vor. Daneben können beide Trainer beim zweiten Schiedsrichter pro Satz jeweils zwei Auszeiten beantragen, die jeweils 30 Sekunden dauern.

Fehler

Als Fehler und damit Punkt für den Gegner gelten, unter anderem, folgende Vorkommnisse:

  • Der Ball fällt zu Boden, trifft aber nicht ins gegnerische Feld („Aus“). Die Linie gehört dabei zum Feld.
  • Eine Mannschaft berührt den Ball mehr als dreimal nacheinander. Eine Berührung im Block wird dabei nicht mitgezählt.
  • Ein Spieler berührt den Ball zweimal direkt hintereinander. Ausnahmen: Nach dem Block darf derselbe Spieler den ersten Ballkontakt durchführen und bei der Annahme darf der Ball mehrere Körperteile des annehmenden Spielers gleichzeitig oder unmittelbar hintereinander berühren.
  • Ein Spieler hält den Ball, statt ihn zu schlagen („führen“, „lange Berührung“).
  • Ein Spieler berührt das Netz am oberen weißen Band zwischen den Antennen, während er den Ball spielt oder während er einen Spieler, der den Ball spielt, blocken will. Eine sonstige unabsichtliche Netzberührung durch einen Spieler ist kein Fehler, sofern der Spielverlauf nicht beeinträchtigt wird.
  • Der Ball überquert das Netz nicht im vollen Durchmesser zwischen den Antennen oder deren gedachter Verlängerung bis zur Hallendecke.
  • Der Ball berührt einen nicht im Spiel befindlichen Spieler, Zuschauer, Trainer oder einen Gegenstand außerhalb des Spielfelds.
  • Hinterspieler in der Angriffszone blocken oder führen Angriffsschläge oberhalb der Netzkante aus. Der bloße Versuch von Block oder Angriff, ohne dass der Ball tatsächlich berührt wird, ist noch kein Fehler (anders beim Libero).
  • Positionsfehler: Eine Mannschaft muss zu Beginn jedes Aufschlags gemäß der Rotationsfolge aufgestellt sein. Zusätzlich müssen die Positionen bezogen auf andere Positionen bestimmte Standorte einnehmen (z. B. muss sich jeder Hinterspieler im Moment des Aufschlags weiter entfernt vom Netz befinden als der sich vor ihm befindliche Vorderspieler). Ob eine Mannschaft richtig aufgestellt ist, ergibt sich ausschließlich aus der Position ihrer Spieler zueinander; die tatsächlichen, individuellen Standorte im Feld spielen für sich genommen keine Rolle. Außerdem ist es den Spielern nicht gestattet, vor der Ausführung des Aufschlags über die Seitenlinien hinaus das Spielfeld zu verlassen, da dies auch als Positionsfehler gewertet wird.
  • Ein Spieler greift über das Netz und behindert dabei den Gegner („übergreifen“) oder tritt unterhalb des Netzes über die Mittellinie („übertreten“).
  • Der gegnerische Aufschlag wird geblockt oder direkt zurückgespielt, während sich der Ball in der Vorderzone und vollständig über der Netzoberkante befindet.
  • Der aufschlagende Spieler benötigt mehr als acht Sekunden für diese Aktion oder übertritt im Moment des Schlags die Grundlinie (bzw. die dafür vorgesehenen 15 cm langen Verlängerungslinien der beiden Seitenlinien).

Berührt bei Überquerung des Netzes ein aufgeschlagener Ball die Netzkante, so gilt dies seit 2000 nicht mehr als Fehler. Fällt ein solcher Ball im gegnerischen Feld auf den Boden, so handelt es sich um ein Ass und die aufschlagende Mannschaft hat einen Punktgewinn erzielt. Oft sind dies „scharfe“ Angaben, also Aufschläge, die mit Netzkanten-Berührung ins gegnerische Spielfeld gelangen. Seit 1998 darf der Ball mit dem gesamten Körper berührt werden, außer beim Aufschlag. Zuvor galten Kontakte unterhalb der Gürtellinie, beispielsweise mit dem Fuß, als Fehler.

Sanktionen

Bei „einfachen“ Regelverstößen (ungebührliches Verhalten) wird zunächst eine mündliche Verwarnung ausgesprochen. Bei weiterem Fehlverhalten wird die Mannschaft des Spielers, der den Regelverstoß begangen hat, mit einer gelben Karte bestraft. Mit einer roten Karte zeigt der Schiedsrichter eine Bestrafung an. In diesem Fall erhält der Gegner einen zusätzlichen Punkt. Eine gelb-rote Karte bedeutet, dass der betroffene Spieler hinausgestellt (Karten in einer Hand) oder disqualifiziert wird (Karten in zwei Händen). Die Hinausstellung gilt für den laufenden Satz, die Disqualifikation für das gesamte Spiel. Der Spieler muss in beiden Fällen sofort durch eine reguläre Auswechslung ersetzt werden. Ist die Auswechslung nicht möglich, wird die Mannschaft für unvollständig erklärt und die gegnerische Mannschaft gewinnt den Satz.

Bis zu einer Regeländerung im Jahr 2013 waren die Bedeutungen der Karten und Schiedsrichter-Zeichen anders definiert. Eine gelbe Karte galt damals als Sanktion, die mit einem Punkt für den Gegner verbunden war. Die rote Karte bewirkte die Hinausstellung eines Spielers und die gelb-rote Karte die Disqualifikation.

