Volmarstein
| Volmarstein
Stadt Wetter
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| Koordinaten: | 51° 22′ N, 7° 23′ O51.3713888888897.3838888888889Koordinaten: 51° 22′ 17″ N, 7° 23′ 2″ O |
| Eingemeindung: | 1. Jan. 1970 |
| Postleitzahl: | 58300 |
| Vorwahl: | 02335 |
Volmarstein ist eine bis 1970 eigenständige Gemeinde und heutiger Stadtteil von Wetter im Ennepe-Ruhr-Kreis, Nordrhein-Westfalen (Deutschland).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Bereits 1047 wird Volmarstein in den Werdener Klosterakten erwähnt. Der Name des Ortes hat sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt gemeint war die Höhe an der Volme. Die Freiheitsrechte erhielt der Ort 1342 und hatte seit dem 15. Jahrhundert ein Femegericht unter den Grafen von der Mark.
Durch einen großen Brand wurde das Dorf Volmarstein und die Burg 1754 zerstört. Von der Burg blieben nur noch Trümmer übrig. Die Anwohner nutzten die Steine der Burg zum Wiederaufbau ihrer Häuser.
Am 19. Januar 1939 wurde Grundschöttel eingemeindet.[1]
Mit der kommunalen Gebietsreform wurde der Ennepe-Ruhr-Kreis am 1. Januar 1970 neu gegliedert. Die südlich der Ruhr gelegene Gemeinde Volmarstein kam zur Stadt Wetter.[2] Ferner wurden Esborn und Wengern eingegliedert, die zum Amtsbezirk Volmarstein gehört hatten.
Im Jahre 1997 feierte die Gemeinde ihr 950jähriges Bestehen.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Die Burgruine Volmarstein ist die bekannteste Sehenswürdigkeit des Ortes. Die Burg wurde 1100 gebaut und 1324 vom Grafen von der Mark zerstört.
Auf dem Weg hoch zur Burgruine befinden sich zwei Kriegerdenkmäler (Bezeichnungen angelehnt an den Texte der angebrachten Gedenktafeln):
- Denkmal an die Toten der Kriege 1866 und 1870/71
- Denkmal an die Opfer von 1939 bis 1945
Ein altes Bauwerk ist auch die Evangelische Dorfkirche. Experten datieren die Errichtung in das 11. Jahrhundert. Die letzte Restaurierung fand von 1995 bis 1996 statt.
In der Nähe der Dorfkirche befindet sich der Hillige Born (Heilige Quelle) eine Art Quelldenkmal, das in eine Mauer integriert ist. Es hat die Inschriften De Hillige Born ANNO 780 und Gestiftet von Carl Winzerling in Volmarstein 1913.
Auf dem Dorfplatz im Zentrum befindet sich ein ungewöhnliches Denkmal mit drei überdimensionalen Vorhängeschlössern. Auf einer Tafel steht dazu erläutert: Juni 1997 – 950 Jahre Volmarstein – gestiftet von ABUS – F.W. Lüling – Burg Wächter. Es erinnert an die herausragende Bedeutung, die die Schlossindustrie in Volmarstein hatte und auch heute noch hat. Die drei Stifter sind bedeutende Firmen in diesem Sektor und haben ihren Stammsitz in Volmarstein.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Das Unternehmen Aug. Klönne aus Dortmund führte hier für sein Unternehmen ein Schamottewerk. In Volmarstein sind mehrere bedeutende Firmen angesiedelt. So haben die Unternehmen ABUS, Burg-Wächter und Burg ihre Firmensitze im Industriegebiet Am Nielande direkt an der Autobahnausfahrt Volmarstein. Die drei Firmen stellen Schliessanlagen sowie Sicherheitstechnik her und gehören zu den größten Arbeitgebern im Stadtgebiet Wetter.
