Vranov nad Dyjí

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Vranov nad Dyjí
Wappen von Vranov nad Dyjí
Vranov nad Dyjí (Tschechien)
DEC
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihomoravský kraj
Bezirk: Znojmo
Fläche: 1342 ha
Geographische Lage: 48° 54′ N, 15° 49′ OKoordinaten: 48° 53′ 40″ N, 15° 48′ 40″ O
Höhe: 312 m n.m.
Einwohner: 873 (2005)
Postleitzahl: 673 03
Struktur
Status: Minderstadt
Ortsteile: 1
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Lubomír Vedra
Adresse: Náměstí 21
671 03 Vranov nad Dyjí
Website: www.ouvranov.cz

Vranov nad Dyjí, (deutsch Frain) ist eine Minderstadt im Okres Znojmo in Tschechien. Er liegt an der Thaya, drei Kilometer nördlich der österreichischen Grenze bei Hardegg. Zwischen Vranov und Podmyče (Pomitsch) befinden sich Befestigungsanlagen des Tschechoslowakischen Walls.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Frain, Ortsansicht
Frain, Ortsansicht
Blick auf Frain vom Schloss
Blick auf Frain vom Schloss

Die Burg Vranov (Frain) wurde bereits im Jahre 1100 in der Chronik Chronica Boemorum des Cosmas von Prag genannt. Die erste Erwähnung des Marktfleckens Frain stammt aus dem Jahre 1323, als es der böhmische König Johann von Luxemburg dem Unterkämmerer Heinrich von Leipa übertrug. Später gelangte es an die Herren von Lichtenburg, denen auch die benachbarten Burgen Vöttau und Zornstein gehörten. 1499 übertrug König Vladislav II. die Besitzungen den Lichtenburgern als erblichen Besitz. Anfang des 16. Jahrhunderts erfolgten mehrere Besitzerwechsel. Zu ihnen gehörten Arkleb von Boskowitz, Johann von Pernstein, Sidonius von Lomnitz und Wolf Krajiř von Krajek (Krajíř z Krajku) sowie die Herren von Dietrichstein. Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde in Frain Eisenerz gefördert, das bis 1747 in den Frainer Hammerwerken verarbeitet wurde.

1614 wurden Burg und Herrschaft Frain von Wolf Dietrich von Althann erworben, dessen Besitzungen wegen seiner Beteiligung am Ständeaufstand nach der Schlacht am Weißen Berge beschlagnahmt wurden. Das Frainer Herrschaftsgut wurde 1629 von Johann Ernst von Scherfenberg erworben. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Frain 1645 vom schwedischen Heer besetzt und ausgeplündert sowie die Burg belagert. 1665 erwarben die Grafen Starhemberg das verwüstete und entvölkerte Herrschaftsgut. Unter ihnen wurde die Burg Frain ein letztes Mal umgebaut.

1680 erwarb der Reichsgraf Michael Johann von Althann Burg und Herrschaft Frain. Er veranlasste den Umbau der Burg zu einem herrschaftlichen Barockschloss. Nach dessen Tod 1702 erbte sein Sohn Michael Hermann von Althann die Besitzungen, von dem sie 1722 auf seine Ehefrau Maria Anna geb. Pignatelli übergingen, die eine freundschaftliche Beziehung zum Kaisers Karl VI. unterhielt. Der letzte Besitzer aus der Familie Althann, Michael Johann Josef von Althann, musste Schloss und Herrschaft Frain 1793 wegen Überschuldung an den Prager Advokaten Johann Hilgartner von Lilienborn verkaufen. Dieser gründete neue Dörfer und baute Landstraßen in seinem Herrschaftsgebiet.

1799 gründete Josef Weiss eine Steingutmanufaktur in Frain. Sie wurde 1816 von dem polnischen Aristokraten Stanisław Mniszek erworben, dem Frain seit Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte. Er verbesserte die Produktionsmethoden und erweiterte das Sortiment. Ab 1820 wurde Geschirr nach dem von Josiah Wedgwood entwickelten Verfahren produziert. Die Frainer Wedgwoodkeramik genoss wegen ihrer künstlerischen Gestaltung einen guten Ruf im In- und Ausland.

Nach der Ablösung der Patrimonialverwaltung wurde Frain Gerichtssitz. Das Schloss Frain und der zugehörige Grundbesitz gingen 1876 an die mit Mniszek verwandte Familie Stadnicky. Deren Besitzungen wurden während der Zeit des Protektorats 1939 von den Deutschen konfisziert. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden am 24. Mai 1945 die deutschen Bewohner vertrieben. Seit 2006 ist Vranov wieder ein Městys.

[Bearbeiten] Talsperre Vranov

Zwischen 1930 und 1935 wurde die Frainer Talsperre erbaut. Sie staut das Wasser der Thaya und fasst 133 Millionen m³ Wasser.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten und Denkmäler

Das Schloss Vranov nad Dyjí, im Vordergrund die Thaya
Das Schloss Vranov nad Dyjí, im Vordergrund die Thaya
Die Schlosskapelle von Schloss Vranov nad Dyjí
Die Schlosskapelle von Schloss Vranov nad Dyjí
  • Schloss Vranov nad Dyjí
  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit einem romanischen Karner aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts.
  • Kapelle im "Hammer"
  • Pestsäule
  • Mniszek-Kreuz
  • Clary-Kreuz
  • Felizienbründl
  • In Hardegg in Österreich wurde 1946 zum Gedenken an die Vertreibung der deutschsprachigen Frainer das "Heimatkreuz der Heimatgemeinde Frain" in der Braitau nahe der Staatsgrenze auf einem Felsen über der Thaya errichtet.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks


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