Schiedsgericht

Schiedsgericht

Das Schiedsgericht besteht aus dem ersten und zweiten Schiedsrichter, zwei oder vier Linienrichtern und den Schreibern. Zusätzlich kann es noch einen Assistenten des Schreibers geben, der beispielsweise eine Anzeigetafel mit dem Spielstand bedient.

Der erste Schiedsrichter steht oder sitzt auf einem Schiedsrichterstuhl seitlich des Netzes. Sein horizontales Sichtfeld muss sich ungefähr 50 cm über dem Netz befinden. Der zweite Schiedsrichter steht an der gegenüberliegenden Seite des Netzes. Die Linienrichter befinden sich an je einer Ecke des Spielfeldes, bei zwei Linienrichtern an diagonal gegenüberliegenden Ecken. Schreiber und Helfer sitzen am Schreibertisch hinter dem zweiten Schiedsrichter.

Erster und zweiter Schiedsrichter

Erster Schiedsrichter

Der erste Schiedsrichter leitet das Spiel und hat Entscheidungsbefugnis über alle Mitglieder des Schiedsgerichts und der Mannschaften. Seine Entscheidungen sind endgültig. Er darf andere Mitglieder des Schiedsgerichts überstimmen, wenn sich herausstellt, dass sie sich geirrt haben. Er darf ein Mitglied des Schiedsgerichts auch auswechseln, wenn dieses seine Aufgaben nicht ordnungsgemäß erfüllt. Außerdem darf er auch über Dinge entscheiden, die nicht in den Regeln verankert sind, aber dennoch das Spiel betreffen, beispielsweise den Spielverlauf störende Zuschauer.

Zweiter Schiedsrichter bei einem Spielerinnenwechsel

Der zweite Schiedsrichter assistiert dem ersten Schiedsrichters. Während eines Ballwechsels hat er einen eigenen Zuständigkeitsbereich, in dem er Fehler durch einen Pfiff und ein darauf folgendes Handzeichen anzeigen darf. Dazu gehören:

  • Eindringen in das gegnerische Feld über die Mittellinie
  • Behinderung des Gegners beim Eindringen in den gegnerischen Raum unterhalb des Netzes
  • Positionsfehler der annehmenden Mannschaft beim Aufschlag
  • Berühren des Netzes
  • Blockaktionen
  • Berühren eines Gegenstandes außerhalb des Feldes durch den Ball
  • Kontakt des Balles mit dem Boden, wenn es der erste Schiedsrichter nicht erkennen kann (weil ihm beispielsweise die Sicht durch Spieler verdeckt ist)
  • Überqueren des Balls außerhalb des Überquerungssektors auf seiner Seite

Fehler, die außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs liegen, darf er dem ersten Schiedsrichter zwar durch Handzeichen anzeigen, das Spiel aber selbst nicht unterbrechen.

Schreibertisch

Er überwacht auch die Schreiber, sich gerade nicht im Feld befindende Spieler, Auszeiten und Auswechslungen. Er nimmt Anfragen für Auszeiten und Auswechslungen von den Trainern entgegen und weist diese zurück, falls sie ungültig sind. Der zweite Schiedsrichter hat damit einen umfangreicheren Aufgabenbereich als der erste Schiedsrichter.

Der erste Schiedsrichter signalisiert die Freigabe des Aufschlags mit einem Pfiff und dem entsprechenden Handzeichen. Erkennt er einen Fehler, signalisiert er das ebenfalls durch einen Pfiff. Daraufhin zeigt er an, welche Mannschaft den nächsten Aufschlag ausführen darf. Durch Handzeichen verdeutlicht er die Art des Fehlers und identifiziert, falls nötig, den Spieler, der den Fehler begangen hat.

Erkennt der zweite Schiedsrichter einen Fehler, signalisiert er das durch einen Pfiff, zeigt aber nur die Art des Fehlers und auf den verursachenden Spieler. Der erste Schiedsrichter zeigt die als Nächstes aufschlagende Mannschaft an und der zweite Schiedsrichter wiederholt dieses Handzeichen. Nach einem Doppelfehler, das heißt, wenn beide Mannschaften gleichzeitig einen Fehler begangen haben, zeigen beide Schiedsrichter alle nötigen Informationen. Dann wird der Aufschlag wiederholt.

Handzeichen der Schiedsrichter

Der erste Schiedsrichter (1) kann jedes der Handzeichen zeigen, der zweite (2) nur manche davon.[10]

