Vom Winde verweht

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Dieser Artikel informiert über den Roman. Die gleichnamige Verfilmung ist unter Vom Winde verweht (Film) zu finden.

Vom Winde verweht (Gone with the Wind) ist ein Roman von Margaret Mitchell, der in den Südstaaten der USA während des Sezessionskriegs in den 1860ern und der darauffolgenden Reconstruction spielt.

Der Roman erschien am 30. Juni 1936 und wurde sogleich einer der größten Bestseller in der Geschichte der amerikanischen Literatur, bereits im Oktober waren mehr als eine Million Exemplare verkauft worden. Margaret Mitchell überließ noch im selben Jahr die Filmrechte an ihrem Buch für 50.000 Dollar dem Produzenten David O. Selznick. 1939 kam die gleichnamige Verfilmung in die US-amerikanischen Kinos und wurde zu einem der erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten.

1937 wurde Mitchell für ihren Roman Vom Winde verweht mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Bis heute wurden weltweit rund 30 Millionen Exemplare verkauft.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Die sechzehnjährige Scarlett O’Hara lebt mit ihren Eltern und zwei jüngeren Schwestern auf der Baumwollplantage Tara bei Atlanta. Sie ist der Liebling ihres Vaters und gewohnt, alle Wünsche erfüllt zu bekommen. Auf einem Gartenfest bedrängt sie Ashley Wilkes, den Erben der Nachbarplantage Twelve Oaks, in den sie sich verliebt hat, sie zu heiraten. Ashley ist jedoch bereits mit seiner Cousine Melanie Hamilton verlobt. Rhett Butler, ein Gast aus Charleston, der von seiner wohlhabenden Familie verstoßen wurde, belauscht die Auseinandersetzung. Scarlett rügt ihn deshalb, er sei kein Gentleman. Butler erwidert, sie sei keine Lady.

Kurz vor dem Bürgerkrieg heiratet Ashley Melanie. Scarlett nimmt den Antrag von Melanies Bruder Charles an. Die Männer ziehen in den Krieg. Charles stirbt im Ausbildungslager an Lungenentzündung. Scarlett stellt fest, dass sie von Charles schwanger ist. Sie bringt einen Jungen, Wade Hampton, zur Welt, kann aber keine mütterlichen Gefühle für das Kind entwickeln.

In der Hoffnung, Ashley wiederzusehen, zieht Scarlett nach Atlanta zu Melanie und Tante „Pittypat“. Auf einem Fest zu Gunsten der Südstaaten-Armee trifft Scarlett Rhett Butler, der sie in einer Wohltätigkeitsauktion als Tanzpartnerin „ersteigert“ und damit ihre Sympathie gewinnt.

Während Truppen der Nordstaaten Atlanta angreifen, muss Scarlett zusammen mit der jungen Sklavin Prissy Melanie bei der schweren Geburt von Ashleys Sohn beistehen. Für die anschließende Flucht zur Heimatplantage Tara treibt Rhett Butler ein Pferd und einen Fuhrwagen auf und bringt sie mit Melanie und den Kindern aus dem brennenden Atlanta. An der Stadtgrenze verlässt er sie, um sich den Truppen der konföderierten Staaten anzuschließen, die sich auf dem Rückzug befinden. Auf dem Weg nach Tara sehen die Frauen immer wieder Leichen gefallener Soldaten.

Als Scarlett in Tara eintrifft, erfährt sie, dass ihre Mutter einen Tag zuvor an Typhus gestorben ist. Ihr Vater hat darüber den Verstand verloren, die beiden Schwestern sind krank und neben den Yankees haben konföderierte Marodeure und befreite Schwarze fast alles gestohlen. Die bis dahin reichen Sklavenhalter lernen Hunger und Elend kennen.

