Vorra

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Vorra. Für den gleichnamigen Ortsteil von Frensdorf siehe dort.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Vorra
Vorra
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Vorra hervorgehoben
49.55638888888911.492777777778365Koordinaten: 49° 33′ N, 11° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Velden (Pegnitz)
Höhe: 365 m ü. NHN
Fläche: 22,08 km²
Einwohner: 1699 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91247
Vorwahl: 09152
Kfz-Kennzeichen: LAU, ESB, HEB, N, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 161
Gemeindegliederung: 4 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stöppacher Str. 1
91247 Vorra
Webpräsenz: www.vorra-mfr.de
Erster Bürgermeister: Volker Herzog (SPD)
Lage der Gemeinde Vorra im Landkreis Nürnberger Land
Nürnberg Nürnberg Landkreis Roth Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Landkreis Forchheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Amberg-Sulzbach Engelthaler Forst Zerzabelshofer Forst Schönberg (gemeindefreies Gebiet) Rückersdorfer Forst Laufamholzer Forst Günthersbühler Forst Forsthof (gemeindefreies Gebiet) Fischbach (gemeindefreies Gebiet) Feuchter Forst Brunn (gemeindefreies Gebiet) Behringersdorfer Forst Feucht Offenhausen (Mittelfranken) Alfeld (Mittelfranken) Altdorf bei Nürnberg Burgthann Engelthal Happurg Henfenfeld Hersbruck Kirchensittenbach Lauf an der Pegnitz Leinburg Ottensoos Pommelsbrunn Reichenschwand Röthenbach an der Pegnitz Rückersdorf (Mittelfranken) Schwaig bei Nürnberg Schwarzenbruck Velden (Pegnitz) Vorra Winkelhaid Schnaittach Neunkirchen am Sand Simmelsdorf Winkelhaid (gemeindefreies Gebiet) Haimendorfer Forst Neuhaus an der PegnitzKarte
Über dieses Bild

Vorra ist eine Gemeinde im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken) und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Velden.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Vorra liegt im Pegnitztal in der Hersbrucker Schweiz.

Nachbargemeinden/-orte[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Vorra in der Hersbrucker Schweiz

Die Gemeinde Vorra ist in vier Ortsteile eingeteilt[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Vorra unter dem Namen Forehun im Jahr 1011.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Alfalter und Artelshofen eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Vorra setzt sich aus zwölf Gemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister zusammen.

CSU SPD FWG Unabhängige Liste Gesamt
2014 4 5 1 2 12 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bauwerke[Bearbeiten]

Marienkirche[Bearbeiten]

Auf das hohe Alter der Marienkirche weist ihr Bautyp als Chorturmkirche hin. Der quadratische Chorraum im Erdgeschoss des Turmes birgt eine bemerkenswerte romanische Säulengruppe, die wohl um das Jahr 1200 datiert. Zwei volle und zwei halbe Säulen bilden drei Bogen, deren mittlerer einen profilierten Dreipass aufweist. Ursprünglich frei sichtbar, wird dieses Ensemble heute durch den barocken Altar verdeckt, sodass man direkt davor treten muss, um es betrachten zu können. Die romanischen Fresken fielen einer Renovierung zum Opfer.

Der Altaraufsatz birgt eine schöne Pietà aus dem 15. Jahrhundert und Figuren von Johannes dem Täufer und dem Heiligen Laurentius. Das von feiner Stuckzier umfasste Deckengemälde von Johann Christoph Reich im Tonnengewölbe des Langhauseses von 1738/39 stellt die Heilige Dreifaltigkeit, umrahmt von 14 Engeln, dar.

Erwähnenswert sind auch die Reiterstühle auf den beiden Emporen und das Sonnenloch, eine Sonnenuhr für den Innenraum, hinter dem Herrschaftschörlein. Die Kirche ist in der Regel täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Kriegerdenkmal[Bearbeiten]

Der Nürnberger Bildhauer Emanuel Kittler schuf das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.

Altes Schloss[Bearbeiten]

Das Vorraer Schloss mit seinem prächtigen Park in der Ortsmitte an der Pegnitz ist kaum hundert Jahre alt und entspricht nicht den Vorstellungen von mittelalterlichen Burgen und Patrizierschlössern. In der kurzen Zeit hatte es zahlreiche Besitzer. Seine Ursprünge gehen allerdings auf das Jahr 1601 zurück. Wie in der Vorraer Chronik vermerkt, kaufte zu Beginn des 17. Jahrhunderts der Nürnberger Patrizier und Vorraer Gutsherr Carl von Tetzel im Ort ein Bauernhaus und eine Reihe größerer Grundstücke. Das Haus ließ er zu einem stattlichen hochgiebeligen Gebäude ausbauen. Es brannte im Jahre 1780 bei einer Feuersbrunst, die nahezu das ganze Dorf zerstörte, samt Nebengebäuden ab. Die damaligen Herren von Scheurl errichteten an der Nordostecke der Besitzung einen Neubau, der noch steht und als Nebengebäude vom Schullandheimwerk genutzt wird. Erst im Jahre 1890 begann der neue Besitzer, Freiherr von Soden, mit dem Bau des heutigen Schlosses, wobei man zunächst verschiedene Gebäude abriss. Wegen des weichen, kaum tragfähigen Bodens nahe der Pegnitz gab es während des Baus große Probleme, das Mauerwerk bekam Risse und Teile des noch unfertigen Turms stürzten ein. Dennoch konnte der Bau 1891 vollendet und der Schlosspark neu angelegt werden. Partien des Baumbestandes stammen aus dieser Zeit. 1920 wurde der Besitz an den aus Württemberg stammenden Freiherr von Ellrichshausen verkauft, der 1922 den Turmhelm abtragen und als Abschluss einige seltsame Tiergestalten an den vier Ecken anbringen ließ. Nach seinem Tod ging das Schloss 1941 in den Besitz der Deutschen Arbeitsfront über, die eine Gauschule einrichtete. 1945 besetzten die Amerikaner das Anwesen. Nach deren Abzug im Herbst des gleichen Jahres pachtete Baroness von Löffelholz das Schloss zur Errichtung einer Oberschule mit Internat. Ab 1953 stand es leer und im Herbst 1955 übernahm das Schullandheimwerk Mittelfranken e.  V. die Gebäude und gestaltete sie für seine Zwecke um.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Vorra liegt an der Staatsstraße 2162 (die Bundesstraße 14 und die Bundesautobahn 9 verlaufen in ca. 10–15 km Entfernung).
Der Bahnhof Vorra liegt an der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb. Er wird stündlich von Regionalbahnzügen der Linie Nürnberg - Neuhaus an der Pegnitz bedient.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Manfred Meyer: Vorra: Ein Heimatbuch. Vorra 1978.
  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer's Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vorra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Vorra – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111028/174944&attr=OBJ&val=1442
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 481