  1. Bewilligung des Aufschlags (1): Ein seitlich abgestreckter Arm wird in Aufschlagrichtung vor den Oberkörper geführt und dabei angewinkelt.
  2. Aufschlagende Mannschaft (1, 2): Unmittelbar nach Erzielen eines Punktes weist ein seitlich abgestreckter Arm in die Richtung der als Nächstes aufschlagenden Mannschaft. Erst danach wird die Art des Fehlers angezeigt.
  3. Seitenwechsel (1): Die angewinkelten Arme werden einmal gegengleich um den Körper geschwenkt.
  4. Auszeit (1, 2): Mit beiden Händen wird ein großes „T“ (für Time-Out) gebildet und danach mit seitlich ausgestrecktem Arm in die Richtung der die Auszeit anfordernden Mannschaft gezeigt.
  5. Spielerauswechslung (1, 2): Beide Unterarme werden vor dem Oberkörper vertikal umeinander rotiert.
  6. Unkorrektes Verhalten
    1. Verwarnung (1): Die gelbe Karte wird gezeigt.
    2. Bestrafung (1): Die rote Karte wird gezeigt.
  7. Hinausstellung (1): Die gelbe und die rote Karte werden, in einer Hand gehalten, gemeinsam gezeigt.
  8. Disqualifikation (1): Die gelbe und die rote Karte werden, in unterschiedlichen Händen gehalten, gezeigt.
  9. Satzende oder Spielende (1, 2): Die Unterarme werden vor der Brust gekreuzt.
  10. Ball beim Aufschlag aus der Hand geschlagen (1): Ein gestreckter Arm wird mit der Handfläche nach oben vor dem Körper nach oben geführt.
  11. Verzögerung beim Aufschlag (1): Acht Finger (für acht Sekunden) werden hochgehalten.
  12. Blockfehler oder Sichtblock (1, 2): Die gestreckten Arme werden vor dem Oberkörper, mit den Handflächen nach vorne, nach oben gehalten.
  13. Positions- oder Rotationsfehler (1, 2): Ein Zeigefinger zeichnet einen horizontalen Kreis in die Luft.
  14. Ball „in“ (1, 2): Ein Arm weist zu Boden.
  15. Ball „aus“ (1, 2): Die Arme werden, im rechten Winkel angewinkelt, mit den Handflächen nach hinten, vor Schultern und Kopf gehalten.
  16. Gehaltener Ball (1): Ein Unterarm wird mit der Handfläche nach oben seitlich vor dem Oberkörper aufwärts geführt.
  17. Doppelberührung (1): Zwei Finger einer Hand werden hochgehalten.
  18. Vier Ballkontakte (1): Vier Finger einer Hand werden hochgehalten.
  19. Netzberührung durch einen Spieler, Aufschlag nicht über das Netz (1, 2): Das Netz wird auf der Seite der Mannschaft, die den Fehler begangen hat, mit der Handfläche berührt.
  20. Über das Netz reichen (1): Ein Unterarm wird, mit der Handfläche nach unten, waagrecht über das Netz gehalten.
  21. Fehler beim Angriffsschlag (1): Ein Arm wird senkrecht in die Höhe gehalten und der Unterarm danach nach unten angewinkelt.
  22. Eindringen in die gegnerische Spielfeldhälfte, Ball überquert den Bereich unterhalb des Netzes, Aufschlagspieler berührt die Grundlinie oder befindet sich im Augenblick des Aufschlags außerhalb der Aufschlagzone, ein anderer Spieler befindet sich während des Aufschlags außerhalb des Spielfelds (1, 2): Mit einem Zeigefinger wird auf die Mittellinie oder die entsprechende Linie gezeigt.
  23. Doppelfehler und Wiederholung (1): Die Daumen beider zur Faust geballten Hände werden nach oben gezeigt.
  24. Ball berührt [Ball geht nach einer Berührung in der eigenen Hälfte des Spielfelds ins Aus] (1, 2): Eine Hand wird, mit der Handfläche nach hinten, seitlich neben das Gesicht gehalten, die Hand des anderen Armes streicht mit der Handfläche über deren Fingerkuppen.
  25. Verwarnung oder Bestrafung wegen Verzögerung (1): Ein Handgelenk wird mit der Hand der anderen Hand verdeckt (Verwarnung) oder mit der gelben Karte berührt (Bestrafung).

Linienrichter

Linienrichter

Die Linienrichter zeigen mit einer 40 mal 40 cm großen Fahne an, ob der Ball innerhalb oder außerhalb des Feldes den Boden berührt oder ob ein Spieler den Ball berührt hat, bevor er ins Aus ging. Außerdem zeigen sie an, ob ein Ball außerhalb des Überquerungssektors das Netz überquert oder einen Gegenstand außerhalb des Spielfelds berührt hat. Sie signalisieren auch Fußfehler von Spielern auf ihrer Seite des Spielfeldes.

  1. Ball „in“: Der Linienrichter zeigt mit der Fahne auf den Boden.
  2. Ball „aus“: Die Fahne wird seitlich über den Kopf vertikal in die Höhe gehalten.
  3. Ball berührt: Die Fahne wird mit einer Hand vertikal vor den Oberkörper gehalten und die Handfläche der anderen Hand wird auf die Spitze der Fahnenstange gelegt.
  4. Ball überquerte das Netz außerhalb des Überquerungssektors, berührte ein Objekt außerhalb des Spielfeldes oder Fußfehler eines Spielers: Die Fahne wird mit einer Hand über dem Kopf in seitlicher Richtung geschwenkt und mit der anderen Hand wird auf die Antenne oder die entsprechende Linie gezeigt.
  5. Entscheidung nicht möglich: Die Unterarme werden vor der Brust gekreuzt.

Techniken

Sprungaufschlag
Aufschlag aus dem Stand

Aufschlag

Mit dem Aufschlag (auch Service genannt) beginnt ein neuer Ballwechsel. Der aufschlagende Spieler steht hinter der Grundlinie und versucht, den Ball so über das Netz zu spielen, dass die gegnerische Mannschaft ihn nicht regelgerecht zurückspielen kann. Der aufschlagende Spieler hat nur einen Versuch, einen gültigen Aufschlag durchzuführen. Der Aufschlag muss innerhalb einer Zeitspanne von acht Sekunden nach dem Pfiff des Schiedsrichters ausgeführt werden. Der aufschlagende Spieler muss sich dabei hinter der Grundlinie und zwischen den gedachten Verlängerungen der beiden Seitenlinien befinden.