In dieser Situation wird Scarlett zum Oberhaupt der Familie, treibt Nahrungsmittel auf, versucht, den Alltag wieder in geordnete Bahnen zu bringen, treibt die Familie und Angestellten zum Arbeiten an und tötet sogar einen der stehlenden Marodeure, um ihr Haus und die Familie zu schützen. Ashley kehrt in der Zwischenzeit aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Erneut versucht Scarlett, ihn für sich zu gewinnen, und will sogar mit ihm durchbrennen. Doch Ashley ist durch den Krieg traumatisiert und hat sich in eine Scheinwelt vor dem Krieg zurückgezogen.

Als die Yankees hohe Steuern für Tara verlangen, hofft Scarlett, das Geld von Rhett Butler zu bekommen, der als Kriegsgefangener im Gefängnis von Atlanta lebt. Sie spielt ihm vor, in Wohlstand und Sorglosigkeit zu leben, und bietet sich ihm als Geliebte an. Rhett weist sie ab, denn er erkennt ihr Täuschungsmanöver. In der Notlage heiratet Scarlett den langjährigen Verlobten ihrer Schwester, den Kaufmann Frank Kennedy, um an sein Geld zu kommen. Scarlett überredet Frank, ins Bauholz-Geschäft einzusteigen und übernimmt die Leitung des Sägewerks. Sie bringt Kennedys Tochter Ella Lorena zur Welt, kann aber auch zu dem Mädchen keine Zuneigung entwickeln. Da sie geschäftlich mit „Yankees“ verkehrt und mit dem als Kriegsgewinnler geltenden Rhett Butler Bekanntschaft pflegt, gerät sie in die Kritik der ehemaligen Plantagenbesitzer, die sich weiter als die führende Gesellschaftsschicht sehen.

Nach einem Überfall auf Scarlett nimmt ihr Mann an einem Racheakt des neu gegründeten Ku-Klux-Klan teil, der ihn das Leben kostet. Rhett Butler, der schon lange heimlich in Scarlett verliebt war, macht ihr einen Heiratsantrag, den sie annimmt. Rhett versucht die Liebe seiner Frau zu gewinnen, indem er sie mit Luxus überhäuft und mit ihr auf Reisen geht. Die Ehe mit Rhett Butler bleibt jedoch nur oberflächlich glücklich, da Scarlett noch immer an ihrer Liebe zu Ashley festhält. Scarlett bringt ihr drittes Kind, das Mädchen Eugenie Victoria, genannt Bonnie, zur Welt. Danach verweigert Scarlett Rhett den ehelichen Verkehr, da sie um ihre Figur besorgt ist und weitere Schwangerschaften fürchtet.

Eines Tages begegnet sie im Sägewerk Ashley, der mittlerweile die Buchhaltung führt. Die beiden reden über ihre Erinnerungen an die Zeit nach dem Krieg. Ashley dankt Scarlett für alles, was sie für ihn und Melanie getan hat und umarmt sie. Diese Szene wird von Ashleys Schwester India beobachtet, die eine Affäre vermutet und entsprechende Gerüchte verbreitet. Scarlett ist erschrocken, da sie Ashley zwar liebt, aber ihren Ehemännern niemals untreu gewesen ist. Sie wagt es nicht, zu seiner Geburtstagsfeier zu gehen. Rhett zwingt sie schließlich, das Fest zu besuchen. Melanie empfängt Scarlett als Freundin und verbietet den anderen Gästen, die Gerüchte weiter zu streuen.

Am selben Abend fällt der wütende und angetrunkene Rhett über Scarlett her, um „den unsichtbaren Dritten in seiner Ehe aus ihren Gedanken zu löschen“. Scarlett ist zu stolz, Rhett zu gestehen, wie sehr sie diese Liebesnacht genossen hat, und so entfremden sich die Eheleute immer mehr. Rhett trennt sich für einige Wochen von seiner Frau, indem er mit seiner Tochter auf eine Reise geht. Als Scarlett merkt, dass sie wieder schwanger ist, freut sie sich zunächst, da sie auf eine Versöhnung mit Rhett hofft. Als Rhett zurückkehrt, reagiert er jedoch mit Sarkasmus auf die Nachricht. Es kommt zu einem heftigen Streit, in dessen Verlauf Scarlett die Treppe hinunterfällt und eine Fehlgeburt erleidet.

