Vor Hausfreunden wird gewarnt

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Filmdaten
Deutscher Titel Vor Hausfreunden wird gewarnt
Originaltitel The Grass is Greener
Produktionsland UK
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1960
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Stanley Donen
Drehbuch Hugh Williams und Margaret Vyner
Produktion Milton Sperling
Musik Noel Coward
Kamera Christopher Challis
Schnitt James B. Clark
Besetzung

Vor Hausfreunden wird gewarnt ist der Titel einer britischen Filmkomödie aus dem Jahr 1960, einem Technicolor-Film in Technorama, ursprünglich im Universal Filmverleih. Das Drehbuch verfassten Hugh und Margaret Vyner nach ihrer Bühnenkömödie Das Gras ist grüner (The Grass Is Greener).

Handlung[Bearbeiten]

Graf Victor Rhyall und seine Gattin Hilary sind seit 12 Jahren verheiratet. Sie wohnen auf Schloss Lynley Hall, das sie wegen finanzieller Schwierigkeiten größtenteils zur öffentlichen Besichtigung freigegeben haben.

Die Privaträume sind davon ausgenommen, und dennoch dringt der amerikanische Ölmillionär Charles Delacro in Hilarys Zimmer ein. Es gelingt ihr nicht, den ungebetenen Gast wieder zum Gehen zu bewegen. Er versteht es vielmehr, sie in ein amüsantes Gespräch zu verwickeln, das in einen Flirt mündet und damit endet, dass er sie küsst.

Als Victor unmittelbar danach den Raum betritt, bemerkt er sofort, dass sich etwas abgespielt haben muss. Ganz Gentleman, übergeht er die peinliche Situation, wie es sich für einen englischen Adeligen gehört. Als sie dann noch auf einen gemeinsamen Freund zu sprechen kommen, lädt er den Gast sogar ein, zum Tee zu bleiben. Die aufgewühlte Hilary hingegen beschwört ihn, sofort abzureisen. Charles fügt sich, nicht jedoch ohne Hilary zu sich nach London eingeladen zu haben.

Nach anfänglichem Zögern entschließt sich Hilary nach London zu fahren - vermeintlich nur zu einem frühen Termin bei ihrem Stammfriseur und um bei ihrer Freundin Hattie zu übernachten. Charles indes macht Hilarys Friseur ausfindig und wartet dort auf sie. So viel Aufmerksamkeit hat Hilary nichts mehr entgegenzusetzen. Sie gibt sich ihm hin und bleibt länger als vorgesehen in London.

Hattie bekommt die amourösen Fehltritte ihrer Freundin mit. Sie war früher ihrerseits hinter Victor her und sieht ihre Zeit gekommen, die alte Beziehung aufzufrischen. Also besucht sie ihn und erzählt dem gehörnten Gatten die Ereignisse brühwarm.

Der hatte bisher in britischer Unterkühltheit alles über sich ergehen lassen, doch als er hört, dass der amerikanische Millionär seiner Frau den langersehnten Nerzmantel geschenkt hat, beschließt er, um sie zu kämpfen. Er ruft Charles an und lädt ihn zu sich aufs Schloss ein. Er spielt dabei den Unwissenden und bittet ihn, ob er auch Hilary mitbringen könne, die sich zurzeit ebenfalls in London aufhalte.[1] Charles nimmt die Einladung an und bringt Hilary mit zu dem gemeinsamen Treffen, das Victor eingefädelt hat.

Bei gepflegter Konversation, gespickt mit Doppeldeutigkeiten, wird die Atmosphäre zwischen den beiden Männern immer angespannter, bis der Lord seinen Rivalen schließlich zu einem Pistolenduell fordert. Charles schießt daneben, aber Victor wird trotzdem – dank eines getarnten Hüftschusses seines Butlers – am Arm verletzt. Die fingierte blutige Tragödie findet ein gutes Ende: Hilary erkennt, dass sie ihren Mann doch noch liebt - und Hattie angelt sich Charles.

Hintergründe[Bearbeiten]

In einem der Dialoge wird die Verwendung des Wortes paramount[2] kritisiert; Universal und Paramount Pictures waren damals noch nicht als UIP vereint.

Bei seinem Anruf in Charles' Londoner Hotel gibt sich Victor am Telefon als Rock Hudson aus und erklärt, dies sei heutzutage die einzige Möglichkeit Aufmerksamkeit zu erhalten.

Robert Mitchum sagte über seine Rolle in Vor Hausfreunden wird gewarnt:

„Immerhin muss ich mir keinen Bart wachsen lassen, vom Pferd fallen oder einen Kerl auf meinem Buckel herumtragen. Ich habe nicht viel zu sagen, was ein Glück ist, weil ich mich nicht einmal an das bisschen, was ich sagen muss, erinnern kann. Ich habe eine Assistentin am Rande des Sets, die mir sagt, wann ich 'Warum' oder 'Ach wirklich' antworten muss, wenn Cary Grant mit seiner Rede fertig ist.“ (zit. nach Michael Althen: Robert Mitchum, Heyne Filmbibliothek Nr. 10100)

Ein wiederkehrendes Thema in den Dialogen sind die Unterschiede zwischen amerikanischem und britischem Englisch; Mitchums Figur sagt dazu: „Sometimes I'm convinced that the greatest barrier between our countries is the bond of a common language.“ (IMDb) Dieser Aphorismus wurde schon früher George Bernard Shaw zugeschrieben.[3]

Kritiken[Bearbeiten]

  • Die Besitzer der Radio City Music Hall in New York wollten den Film als Weihnachtsfilm 1960 aufführen, setzten ihn aber ab, weil er ihnen nicht gefiel.
  • Variety schrieb, Vor Hausfreunden wird gewarnt sei eine langweilige Stilübung.
  • Hollywood Reporter meinte: Keine glitzernden Stars, nicht mal schimmernde.
  • Eine bessere Meinung hat der Evangelische Film-Beobachter: „Ehebruch und Rückkehr einer Frau werden ordentlich in Szene gesetzt. Trotz einiger Schönheitsfehler als gehobene Unterhaltung ab 18 möglich.“ (Kritik Nr. 269/1961)

Quellen[Bearbeiten]

  • Illustrierte Filmbühne. München, Nr. 5686.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hugh Williams, Margaret Williams: Das Gras ist grüner. Komödie in 2 Akten. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg um 1960. (Originaltitel: The Grass Is Greener, übersetzt von Oskar Willner) (Bühnenmanuskript).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieser Dialog wird als Split Screen gezeigt; am Ende des Telefonats schnippt Victor einen Fremdkörper aus seinem Trinkglas, und Charles scheint von den Tropfen getroffen zu werden.
  2.  Wiktionary: paramount – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  3. https://en.wikiquote.org/wiki/George_Bernard_Shaw#Attributed