Der Aufschlag kann von unten oder oben gespielt werden. Beim Aufschlag von unten wird der Ball nur leicht hochgeworfen und mit der flachen Hand oder dem Unterarm getroffen. Beim Aufschlag von oben wird der Ball hochgeworfen und der Spieler schlägt ihn stehend oder im Sprung mit der flachen Hand. Beim Sprungaufschlag muss der Spieler hinter der Grundlinie abspringen, darf aber im Feld landen. Führt der Aufschlag sofort zu einem Punkt, spricht man von einem Ass. Ein Hochwerfen und Fallenlassen oder wieder Fangen des Balles wird als – missglückter – Aufschlagversuch und mit einem Punkt für den Gegner gewertet.

Unteres Zuspiel
Annahmespielerin wartet auf den Ball

Unteres Zuspiel

Beim unteren Zuspiel (auch Bagger oder Manchette genannt) wird der Ball mit parallel gehaltenen, durchgestreckten Unterarmen, auf dem sogenannten Spielbrett, von unten gespielt. Die Spielfläche liegt dabei auf den Innenseiten der Unterarme. Beidarmiges Spielen ist nicht zwingend, erhöht jedoch durch die größere Auflagefläche die Ballkontrolle. Optimale Ballkontrolle erreicht man, wenn man die Ellenbogen streckt und den Winkel der Arme zum Boden nicht verändert. Der Winkel zwischen Armen und Oberkörper sollte etwa 90° betragen. Die Richtung erhält der Ball durch Streckung der Beine und der Ausrichtung des Spielbrettes.

Die Technik des unteren Zuspiels hat sich im Laufe der Jahre entwickelt. Am Anfang des 21. Jahrhunderts wird im Leistungssport eine Technik verwendet, die sich auf den Einsatz der durchgestreckten Arme aus den Schultern heraus konzentriert. Dabei wird der Ball allein durch eine Bewegung aus den Schultern gespielt, während die Beinarbeit zur richtigen Positionierung des Spielers unter dem Ball genutzt wird. Wichtig dabei ist, dass es zu keinen „Interferenzen“ zwischen Bein- und Armbewegung kommt, das heißt, dass keine aktive Bewegung des Körpers aus den Beinen gegen den Ball stattfindet während der Ball aus den Schultern gespielt wird.[11]

Das unter Zuspiel wird hauptsächlich bei der Annahme eines gegnerischen Aufschlags oder bei der Abwehr eines Angriffsschlags eingesetzt. In Ausnahmefällen wird beim Zuspiel zu einem Angriffsschlag gebaggert. In Extremsituationen kommt auch eine einhändige Variante des Baggers zum Einsatz, um den Ball im Spiel zu halten.

Oberes Zuspiel einst …
… und heute

Oberes Zuspiel

Beim oberen Zuspiel (auch Pritschen oder Pass genannt) zeigen die Handflächen in Richtung des Balles, der sich oberhalb der Stirn befinden sollte. Die Handrücken sind nach unten geklappt, Daumen und Zeigefinger beider Hände bilden jeweils ein offenes Dreieck. Der Ball wird mit einer kurzen, schnellen Bewegung aus den Handgelenken gespielt. Das obere Zuspiel findet hauptsächlich beim Zuspiel zur Vorbereitung eines Angriffsschlags Verwendung. Im Vergleich zum unteren Zuspiel ermöglicht es eine präzisere Kontrolle des Balles. Das obere Zuspiel kann auch in einer einhändigen Variante gespielt werden, die jedoch einige Anforderungen an Technik und Koordination stellt, um nicht vom Schiedsgericht als unsauberes Spiel und damit als Fehler gewertet zu werden.

Angriffsschlag

Angriff und Block

Nach Regel 14.1 ist ein Angriffsschlag jede Aktion, bei der der Ball in Richtung des Gegners gespielt wird, ausgenommen Aufschlag und Block.

Nur Vorderspieler (siehe Abschnitt Mannschaft) dürfen innerhalb der Vorderzone einen Ball, der sich im Moment des Schlagens vollständig oberhalb der oberen Netzkante befindet, über das Netz spielen. Hinterspieler, ausgenommen der Libero, dürfen den Ball in der Vorderzone nur unterhalb der Netzkante oder, nach einem Absprung in der Hinterzone, spielen. Die Landung darf bei Letzterem in der Vorderzone erfolgen. Ein, von einem sich in der Vorderzone befindenden Libero im oberen Zuspiel gespielter Ball, darf von keinem Spieler für einen Angriffsschlag oberhalb der oberen Netzkante genutzt werden.

