Voluntourismus

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Voluntourismus, auch Volunteerismus, Volunteerreisen oder Freiwilligenurlaub genannt, ist eine Reiseform, die die Mittelstellung zwischen Urlaubsreise und Freiwilligendienst einnimmt.[1]

Begriff[Bearbeiten]

Der Begriff Voluntourismus setzt sich aus den Worten Volunteering und Tourismus zusammen und beschreibt eine Reiseform. Die Reise an sich nennt man eine Voluntour und den Reisenden demzufolge einen Voluntouristen. Entsprechend Interesse, Fähigkeit und Zeitrahmen absolviert der Reisende weltweit sinnvolle Arbeitseinsätze zur Verbesserung der gesellschaftlichen und ökologischen Verhältnisse. Daneben nimmt er touristische Angebote in Anspruch. Die Dauer variiert stark. Charakteristisch sind Aufenthalte von einigen Wochen. Voluntouristen verbindet das Ziel, nachhaltig etwas Gutes tun zu wollen.

Abgrenzung[Bearbeiten]

Voluntourismus gehört zur Gruppe der alternativen Reiseformen, womit er sich klar vom Massentourismus abgrenzt. Er weist Überschneidungspunkte mit anderen alternativen Reiseformen wie dem Ökotourismus, dem Aktivurlaub oder dem gemeindeorientierten Tourismus auf. Er orientiert sich stark an den Maximen der Ethik, des Umwelt- und Kulturschutzes. Voluntourismus ist nicht zu verwechseln mit dem reinen Volunteering bzw. der Freiwilligenarbeit, die organisierter, dauerhafter Natur sind und weniger touristischen Charakter aufweisen.

Reisemotive[Bearbeiten]

Voluntouristen bewegt im Allgemeinen das Ziel, „etwas Gutes tun“ zu wollen, „der Welt etwas zurückzugeben“ oder „sich selbst zu verwirklichen“. Die Authentizität des Umfeldes und das Fremde der fernen Kultur ziehen sie an. Weitere Beweggründe der häufig jungen Reisenden sind das Erlangen von Sprachkenntnissen oder Orientierung auf ihrem Lebensweg.

Kritik[Bearbeiten]

Die Kritik am Voluntourismus bezieht sich auf verschiedene mögliche negative soziale, kulturelle, ökologische und ökonomische Aspekte der Reise.

  • sozial: - ungleiche soziales Gefälle zwischen Reisendem und Bereistem; - mangelnde Sprachkenntnisse der Reisenden; - mangelnde Qualifikation (z.B. für die Ausübung einer Lehrtätigkeit)
  • kulturell: - Konsum von Kultur und Authentizität („Menschenzoo“); - Verlust der Einheimischen des Bezugs zu eigenen Traditionen und Ritualen
  • ökonomisch: - Ausnutzen der Zahlkraft von Voluntouristen; - Mangel an Arbeitsplätzen für Einheimische durch kostenfreie Besetzung der Stellen durch Voluntouristen;
  • ökologisch: - Eindringen in sensible Lebensräume von Flora und Fauna; - Ausstoß von CO² zum Erreichen des häufig fernen Urlaubszieles

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Badische Zeitung, Wirtschaft, 7. Februar 2015, Helga Riedl, Horst Biallo, badische-zeitung.de: Voluntourismus: Mache Urlaub und tue Gutes dabei