Rhett ist beschämt über sein Verhalten. Der Versuch, die Ehe zu retten, wird vom Tod der Tochter Bonnie vereitelt, die sich beim Hürdenspringen mit ihrem Pony das Genick bricht. Rhett verliert darüber fast den Verstand. Er schließt sich tagelang mit dem Leichnam seiner Tochter ein und nur Melanie gelingt es schließlich, ihn herauszulocken. Melanie ist trotz ärztlicher Warnung erneut schwanger geworden und stirbt an einer Fehlgeburt.

Am Schluss des Romans erkennt Scarlett, dass ihre Liebe zu Ashley ein Hirngespinst war und sie eigentlich schon lange ihren Ehemann Rhett Butler liebt. Sie bittet Rhett um Vergebung. Doch für Rhett kommt diese Erkenntnis zu spät. Auf ihr Flehen erwidert er nur: „Frankly my dear, I don't give a damn.“ (in der deutschen Übersetzung des Buchs: „Mein Kind, es ist mir ganz gleichgültig“) Er verlässt sie, und Scarlett beschließt, nach Tara zurückzukehren.

Trivia[Bearbeiten]

  • Ursprünglich hieß die Protagonistin „Pansy O’Hara“ und die Plantage „Tara“ trug den Namen „Fontenoy Hall“.[2]
  • Der Plantagenname „Tara“ stammt von dem gleichnamigen Hügel Tara, dem sagenumwobenen Sitz der irischen Hochkönige, und deutet die fortdauernde Verbundenheit der europäischen Auswanderer mit ihrer alten Heimat an.
  • Der Titel des Buches sollte zuerst „Tote Your Heavy Bag“ oder „Tomorrow is Another Day“ lauten. Der letztlich verwendete Titel „Gone with the Wind“ stammt aus dem Gedicht „Cynara“ von Ernest Dowson.[2]

Fortsetzungen[Bearbeiten]

  • Unter dem Titel Scarlett erschien 1991 ein Roman von Alexandra Ripley, der eine Fortsetzung des Romans darstellt, autorisiert von Margaret Mitchells Erben, ihren Neffen Joe und Eugène Mitchell, die für die Fortsetzungsrechte eine Umsatzbeteiligung an Scarlett erhielten.[3] Die Handlung spielt in den 1870er Jahren in Atlanta und in Irland. Hauptfigur ist wieder Scarlett O’Hara[4]. Alexandra Ripleys Roman wurde im Jahr 1994 unter dem Titel Scarlett in der Form einer Mini-Fernsehserie mit vier Folgen von je 90 Minuten verfilmt.
  • 2007 erschien der Roman Rhett von Donald McCaig, der die Geschichte aus Sicht des Protagonisten Rhett Butler schildert und ebenfalls von Mitchells Erben autorisiert wurde[5].

Ausgaben[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Daily Mail
  2. a b University of Liverpool, Global Oneness; Margaret Mitchell
  3. Zeitmagazin, 6. September 1991, S.52-63; Focus, Heft 11, 1994, S. 113-115
  4. Alexandra Ripley: Scarlett. Roman. Hoffmann und Campe, Hamburg 1991, ISBN 978-3-455-06326-4; als Taschenbuch: Heyne, München 2008, ISBN 978-3-453-40642-1.
  5. Donald Mccaig: Rhett Butler's People. St. Martin's Press, New York, NY 2007. 2007, ISBN 978-0-7394-8866-9; deutsch übersetzt von Kathrin Razum: Rhett, Heyne Taschenbuch, München 2008, ISBN 978-3-453-40589-9.