  • Der Schmetterschlag (Smash) ist die wirkungsvollste und meist verwendete Art, einen Punkt zu erzielen. Der Spieler führt dabei vor dem Angriffsschlag drei Schritte aus. Beim Orientierungs- oder Auftaktschritt, der ohne großen Tempogewinn mit der der Schlaghand gegenüberliegenden Seite erfolgt, führt er die Arme leicht nach vorne. Der schnelle und lange Stemmschritt senkt den Körperschwerpunkt; dabei werden die Arme hinter den Körper geführt. Beim Absprungschritt setzt der Spieler den hinteren Fuß kräftig und knapp diagonal vor den vorderen, um die Vorwärtsbewegung in eine Aufwärtsbewegung überzuleiten. Das ist wichtig, um nach dem Schlag nicht im gegnerischen Feld zu landen, was ansonsten als Fehler gewertet wird. Unmittelbar nach dem Absprungschritt erfolgt der Absprung, bei dem die Arme schnell nach oben geführt werden. Der Schlagarm wird weiter seitlich hinter die Schulter gezogen, wobei der Ellenbogen der höchste Punkt des Armes wird. Bei Erreichen einer geeigneten Sprunghöhe schlägt der Spieler der Ball kräftig nach unten über das Netz, so dass er im Idealfall im Spielfeld der gegnerischen Mannschaft landet. Der Schlag wird mit der ganzen Hand, mit geöffneten Fingern und zusätzlichem Klappen des Handgelenks ausgeführt, um dem Ball auch eine Richtung geben zu können.
  • Bei einem Schnellangriff - meist nach einer vorangegangenen Aktion nahe dem Netz - erfolgt der Stemmschritt oft leicht eingesprungen, wobei der Spieler auf den einleitenden Orientierungsschritt verzichtet.
  • Beim Rückraum- oder Hinterfeldangriff springt ein Hinterfeldspieler hinter der Angriffslinie ab. Er begeht einen Fehler, wenn er die Angriffslinie beziehungsweise ihre gedachte seitliche Verlängerung vor dem Schlag betritt oder überschreitet und danach den Ball oberhalb der oberen Netzkante schlägt.
  • Bei einem Heber wird der Ball lediglich mit den Fingern der Schlaghand über das Netz gespielt, oft auch über einen gegnerischen Block hinweg.
  • Eine Finte ist ein mit oberem Zuspiel in einen leeren Bereich des gegnerischen Spielraumes gespielter Ball. Zuspieler verwenden sie, um den Gegner zu überraschen, der ein Zuspiel für einen Angreifer erwartet.
  • Ein Lob ist ein hoch gespielter Ball, der, zumeist als Finte, über einen Block oder an diesem vorbeigespielt wird, um diesen ins Leere laufen zu lassen.

Block

Hauptartikel: Block (Sport)#Volleyball

Ein Block ist eine Aktion, bei der Spieler der verteidigenden Mannschaft einen Angriffsball über dem oder nahe des Netzes zu verteidigen suchen. Ein bis höchstens drei Spieler springen dabei vor dem Netz hoch und versuchen, mit gestreckten Armen und gespreizten, starren Fingern, den gegnerischen Angriff abzuwehren. Die Berührung des Balles darf dabei auch in der Hälfte des Gegners erfolgen. Es darf aber damit beispielsweise kein Zuspiel behindert werden. Ein erfolgloser Block zählt als Blockversuch. Gelangt der Ball danach in die Hälfte der abwehrenden Mannschaft, wird weitergespielt.

Eine Berührung im Zuge einer Blockaktion zählt nicht als Berührung, das heißt, dass die verteidigende Mannschaft danach noch drei Berührungen zur Verfügung hat. Das gilt auch für eine mehrfache Berührung durch einen oder mehrere Spieler. Die nächste Berührung nach einem Block darf auch durch einen Spieler erfolgen, der im Rahmen der Blockaktion unmittelbar zuvor den Ball berührt hat.

Blocken dürfen nur Vorderspieler, das heißt, Spieler auf den Positionen 2, 3 und 4.

Einarmiger Hechtbagger

Spezielle Techniken

Ein Hechtbagger kommt zum Einsatz, wenn der Ball nicht mehr im Laufen, sondern nur noch durch einen Hechtsprung erreicht werden kann. Man unterscheidet dabei zwischen einarmigem und beidarmigem Hechtbagger.

Eine Japan-Rolle ist eine Abwehrtechnik, bei der sich der Spieler nach dem Spielen des Balles seitlich über die Schulter abrollt. Diese Technik wurde erstmals 1964 von der japanischen Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1964 gezeigt.

Handzeichen einer Zuspielerin

Taktik

Volleyballspieler benutzen taktische Mittel, um sich während des Spiels zu verständigen und den Gegner in seinem Spiel zu stören. Beim Aufschlag zeigen die Spieler, die am Netz stehen, mit Handzeichen hinter dem Rücken an, wie sie den nächsten Ball spielen wollen. Außerdem versuchen sie, das Sichtfeld der gegnerischen Spieler einzuschränken, indem sie die Arme nach oben strecken. Dabei darf der Gegner nicht zu sehr behindert werden.

Mit den taktischen Auszeiten kann der Trainer das Spiel beeinflussen. Die möglichen Gründe für eine solche Unterbrechung sind vielfältig. Der Trainer kann eine Auszeit nehmen, um seine Mannschaft in einer schlechten Phase zu beruhigen. Er kann versuchen, dem Team neue Anweisungen zu geben, wobei die Aufnahmefähigkeit allerdings in der kurzen Zeit begrenzt ist. Außerdem kann eine Auszeit dazu dienen, den Spielfluss beim Gegner zu unterbrechen. Wenn ein gegnerischer Spieler gerade mehrere Aufschläge nacheinander gut getroffen hat, stört die Unterbrechung eventuell seine Konzentration.