Zur Evangelischen Stiftung Volmarstein (ESV) zählen Einrichtungen und Gesellschaften u. a. in der Medizinischen Akutversorgung und Rehabilitation, der ambulanten, teil- und vollstationären Behinderten- und Altenhilfe sowie der beruflichen und schulischen Rehabilitation. Die Stiftung ist 100%ige Gesellschafterin der RZV Rechenzentrum Volmarstein GmbH, einem SAP-Systemhaus für Einrichtungen in der Gesundheitsbranche sowie der Alten- und Behindertenhilfe. In den Einrichtungen und Gesellschaften der Stiftung sind rund 2600 Mitarbeiter beschäftigt.
[Bearbeiten] Religion
Es gibt in Volmarstein neben der Evangelischen Kirchengemeinde Volmarstein zwei Evangelisch-freikirchliche Gemeinden und eine geschlossene Brüdergemeinde der Christlichen Versammlung, sowie eine katholische Kirche.
Die Martinskirchengemeinde betreut als sogenannte Anstaltskirchengemeinde die Rehabilitanden, Patienten, Bewohner und Schüler der Evangelischen Stiftung Volmarstein, einer Einrichtung im Verbund der Diakonie.
[Bearbeiten] Sonstiges
[Bearbeiten] Volmarstein 1910
Interessante Details zur früheren Gemeinde und ihren Gemeindeteilen bietet:
- Dr. E. Uetrecht: Meyers Orts- und Verkehrs-Lexikon des Deutschen Reichs, Zweiter Band L-Z, Leipzig und Wien. Bibliographisches Institut, 1913, S. 840:
Volmarstein, Dorf (203 m) und Landgemeinde, unweit der Ruhr; Preußen, Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg, Landkreis, Amtsgericht, Bezirkskommando Hagen Westfalen, Fernsprecher Wetter; 2.081 Einwohner; Telegraph, Post, Eisenbahntelegraph auf der Station der Linie (Bahnhof, siehe Wengern): Hagen-Steele; Standesamt, Amt, evangelische Pfarrkirche; Elektrizitätswerk, Sparkasse; Fabrikation von Militäreffekten, Schlössern, Werkzeugen; Brennerei, Gießerei, Ziegelei. - Dazu Häusergruppen Am Krame, Eisenb. 0,7 km, 44 Einw., Am Poste, Eisenb. 0,2 km, 29 Einw., Am Vorberg, Eisenb. 0,6 km; Hof Halle, Eisenb. 5 km, 9 Einw.; Kolonie Heile, Eisenb. 4,5 km, 10 Einw.; Haus Hombergerhöh, Eisenb. 5 km, 6 Einw.; Gut Im Finkensiepen, Eisenb. 4,8 km, 40 Einw.; Häusergruppen In den Schnetteln, Eisenb. 0,8 km, In der Bach, Eisenb. 1 km, 294 Einw., In der Hege, Eisenb. 0,4 km, 92 Einw., Schlunder, Eisenb. 0,8 km, 51 Einw., Tinsberg, Eisenb. 1 km, 35 Einw.; Gut Vogelsang, Eisenb. 0,8 km, 23 Einw.
[Anmerkungen: die Gesamteinwohnerzahl ist nach dem Stand der Volkszählung vom 1. Dezember 1910, die der Gemeindeteile nach dem Stand der Zählung vom 1. Dezember 1905]
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Eduard Scheve (1836 - 1909), Begründer der evangelisch-freikirchlichen Diakonie und Außenmission, wurde in Volmarstein geboren.
- Johann Georg Fetzer (1845 - 1909), baptistischer Theologe, war von 1878 bis 1882 Pastor der Grundschötteler Baptistengemeinde. Während eines Besuchs in Grundschöttel im Jahr 1909 verstarb er und wurde auf dem baptistischen Friedhof in Grundschöttel beigesetzt.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Gemeinschaftswasserwerk Volmarstein
- Geschwister-Scholl-Gymnasium Wetter (einziges Gymnasium Wetters in Volmarstein)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817 – 1967. Aschendorff, Münster (Westfalen) 1977, ISBN 3-402-05875-8.
- ↑ Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.