Vorhofflattern

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Klassifikation nach ICD-10
I48.3 Vorhofflattern: typisch
Vorhofflattern, Typ I
I48.4 Vorhofflattern: atypisch
Vorhofflattern, Typ II
I48.9 Vorhofflimmern und Vorhofflattern: Nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Vorhofflattern ist eine vorübergehende (paroxysmale = anfallsweise) oder andauernde (permanente) Herzrhythmusstörung, bei der die Vorhöfe des Herzens in Ruhe unregelmäßig 240- bis 340-mal pro Minute, die Kammern hingegen meist langsamer schlagen.

Ausschnitt eines Langzeit-EKGs bei nächtlichem paroxysmalem Vorhofflattern
Links: Vorhofflattern
Mitte: Sinusknotenstillstand mit präautomatischer Pause für ca. 2,7 Sekunden
Rechts: Einsetzen des Sinusrhythmus

Ohne Medikamenteneinfluss führt Vorhofflattern meist zu „Herzrasen“ in Form einer regelmäßigen Pulsbeschleunigung (Tachykardie) auf 120 bis 170 Schläge pro Minute, weil der AV-Knoten typischerweise nur jede zweite Erregung der Vorhöfe auf die Kammern überleitet (2:1-Überleitung). Bei gestörter Erregungsleitung und unter dem Einfluss AV-Knoten-blockierender Arzneimittel (z. B. Verapamil, Betablocker oder Digitalis) erhöht sich das Blockierungsverhältnis (z. B. auf 3:1 oder 4:1 oder unregelmäßig), so dass die Herzkammern langsamer und evtl. unregelmäßig schlagen.

Hinsichtlich der Diagnostik und Therapie unterscheidet sich Vorhofflattern nur unwesentlich vom häufigeren Vorhofflimmern, allerdings ist die elektrophysiologische Therapie des Vorhofflatterns in Form der Ablation des posterioren Isthmus im rechten Vorhof einfacher, erprobter und auch erfolgreicher als die Pulmonalvenenablation bei Vorhofflimmern.

Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!