Im professionellen Volleyball unterscheidet man heutzutage zwei wesentliche taktische Systeme. Die am häufigsten verwendete Formation ist das 5-1-System; als Alternative gibt es das 4-2-System.[12] Die Zahlen gibt dabei das Verhältnis von angreifenden Spielern und Zuspielern an. Im 5-1-System stehen dem Zuspieler also fünf Spieler gegenüber, die Angriffe ausführen können, während beim 4-2-System zwei Zuspieler auf dem Feld stehen; hinzu kommt jeweils der Libero. Der Zuspieler kann beim Spielaufbau zwischen kurzen, schnellen Angriffen über die Mitte, dem sogenannten „ersten Tempo“, und weiter nach außen gespielten Angriffen wählen. Die gegnerischen Block- und Annahmespieler müssen die Entscheidung so schnell wie möglich erkennen, um sich entsprechend zu positionieren.

Die Aktionen der Spieler unterscheiden sich auch danach, ob die Mannschaft in der Annahme steht oder gerade selbst Aufschlag hat. Die erste Situation bezeichnet man als Komplex 1, kurz K1, die zweite Situation als K2.[13][14] Die Situation im Komplex 1 bezeichnet man auch als Sideout; diese Bezeichnung stammt noch aus der Zeit vor dem Rally-Point-System, als man als annehmende Mannschaft zunächst nur das Aufschlagsrecht gewann.

Im K1 rücken die Annahmespieler inklusive Libero nach hinten und versuchen, möglichst viel Fläche abzusichern. Nach einer erfolgreichen Annahme entscheidet der Zuspieler, welchen Pass er spielt. Die Entscheidung hängt nicht nur davon ab, wie der Ball aus der eigenen Annahme zu ihm gelangt, sondern vor allem auch von der Beobachtung der gegnerischen Mannschaft. Der Zuspieler versucht, die Mittelblocker des Gegners ins Leere laufen zu lassen und seine eigenen Angreifer möglichst präzise zu bedienen. Die Angreifer können den Ball mit hoher Geschwindigkeit ins gegnerische Feld schlagen. Sie können aber auch taktisch spielen, indem sie den Ball beispielsweise so gegen den Block schlagen, dass er davon abprallt und ins Aus fliegt. Bei einem erfolgreichen Block des Gegners müssen die Annahmespieler als Angriffssicherung bereitstehen, um den abprallenden Ball im Spiel zu halten.

Im K2 ist der Aufschlag die erste Gelegenheit, einen Punkt zu erzielen. Der aufschlagende Spieler muss dabei abwägen, welches Risiko er eingeht. Mit einem harten, schnellen Aufschlag (z.B. einem Sprungaufschlag) kann er ein Ass erzielen oder die gegnerische Annahme zumindest so unter Druck setzen, dass der Spielaufbau deutlich erschwert ist; gleichzeitig ist das Risiko groß, dass der Ball bei einem ungenauen Aufschlag im Netz oder im Aus landet. Ein Flatteraufschlag (Float) trifft mit größerer Wahrscheinlichkeit das gegnerische Feld, ist aber weniger druckvoll. Wenn dem Gegner die Annahme gelingt, stellt der Block das erste Hindernis dar. Die Blockspieler beobachten den gegnerischen Spielaufbau, um möglichst früh zu erkennen, von wo welcher Angriff gespielt wird. Dann bewegen sie sich an diese Stelle und versuchen, im richtigen Moment hochzuspringen und die Arme auszustrecken. Ein Block kann von einem oder mehreren Spielern ausgeführt werden. Besonders einfach wird die Annahme bei einem „Dankeball“. So bezeichnen die Volleyballer eine Situation, in der der Gegner keinen druckvollen Angriff schafft und den Ball nur leicht über das Netz schlägt.[15] Dabei verzichtet die annehmende Mannschaft häufig auf einen Block.

Öffentliche Wahrnehmung

Obwohl Volleyball weltweit gespielt wird, ist die öffentliche Wahrnehmung dieser Sportart in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich ausgeprägt. In Polen wird Volleyball in den Medien sehr ausführlich behandelt. Spiele der Nationalmannschaft und der Vereine werden live im Fernsehen übertragen und der Sport erfreut sich einer großen Beliebtheit in der Bevölkerung, wie man zuletzt auch bei der Volleyball-Weltmeisterschaft der Männer 2014 in Polen sehen konnte.[16]

In Deutschland und vielen anderen Länder ist Volleyball hingegen in der öffentlichen und medialen Wahrnehmung eine Randsportart. Im deutschen Fernsehen werden - wenn überhaupt - nur Länderspiele live übertragen. So zeigte Sport1 beispielsweise bei der EM 2013 und der WM 2014 die Partien der Frauen-Nationalmannschaft. Der Erfolg der deutschen Männer, die bei der WM 2014 die Bronzemedaille gewannen, war hingegen nur in kurzen Zusammenfassungen im Fernsehen zu sehen. Insbesondere die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF wurden deswegen kritisiert.[17][18] Spiele deutscher Vereine in Europapokal-Wettbewerben und in der Bundesliga sind im Fernsehen ebenfalls nur mit kurzen Zusammenfassungen zu sehen.

Deutsche Verbände und Vereine suchen deshalb andere Wege, um das öffentliche Interesse am Volleyball zu erhöhen. Dabei spielt vor allem das Internet eine große Rolle. Das Portal sportdeutschland.tv, das vom Deutschen Olympischen Sportbund betrieben wird, zeigte alle Spiele der Männer-WM 2014 in Live-Streams und on demand.[19] Seit der Saison 2014/15 nutzt auch die Bundesliga diese Plattform für ihren eigenen Sender VBL.TV.[20] Dort sind Livestreams ausgewählter Spiele einzeln oder in Konferenzschaltungen zu sehen. Außerdem nutzen einige Vereine bei VBL.TV ein sogenanntes 1-Kamera-System, um ihre Heimspiele zu übertragen.[21] Zusätzlich produzieren manche Bundesligisten in Eigenregie kurze Videos und Magazine, die sie auf ihrer Website oder YouTube veröffentlichen, beispielsweise der 1. VC Wiesbaden mit VCW TV.[22] Volleyball-Fans nutzen das Internet außerdem, um auf ihre Sportart aufmerksam zu machen und eine größere mediale Präsenz zu erreichen. So gibt es bei Facebook die Initiative „Bringt Volleyball in die Medien“.[23]

Der Wunsch nach größerem öffentlichen Interesse hat in den vergangenen Jahren auch die Regeln der Sportart und Vorschriften für einzelne Wettbewerbe beeinflusst. Das von der FIVB 1999 eingeführte Rally-Point-System, nach dem jeder Ballwechsel einen Punkt bringt und ein Satz (im Normalfall) mit 25 Punkten gewonnen wird, sorgte dafür, dass die Länge eines Volleyballspiels begrenzt wurde und die Fernsehsender bei Übertragungen besser planen konnten.[24] Die CEV schreibt als Teilnahmevoraussetzung für die Volleyball Champions League vor, dass die beteiligten Vereine eine Live-Übertragung oder ausführliche Zusammenfassung ihrer Heimspiele ermöglichen müssen.[25] Eine wichtige Rolle spielt dabei das Online-Portal Laola1.tv, das Europapokal-Spiele in Livestreams zeigt.[26]

Spezielle Regeln für den Nachwuchs

Volleyball ist für Kinder ab etwa neun Jahren geeignet. Die Ausbildung umfasst neben den Volleyballtechniken auch zahlreiche Übungen zur allgemeinen Ballgeschicklichkeit wie Werfen oder Fangen. Da das Spiel zu Beginn sehr fehleranfällig ist und rund 60 Prozent der Aktionen nach Aufschlag und Annahme beendet sind, kommt beim Spiel sechs gegen sechs schnell Langeweile auf. Um den Sport für Kinder attraktiver zu gestalten, wurden spezielle Regeln eingeführt.

Deutschland

Seit der Saison 2008/09[27] gibt es in Deutschland folgende Altersstufen:

  • F-Jugend (U12): Zwei gegen zwei Spieler auf einem Feld von 9 mal 4,5 m und einer Netzhöhe von 2,05 m
  • E-Jugend (U13): Drei gegen drei Spieler auf einem Feld von 12 mal 6 m und einer Netzhöhe von 2,10 m.
  • D-Jugend (U14): Vier gegen vier Spieler auf einem Feld von 14 mal 7 m und einer Netzhöhe von 2,15 m.
  • C-Jugend (U16):
    • Männlich: Sechs gegen sechs Spieler auf einem Feld von 18 mal 9 m und einer Netzhöhe von 2,24 m.
    • Weiblich: Sechs gegen sechs Spielerinnen auf einem Feld von 18 mal 9 m und einer Netzhöhe von 2,20 m.
  • B-Jugend (U18):
    • Männlich: Sechs gegen sechs Spieler auf einem Feld von 18 mal 9 m und einer Netzhöhe von 2,35 m.
    • Weiblich: Sechs gegen sechs Spielerinnen auf einem Feld von 18 mal 9 m und einer Netzhöhe von 2,24 m.
  • A-Jugend (U20):
    • Männlich: Sechs gegen sechs Spieler auf einem Feld von 18 mal 9 m und einer Netzhöhe von 2,43 m.
    • Weiblich: Sechs gegen sechs Spielerinnen auf einem Feld von 18 mal 9 m und einer Netzhöhe von 2,24 m.

Bis zur D-Jugend gibt es die so genannte „portugiesische Regel“, nach der nach zwei gelungenen Aufschlägen die Mannschaft rotiert und der nächste Spieler aufschlägt. In der F-Jugend sind Mixedmannschaften möglich. Ein Libero darf erst ab der B-Jugend eingesetzt werden. Für die A-Jugend (U20) gibt es bezüglich Spielfeldgröße und Netzhöhe keine Unterschiede mehr zu höheren Spielklasse. In den einzelnen Landesverbänden kann es zu Abweichungen der Jugendregelungen kommen.

Österreich

  • Supermini (U11): Zwei gegen zwei, Feld: 4,5 mal 9 m, Netzhöhe: 2,00 m, Aufschlag nur von unten, mindestens zwei Ballkontakte beim ersten Spielzug der annehmenden Mannschaft
  • Mini (U12): Drei gegen drei, Feld: 6 mal 12 m, Netzhöhe: 2,05 m
  • Midi (U13): Vier gegen vier, Feld: 7 mal 14 m, Netzhöhe: 2,10 m (weiblich), 2,15 m (männlich)
  • Schüler (U15): Netzhöhe: 2,18 m (weiblich), 2,30 m (männlich)
  • Jugend (U17): Netzhöhe: 2,20 m (weiblich), 2,35 m (männlich)
  • Junioren (U19): Netzhöhe: 2,24 m (weiblich), 2,43 m (männlich)

Mannschaften in den Bewerben Supermini (U11) und Mini (U12) können auch geschlechtlich gemischt sein. Ab Schüler (U15) treten, wie auch in den allgemeinen Klassen üblich, sechs gegen sechs Spieler auf einem Feld von 9 mal 18 m gegeneinander an.[28]

Varianten

Beachvolleyball

Hauptartikel: Beachvolleyball

Beachvolleyball ist eine Variante, die in der Regel unter freiem Himmel auf Sand gespielt wird. Die Regeln entsprechen weitgehend denen des Hallenvolleyballs. Die wichtigsten Unterschiede sind:

  • Das Spielfeld ist kleiner (8 mal 16 m).
  • Die Bälle sind weicher, geschmeidiger und auch im Umfang größer.
  • Eine Mannschaft besteht aus zwei Spielern.
  • Statt drei werden zwei Gewinnsätze gespielt.
  • Die ersten zwei Sätze enden bei 21 Punkten (mit mindestens zwei Punkten Unterschied).
  • Es gibt Einschränkungen beim oberen Zuspiel.
  • Der Block wird als erste Berührung gewertet.
  • Es gibt ein zusätzliche technische Auszeit, wenn die Gesamtzahl der Punkte beider Teams 21 erreicht hat.
  • Nach jeweils sieben Punkten werden die Seiten gewechselt.

Sitzvolleyball

Sitzvolleyball wird vor allem von Menschen mit Behinderung gespielt. Dabei sitzen die Sportler auf dem Spielfeld. Sitzvolleyball gehört zu den paralympischen Disziplinen.

Weitere Varianten

Weitere Varianten sind Mixed-Volleyball, Park Volley, Standvolleyball, Smashball, Volleyclub, Wasservolleyball und Cachibol.

Weblinks

 Portal: Volleyball – Übersicht über Wikipedia-Inhalte zum Thema Hallen- und Beachvolleyball
 Commons: Volleyball – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Volleyball – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Verbände

Regeln

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. a b The Federation. FIVB, abgerufen am 18. November 2014 (englisch).
  2. a b c d e f g h Volleyball History. FIVB, abgerufen am 18. November 2014 (englisch).
  3. a b c d e f g Chronological Highlights. FIVB, abgerufen am 18. November 2014 (englisch).
  4. a b CEV History. CEV, abgerufen am 18. November 2014 (englisch).
  5. The National Federations. CEV, abgerufen am 18. November 2014 (englisch).
  6. Die Geschichte des Volleyballsports in Deutschland. DVV, abgerufen am 18. November 2014.
  7. Gründungsgeschichte des ÖVV. ÖVV, abgerufen am 18. November 2014.
  8. Swiss Volley. Swiss Volley, abgerufen am 18. November 2014.
  9. Section 3.1. In: Official Volleyball Rules 2011-2012 (PDF), FIVB, 2010 (Zugriff am 27. Oktober 2011): „STANDARDS The ball shall be spherical …“
  10. Die Nummern entsprechen denen der zugehörigen Abbildungen im aktuellen Regelwerk.
  11. Volleyball-Landesverband Württemberg, Der Punkt, Kapitel II, Teil 1
  12. Grundlegendes Spielsystem und Einordnung der Spielertypen. DVV, abgerufen am 20. November 2014.
  13. Komplex I - Situation bei gegnerischem Aufschlag (= KI). DVV, abgerufen am 20. November 2014.
  14. Komplexsituation bei eigenem Aufschlag oder Ball beim Gegner (= K II ). DVV, abgerufen am 20. November 2014.
  15. Dankeballsituation. DVV, abgerufen am 21. November 2014.
  16. Volleyball-WM: Vorfreude auf ein Volleyball-Fest im Volleyball-Mekka. Deutscher Volleyball-Verband, 27. August 2014, abgerufen am 18. November 2014.
  17. "Das Verhalten von ARD und ZDF ist eine Schande". Welt Online, 19. September 2014, abgerufen am 18. November 2014.
  18. Deutsche Volleyballer: Erfolgreich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Spiegel Online, 22. September 2014, abgerufen am 18. November 2014.
  19. Männer-WM: Alle Spiele live bei www.sportdeutschland.tv. DVV, 29. August 2014, abgerufen am 18. November 2014.
  20. Website von VBL.TV
  21. Sendezeiten der Volleyball-Bundesliga
  22. Bundesligen: Happy Birthday: VCW TV wird ein Jahr alt. volleyballer.de, 13. Dezember 2013, abgerufen am 18. November 2014.
  23. Facebook-Seite der Initiative „Bringt Volleyball in die Medien“
  24. Rally Point Scoring approved by FIVB (1999-). volleyball.org, abgerufen am 18. November 2014 (englisch).
  25. Broadcaster Regulations. CEV, abgerufen am 18. November 2014 (PDF, englisch).
  26. Volleyball-Übertragungen bei laola1.tv
  27. Förderverein Volleyball, Altersklassen Nachwuchs. 9. Juni 2009
  28. ÖVV Ausschreibung 2014/15 Nachwuchs
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